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Stormarn Neuer Lebensraum für Biene, Hummel und Co.
Lokales Stormarn Neuer Lebensraum für Biene, Hummel und Co.
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07:30 19.06.2019
Bunte Blumen oder lieber eine Streuobstwiese? Darüber gehen die Meinungen auseinander. Quelle: hfr
Bad Oldesloe

Der Kreis Stormarn sagt dem Insektensterben den Kampf an. Zumindest möchte er die kreiseigenen Flächen so weit herrichten, dass sich dort Biene, Hummel und Co. wieder wohler fühlen. Das hat vor kurzem der Umweltausschuss des Kreises beschlossen. Die Kreisverwaltung soll nun ausloten, was überhaupt wo möglich ist.

Losgetreten hat die Debatte die FDP. Sie hatte bereits Ende vergangen Jahres einen Antrag gestellt, 5000 Euro bereitzustellen, um auf bestimmten Flächen Blühpflanzen anstelle von Gras auszusäen. Die Idee dazu kam von Michael Klahn, Liberaler aus Bad Oldesloe mit einem ebensolchen Garten, also viel wilder Natur.

Erst sterben Insekten, dann Vögel

„Insbesondere die Monokulturen sowie der hohe Dünger- und Pestizideinsatz in der Landwirtschaft, aber auch die Umwandlung artenreicher Gärten in den Städten und Dörfern z.B. in Abstellflächen für Autos oder in Rasenflächen mit Hecken führen dazu, dass es immer weniger Blühpflanzen auch im Kreis Stormarn gibt“, erklärt Michael Klahn. „Insekten wird damit der Lebensraum und ihre Nahrungsquelle genommen.“

Der Insektenbestand und die Artenvielfalt bei den Insekten nehme deshalb mit erheblichen Auswirkungen auf die Natur, aber auch auf die Landwirtschaft ab. Klahn: „Es fehlt z.B. Nahrung für insektenfressende Vögel, deren Bestand damit auch gefährdet ist.“ Und Obstbauern müssten Mindererträge zum Beispiel durch die fehlende Befruchtung von Obstbäumen durch Bienen und Hummeln hinnehmen.

Fraktionen beraten zusammen

Zur jüngsten Sitzung des Umweltausschusses hatten auch die Grünen einen sehr ausführlichen Antrag gestellt, er solle jedoch zunächst einmal als Anstoß dienen, sagte Klaudia Rahmann und freute sich am Ende über das Zustandekommen einer interfraktionellen Gruppe zu diesem Thema.

Michael Klahn hatte ursprünglich die Idee, Blühstreifen entlang der Kreisstraßen zu schaffen. Dieses Projekt wird mittlerweile von der Verwaltung verfolgt. Welche Flächen geeignet sind, werde im Einzelfall geprüft.

Blühpflanzen am Radwanderweg

Klahn schlägt weiterhin vor, Flächen an Regenrückhaltebecken derart umzugestalten, dass sie besonders insektenfreundlich sind. Falls der Kreis dafür nicht zuständig ist, solle er mit betreffenden Behörde sprechen oder die entsprechende Kommune ansprechen.

Außerdem hat die FDP die große Fläche vor der Kreisverwaltung im Blick – genauso wie etwa die Randstreifen des Radwanderwegs von Bad Oldesloe nach Grabau. „Dort könnten Blühpflanzen gut gedeihen“, sagte Michael Klahn, stieß jedoch bei der Verwaltung auf Skepsis, ob so ein Projekt überhaupt umsetzbar sei.

Streuobst die bessere Lösung?

„Wir sind uns alle einig, dass wir etwas machen müssen“, sagte sowohl Heinz Hartmann für die SPD als auch Claudia Rathje für die CDU. „Und als Kreis haben wir eine Vorbildfunktion“, ergänzte Angela Batty (SPD). Allerdings müsse erst geklärt werden, wer jeweils zuständig ist, was genau der Kreis tun könne und schlussendlich was das alles kosten solle.

Im Antrag der Grünen ist auch von einer Förderung von Obstwiesen auf privaten Flächen die Rede. Genau da schlägt auch Jürgen Westphal vor, Bürgermeister der Gemeinde Stapelfeld. „Streuobstwiesen sind die bessere Lösung“, sagt er. Blühstreifen müssten jedes Jahr neu angepflanzt werden. In Stapelfeld gebe es ein rund 3000 Quadratmeter großes Grundstück. Und der Besitzer sei bereit, dort eine entsprechende Wiese anzulegen.

Ruft Stormarn den Klimanotstand aus?

Städte wir Lübeck, Kiel, Bad Segeberg und Mölln haben es getan und den Klimanotstand ausgerufen – in den Nachbarkreisen Segeberg und Herzogtum Lauenburg scheiterten die Anträge jedoch, die in beiden Fällen von den jeweiligen Grünen-Fraktionen im Kreistag gestellt worden waren.

Für die Sitzung des Stormarner Kreistags am Freitag (16 Uhr, Kreistagssitzungssaal Bad Oldesloe) haben nun die Grünen und die Linke den Antrag gestellt, den Klimanotstand für den Kreis auszurufen. CDU und SPD sind dem Vernehmen nach allerdings skeptisch. Viele Punkte in dem Antrag würden bereits umgesetzt, heißt es. In der Tat hat der Kreis bereits seit fast 25 Jahren ein Klimaschutzprogramm.

„Ziel des Stormarner Antrages ist es, auch auf Kreisebene alles zu tun, damit die weitere Erwärmung des Weltklimas noch gestoppt werden kann, bevor es zu spät ist. Dafür sollen unter anderem alle Maßnahmen, die der Kreis beschließt, auf ihre Auswirkungen auf das Klima überprüft werden“, schreiben die Fraktionsvorsitzenden Sabine Rautenberg (Grüne) und Heidi Beutin (Linken) in einer gemeinsamen Mitteilung. Maßnahmen, die dem Klimaschutz förderlich sind, sollten Priorität erhalten. Das Klimaschutzprogramm solle weiterentwickelt werden, ein Konzept für die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs entstehen und die Klimaschutzleitstelle wieder eingerichtet werden.

„Mittelfristig setzen wir uns für einen eigenständigen Umweltbereich in der Kreisverwaltung ein. Es ist höchste Zeit, unsere klimapolitischen Ziele jetzt endlich umzusetzen“, so Rautenberg weiter. „Wenn in möglichst vielen Städten und Kreisen der Klimanotstand ausgerufen wird, hat das nicht nur die Folge, dass vor Ort der Klimaschutz Priorität erhält, es setzt auch ein Zeichen an die Bundesebene, endlich zu handeln, statt wie bisher in Placebo-Gremien wie dem Klimakabinett die notwendige Klimawende zu verschleppen“, ergänzt Heidi Beutin.

Markus Carstens

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