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Stormarn Brotbox für Erstklässler: Wie viel „bio“ darf es denn sein?
Lokales Stormarn Brotbox für Erstklässler: Wie viel „bio“ darf es denn sein?
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09:00 31.10.2019
Vor kurzem war die Hamburger Bio-Brotbox im Schulausschuss des Kreises vorgestellt worden. In Stormarn soll es nun eine andere Variante geben. Quelle: mc
Bad Oldesloe

Schon bei der ersten Vorstellung des Projektes vor vier Wochen waren sich die Kreispolitiker einig: Die Idee ist gut und sollte weiter verfolgt werden, nur bei der Umsetzung und den Details ab es unterschiedliche Ansichten.

Worum geht es? Die Grünen in Person von Uwe Schreiber aus Tangstedt hatten den Vorschlag gemacht, in Anlehnung an das Hamburger Modell für den Kreis Stormarn eine Bio-Brotbox einzuführen. Alle Kinder, die zur Schule kommen, sollen diese am ersten Schultag erhalten und so erfahren, was gesunde Ernährung bedeutet. Schreiber selbst arbeitet auf dem Ökohof Gut Wulksfelde, welcher zu den Lieferanten der Hamburger Brotbox gehört.

Regionale Lebensmittel

Schon bei der ersten Vorstellung wurde die Initiative ausdrücklich begrüßt. Der Stormarner Kreisbauernverband und die Landfrauen hätten auch bereits Interesse signalisiert, sagte Kirstin Krochmann (CDU), Vorsitzende des Schul-, Kultur- und Sportausschusses. Allerdings müsse man dann auf das Bio-Label verzichten, da die große Mehrheit der Stormarner Landwirte konventionell produziert. „Aber die Kinder bekämen gesunde und regional hergestellte Lebensmittel“, so Kirstin Krochmann.

In der jüngsten Sitzung des Schulausschusses stellten die Grünen trotzdem erneut den Antrag zur Einführung der Bio-Brotbox für die rund 2300 Kinder, die jährlich an den 35 Grundschulen im Kreis eingeschult werden. „Die Bio-Brotbox gibt es woanders schon seit vielen Jahren und ist unter dem Namen bekannt“, sagte Wiebke Garling-Witt, die als Lehrerin in Hamburg arbeitet und deshalb das Projekt schon länger kennt.

Antragsteller arbeitet auf Biohof

„In den nächsten Jahren werden immer mehr Betriebe auf „bio“ umstellen“, ergänzte Uwe Schreiber. Schon jetzt ließen sich bestimmt genug Höfe für eine Bio-Brotbox finden. Auch Linke und die Mehrheit der SPD-Abgeordneten schlossen sich den Grünen an und befürworteten den Antrag.

CDU und FDP hatten jedoch eine ganz andere Meinung. Maik Neubacher (CDU) fand es „interessant, dass hier bio und konventionell gegeneinander aufgewogen werden“, und kritisierte zudem die Doppelrolle von Uwe Schreiber als Ausschussmitglied und zugleich Mitarbeiter eines Biohofs, der die Boxen befüllt.

„Es kommt gerade so rüber, dass hier die konventionelle Landwirtschaft schlecht geredet werden soll. Das halte ich für fatal“, sagte Kathleen Fenske (CDU) aus Steinburg. „Mein Kind soll nicht lernen, dass nur ,bio’ gut ist.“ Die normale Landwirtschaft sei doch kein „giftspritzendes Monstrum“.

Nicht bestimmte Betriebe protegieren

Die FDP stieß ins gleiche Horn. Das Thema „bio“ sei ihrer Fraktion übel aufgestoßen, sagte Martina Hellhoff. „Wir setzen auf regionale Produkte und wollen nicht bestimmte Höfe protegieren.“ Außerdem sei es dann Aufgabe der Lehrer in den Schulen, über Lebensmittel aufzuklären.

Der Bio-Antrag scheiterte schließlich denkbar knapp, ein schnell formulierter Alternativ-Antrag der CDU zur Einführung der Stormarner Brotbox wurde dann mehrheitlich angenommen – gegen die Stimmen der Grünen, die nun aber doch bei der Umsetzung helfen wollen.

Jetzt geht es also um die genaue Organisation, für die ein Träger gefunden werden muss. Die Voraussetzungen sind nicht schlecht durch die bereits signalisierte Unterstützung von Landwirten und Landfrauen in Stormarn. Außerdem verteilt die Abfallwirtschaft Südholstein (AWSH) bereits seit vielen Jahren kostenlos Brotdosen zum Schulanfang – als ein Beitrag zur Abfallvermeidung.

Jetzt müssen diese Boxen also „nur“ noch gefüllt werden.

Von Markus Carstens

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