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Stormarn Notfalldose soll in Badendorf Leben retten
Lokales Stormarn Notfalldose soll in Badendorf Leben retten
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12:00 28.02.2019
Badendorfs Bürgermeister Volker Brockmann setzt sich für die Sicherheit seiner Bürger ein. Er hat jetzt mit der Wählergemeinschaft dafür gesorgt, dass jeder Haushalt in der Gemeinde eine grüne Notfalldose bekommt. Quelle: Britta Matzen
Badendorf

Eine kleine grüne Dose soll bald in möglichst vielen Badendorfer Haushalten zu finden sein. Sie enthält alles, was Rettungskräfte im Notfall finden müssen: Gesundheitszustand, Allergien, Medikamente. Die grüne Notfalldose können sich Badendorfer ab sofort im Gemeinschaftshaus abholen.

Angehörige im Notfall überfordert

„Entgegen der allgemeinen Meinung, das sei nur was für alleinstehende, ältere Mitbürger bin ich der Auffassung, dass so eine Dose in jeden Haushalt gehört“, sagt Bürgermeister Volker Brockmann (KWV Badendorf). Angehörige seien in Notfallsituationen völlig überfordert. „Das habe ich schon persönlich erlebt in meinem Feuerwehrdienstleben. Die wissen noch nicht mal mehr, wie der Hausarzt heißt.“ Deswegen plädiert Brockmann dafür, dass sich jede Familie eine Notfalldose in den Kühlschrank stellt.

Hier gibt’s die Notfalldose

Badendorfer Bürger können sich die grünen Notfalldosen dort abholen, wo es auch die gelben Säcke gibt: im Gemeinschaftshaus Badendorf, Dorfstraße 43, 23619 Badendorf. Die Dosen bekommt man kostenlos. Mit dabei sind auch zwei Aufkleber – einer ist für die Haustür vorgesehen, der andere zum Anbringen am Kühlschrank.

Warum Kühlschrank? „Ganz einfach, einen Kühlschrank gibt es in jedem Haushalt. Eintreffende Rettungskräfte müssen in einer Notfallsituation nicht lange nach den Patienteninformationen suchen.“

In der leicht verschraubbaren Plastikdose befindet sich ein Infoblatt, das Aufschluss über Krankheiten, Allergien und Unverträglichkeiten geben soll. Auch Informationen zur Medikamenteneinnahme können die Ersthelfer dem Notfall-Blatt entnehmen. Außerdem sollen Krankheiten oder Therapien beschrieben werden, die Einfluss auf eine Notfallbehandlung haben können. „Da geht es darum, ob ich Diabetes, Bluthochdruck oder Asthma habe, ob ich Blutverdünner einnehme, einen Herzschrittmacher habe oder schon mal einen Infarkt hatte“, erläutert der Badendorfer Bürgermeister. „Am besten setzt man sich mit den Angehörigen zusammen hin und füllt in Ruhe den Zettel aus“, empfiehlt der Gemeindechef.

Gegenwind von der CDU

Die Idee zur Anschaffung der grünen Notfalldose kam von Bürgermeister Brockmann und der Wählervereinigung KWV Badendorf. „Obwohl von der CDU starker Gegenwind kam. Die wollten das nicht, sie hielten das für unnütz“, so Brockmann. Er habe daraufhin bei der Lübecker Feuerwehr angerufen und mit dem Leiter der Sanitätsabteilung gesprochen. „Brockmann, super Sache. Wir sind gerade dabei und bilden unsere Sanitäter dafür aus. Die grüne Notfalldose ist im Kommen“, habe dieser gesagt.

Gemeinde ist spendabel

In einigen Städten und Gemeinden ist die Retterdose bereits verteilt. Mal hat die Maßnahme die Gemeinde organisiert, mal das Rote Kreuz, mal die Johanniter, manchmal schließen sich auch Ärzte zusammen und kaufen den cleveren Ersthelfer. „Zwei Euro kostet eine Dose, und sie hält ein Leben lang“, sagt der Badendorfer Bürgermeister. 100 Exemplare hat seine Gemeinde im ersten Schritt angeschafft. Wenn die verteilt sind, sollen neue Dosen nachgekauft werden. „Wenn wir nachher bei 380 Dosen sind, kostet uns das höchstens 800 Euro. Das können wir gerne mal spendieren für unsere Bürger.“

Schade sei nur, dass nur ein Notfall-Blatt pro grüner Dose vorgesehen sei. „Wenn in einem Haushalt zwei Personen leben, wäre es schön, wenn es für beide einen Zettel gebe.“ Brockmann will nun versuchen, die Vordrucke nachzubestellen. „Ansonsten kopiere ich die Dinger.“

Britta Matzen

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