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Stormarn Das wird im Kreis diese Woche wichtig
Lokales Stormarn Das wird im Kreis diese Woche wichtig
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15:43 21.03.2019
Stellenoffensive: Mit solchen Fotos wirbt die Kreisverwaltung seit diesem Jahr aktiv um neue Mitarbeiter. Quelle: hfr
Bad Oldesloe

Lange Tagesordnungen haben die Politiker des Kreises in dieser Woche vor sich. Darum geht es auf den Sitzungen des Hauptausschusses und des Kreistages im einzelnen:

Rechtsextremismus im Kreistag:

So ist ein Punkt für die Kreistagssitzung überschrieben, der nachträglich noch auf die Tagesordnung gesetzt wurde. Beantragt wurde er von den Grünen. Hintergrund ist die Personalie Arnulf Fröhlich. Der AfD-Fraktionsvorsitzende war aufgrund seiner Nähe zum rechten Rand auch parteiintern in die Kritik geraten. Einen Rücktritt schloss Fröhlich aus, zwei Abgeordnete kehrten daraufhin der Fraktion den Rücken (die LN berichteten). Annette Walther ist nun vorläufig fraktionslos, Michael Derlin gab sein Mandat ganz zurück. Für ihn soll Fabian Weber nachrücken.

„Wir werden ihn am Freitag als neuen Kreistagsabgeordneten verpflichten“, erklärten gestern Landrat Henning Görtz und Kreispräsident Hans-Werner Harmuth (beide CDU). Mehr sei dazu nicht bekannt. Aus AfD-Kreisen hieß es unterdessen, dass Weber zusammen mit Annette Walther eine neue Fraktion bilden wird.

„Der Tagesordnungspunkt ist kein Antrag oder eine Resolution, wir wollen eine offene allgemeine Debatte“, erklärt Grünen-Fraktionschefin Sabine Rautenberg. Vorbild sei die Diskussion im Kieler Landtag zur Personalie Doris von Sayn-Wittgenstein. Diese hatte die AfD aus der Fraktion ausgeschlossen.

Jobticket für Verwaltungsmitarbeiter:

Gute Nachrichten wird Landrat Görtz den Politikern in Sachen Verwaltungspersonal überbringen. „Der kommunale Arbeitgeberverband hat der Einführung des Jobtickets zugestimmt“, sagt Görtz. Das heißt, dass die Kreisverwaltung als Arbeitgeber ihren Mitarbeitern Zuschüsse zu ÖPNV-Zeitkarten zahlen kann. Die genaue Höhe muss noch ermittelt werden – ebenso die zahl derer, das Angebot in Anspruch nehmen wollen.

Dadurch wird die Verwaltung noch ein Stück attraktiver. Denn der Kampf um Fachkräfte ist auch in diesem Bereich längst vollends entbrannt. Durch weitere Aufgabenfelder müssen die Verwaltungen zudem weiteres Personal einstellen. In der Stormarner Kreisverwaltung kommen zum neuen Jahr 35 neue Stellen hinzu, sie hat dann mehr als 700 Beschäftigte. „Neun Stellen benötigen wir allein für die Rettungsleitstelle“, so der Landrat.

Für die wiederum ist der Kreis weiter auf der Suche nach einem anderen Ort außerhalb der Verwaltung, möglicherweise auch außerhalb von Bad Oldesloe. Fast 20 Millionen Euro sollen dafür investiert werden. Für andere Mitarbeiter würden in der Nähe neue Räume geschaffen: zum einen am Bahnhof in den ehemaligen Räumen der Deutschen Rentenversicherung, zum anderen im Verwaltungsgebäude des Amtes Bad-Oldesloe-Land. Die dortigen Mitarbeiter beziehen im kommenden Jahr ein neues Gebäude in der Louise-Zietz-Straße.

Bündnis für bezahlbaren Wohnraum:

Für neue Mitarbeiter werden natürlich auch Wohnungen benötigt. Das vom Kreis initiierte Bündnis für bezahlbaren Wohnraum lief bislang etwas schleppend an; deswegen wollen Verwaltung und Politik nun in die Offensive gehen. „Wir werden direkt die Kommunen ansprechen“, betont Landrat Görtz. Er begrüßt in diesem Zusammenhang auch ausdrücklich eine Änderung im Landesentwicklungsplan, nach der auch solche Gemeinden wieder stärker wachsen dürfen, die noch auf bestimmten Achsen liegen. „Eine Bremse ist gelöst. Jetzt müssen wir gucken, wo es Grundstücke gibt“, sagt Görtz. Dem Kreis Stormarn wird in den kommenden zehn Jahren ein überproportionales Bevölkerungswachstum prognostiziert.

Höhere Müllgebühren:

Nach dem Chaos im Sommer läuft die Müllabfuhr nun wieder weitestgehend reibungslos. Das von der Abfallwirtschaft Südholstein beauftragte Unternehmen hat genügend Fahrer und eine nur noch geringe Fluktuation. Die leicht angehobenen Löhne wirken sich nun jedoch auch auf die Müllgebühren aus, wenn auch nur in geringem Umfang. Die größte Steigerung um 3,9 Prozent gibt es für die große 240-Liter-Restmülltonne. Für diese müssen Verbraucher nun 85 Cent mehr als bislang bezahlen.

Der Hauptausschuss tagt am Mittwoch um 18.30, der Kreistag am Freitag um 16 Uhr (jeweils Kreistagssitzungssaal).

Markus Carstens