Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Rettungsdienst: Stormarn muss nachbessern
Lokales Stormarn Rettungsdienst: Stormarn muss nachbessern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:40 10.12.2018
Der Rettungsdienst in Stormarn kommt häufig zu spät zum Einsatzort, hier ein Archivbild aus dem Mai. Quelle: Jens Burmester
Bad Oldesloe

Im Kreis Stormarn sind die Retter häufig nicht schnell genug am Einsatzort. Das geht aus einem Gutachten zum Rettungsdienst hervor, das der Kreis in Auftrag gegeben hatte. Darin wurden unter anderem die Hilfsfristen der Notfalleinsätze anhand von Daten aus der Integrierten Regionalleitstelle Süd in Bad Oldesloe überprüft.

Gesetzlich vorgeschrieben ist, dass die Einsatzfahrzeuge in 90 Prozent der Fälle eine Frist von zwölf Minuten nicht überschreiten dürfen. Stormarn erreichte nach Auswertung von gut mehreren Tausend Datensätzen für einen Zeitraum von zwölf Monaten jedoch nur eine Quote von rund 85 Prozent. Das heißt, in etwa 15 Prozent der Fälle brauchen die Retter 13 oder 14 Minuten zum Einsatzort, in seltenen Fällen jedoch noch länger.

Im Frühjahr 2017 hatte der Kreis – nach einer vorherigen Studie – bereits reagiert und die acht Rettungswachen neu organisiert, unter anderem ein weiteres Rettungsfahrzeug von Bad Oldesloe nach Bargteheide verlegt und die Bereitschaftszeiten an einigen Orten ausgedehnt, in Trittau sogar auf das Wochenende. Die Quote wurde dadurch zwar leicht verbessert von 82 auf 85 Prozent, diese ist jedoch weiter noch nicht ausreichend. Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung ist zudem mit steigenden Einsatzzahlen zu rechnen.

In dem Gutachten, das jetzt auf einer Sondersitzung des Stormarner Sozial- und Gesundheitsausschusses vorgestellt wurde, ist die Rede von 487 sogenannten Rettungsmittelvorhaltestunden, die kreisweit pro Woche fehlen würden. Die Gutachter kommen auf derzeit 2425 Stunden, benötigt würden aber 2912. Besonders in Ahrensburg und Umgebung sei der Bedarf am größten. Wie viel Personal und wie viele Fahrzeuge gebraucht werden, ist allerdings momentan noch unklar. Das Gutachten geht jedoch von einem finanziellen Mehrbedarf von gut einer Million Euro jährlich aus. Die Kosten übernehmen die Krankenkassen.

Kreis will eigene Tochtergesellschaft gründen

Zunächst muss der Kreis jetzt eine entsprechende Organisationsform für seinen Rettungsdienst finden. „Einfach unseren Rettungsdienstverbund Stormarn (RVS) damit zu beauftragen, ist aufgrund des Vergaberechts nicht möglich“, erklärt Margot Sinning (SPD), Vorsitzende des Sozial- und Gesundheitsausschusses. Der Verbund gewährleistet die medizinische Erstversorgung für mehr als 250 000 Bürger in Stormarn und einigen angrenzenden Gebieten. Vertraglich sind maximal 2500 Stunden vorgesehen.

Der Kreis hat 53 Prozent der Anteile am RVS, den Rest teilen sich das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB). Im Gespräch ist nun, den beiden anderen Teilhabern ihre Anteile abzukaufen und dann eine kreiseigene Tochtergesellschaft zu gründen. Aufgrund von rechtlichen Vorgaben muss es eine 100-prozentige Tochter sein. Dieses Prozedere geht schneller, als einen Auftrag an einen externen Anbieter zu vergeben, weil der Kreis dann europaweit ausschreiben müsste.

„ASB und DRK hätten dadurch keine Nachteile. Die Verträge zu den Rettungsleistungen bleiben ja bestehen“, erklärt Sinning. Der Sozialausschuss war einstimmig dafür, Verhandlungen mit den beiden Anbietern aufzunehmen. Jetzt entscheiden darüber diese Woche noch der Hauptausschuss am Mittwoch und schlussendlich der Kreistag am Freitag (16 Uhr, Kreistagssitzungssaal, Bad Oldesloe).

Markus Carstens

Ein Polizeibeamter ist bei einer Verfolgungsjagd von Stormarn nach Hamburg leicht verletzt worden. Zwei Funkstreifenwagen der Landespolizei Schleswig-Holstein wurden bei dieser Aktion beschädigt.

09.12.2018

In Bad Oldesloe können sich ehrenamtliche Kräfte in Workshops zu Lebensweg-Begleitern ausbilden lassen. Lachen ist dabei erlaubt.

08.12.2018

Zehn Jahre hat der Sozialpädagoge Olaf Köppen die Jugendlichen in Sülfeld begleitet.Seine Kündigung wollen die Jugendlichen nicht kampflos hinnehmen. Dienstag treffen sie sich mit Kommunalpolitikern zu einem Austausch.

08.12.2018