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Stormarn Sparkasse Holstein setzt auf den Hamburger Rand
Lokales Stormarn Sparkasse Holstein setzt auf den Hamburger Rand
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18:54 04.06.2019
Sehen erhebliches Potenzial in Stormarn: der Sparkasse-Vorstand mit Michael Ringelhann, Thomas Piehl und Joachim Wallmeroth. Quelle: hfr
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Bad Oldesloe

Die Sparkasse Holstein ist auf Kurs Richtung Zukunft und stellt diesen selbst unter das Motto 2025 plus. „Im Oktober 2018 sind wir mit breiter Mitarbeiterbeteiligung in einen Zukunftsprozess aufgebrochen. Im Zentrum stehen eine Stärkung des Filialnetzes als Marktplatz für alle Kunden. Dabei werden wir uns zukünftig noch stärker an den einzelnen Regionen in unserem Geschäftsgebiet orientieren und weiter in der Fläche präsent sein“, berichtete der Vorstandsvorsitzende Thomas Piehl auf dem Jahrespressegespräch der Sparkasse Holstein im März.

Im Rahmen der traditionellen Unternehmergespräche der Sparkasse Holstein im Schloss Tremsbüttel stellte Piehl vor Gästen aus Wirtschaft und Politik nun erste richtungsweisende Entscheidungen vor. Künftig wird die Sparkasse ihr Geschäftsgebiet in drei Regionen aufteilen: Region Nord von Fehmarn bis Pansdorf mit Sitz der Leitung in Eutin, Region Mitte von Haffkrug bis Norderstedt im Westen und Trittau im Osten mit Sitz der Leitung in Bad Oldesloe sowie Region Süd (Hamburger Speckgürtel) mit Sitz der Leitung in Ahrensburg.

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Siebte Filiale auf Hamburger Gebiet

Der wirtschaftlich sehr gut aufgestellte Kreis Stormarn wird damit also weiter gestärkt. Alle drei Regionen erhalten eigene Leitungen jeweils für Privatkunden und Mittelstand, wobei die Regionen Nord und Mitte von einem Chef für den Bereich Mittelstand geleitet werden. Ganz bewusst spricht Thomas Piehl vom „Sparkassen-Gebiet, das bis Hamburg reicht“.

Denn genau dort sieht das Institut weiteres Potenzial. So soll im kommenden Jahr eine neue Filiale in Bergedorf eröffnet werden, wo die Hamburger Sparkasse (Haspa) bereits drei Kundencenter unterhält. Es wird dann die siebte Filiale der Sparkasse Holstein in der Hansestadt. Schon zum Antritt seines neuen Postens war Vorstandschef Piehl mit markigen Worten Richtung Haspa aufgefallen.

Die Sparkasse Holstein begründet den Vorstoß mit den Pendlerströmen im einwohnerstarken südlichen Geschäftsgebiet. „Die Lebensräume verweben sich, es besteht ein direkter Bezug und Austausch zu den Menschen etwa in Reinbek“, erläuterte Thomas Piehl. Der Stadtteil im Hamburger Osten stehe schon lange im Fokus der Sparkasse, „und wir sind froh, ein geeignetes Objekt in guter Lage in der Straße Am Sachsentor gefunden zu haben“. Übrigens nur einen Steinwurf von einer Haspa-Filiale entfernt.

Nächste Fusion bei der Volksbank

Bei der Volksbank Stormarn bzw. dem zur Volksbank VBS (Vierlanden, Bergedorf, Stormarn) fusionierten Institut fiebert man zwei wichtigen Terminen in rund zwei Wochen entgegen. Dann steht die nächste sogenannte Verschmelzung mit der Raiffeisenbank Bargteheide an. Die Vorstände haben dem Plan bereits zugestimmt, jetzt sind die Vertreterversammlungen dran.

Parallel dazu haben in beiden Häusern die aus Fachleuten aller Unternehmensbereiche gebildeten Projektgruppen ihre Arbeit zur Vorbereitung der technischen Fusion beider Banken aufgenommen. Diese ist für Oktober vorgesehen. Schließungen von Filialen solle es nicht geben, lediglich der Volksbank-Standort in Bargteheide geht dann im Raiffeisenbank-Center nicht weit entfernt auf. Dieser befindet sich übrigens in unmittelbarer Nähe zu einer Haspa-Filiale, und die Sparkasse Holstein ist auch nicht weit weg vertreten.

Raiba Südstormarn Mölln mit Ergebnis zufrieden

Ein schwieriges Marktumfeld mit weiter niedrigen Zinsen, zunehmende Regulatorik durch den Gesetzgeber und Forderungen nach höheren Eigenkapitalquoten werden stets als Argumente für Bankenfusionen angeführt. Vor gut drei Jahren wollte auch die Raiffeisenbank Südstormarn Mölln diesen Schritt gehen. Der avisierte Partner Volksbank Lübeck sprang jedoch kurzfristig und überraschend ab – obwohl schon ein Verschmelzungsvertrag unterzeichnet war. Erst fünf Jahre vorher hatten die Raibas Südstormarn und Mölln fusioniert.

„Wenn sich eine interessante Möglichkeit ergibt, werden wir und das sicher genau angucken“, sagte Vorstand Kai Schubert den LN nach der jüngsten Vertreterversammlung in Trittau. Konkrete Pläne für eine Fusion gebe es jedoch nicht, die Bank sei auch so gut aufgestellt. „Unter den gegebenen Umständen haben wir 2018 ein gutes Ergebnis erwirtschaftet“, sagte Schuberts Vorstandskollege Heiko Ernst. Nachdem die meisten Zahlen schon Anfang des Jahres veröffentlicht wurden, steht nun auch die Höhe der Dividende für die Mitglieder fest: Sie liegt erneut bei fünf Prozent.

6 bis 22 Uhr erreichbar

Auch zukünftig will sich die Genossenschaftsbank weiterhin auf ihren Kurs der Kundennähe konzentrieren. „In Zeiten des digitalen Wandels braucht es hierfür eine Anpassung unserer Strukturen“, so Kai Schubert. Zur Verbesserung der digitalen Zugangswege wurde eine Projektgruppe ins Leben gerufen. Darüber hinaus wurden die Servicezeiten erweitert. „Dafür haben wir Anfang Mai unser Kundendialogcenter eröffnet, in dem wir montags bis freitags in der Zeit von 6 bis 22 Uhr erreichbar sind.“

Alle zehn Filialen – fünf in Stormarn, drei im Herzogtum Lauenburg und zwei in Nordwestmecklenburg – sollen erhalten bleiben, ebenso wie alle 140 Arbeitsplätze. Zehn Stellen wurden in den vergangenen Jahren über Altersteilzeit abgebaut.

Auslaufmodell SB-Terminal

SB-Terminals gibt es auch bei der Raiffeisenbank Südstormarn Mölln noch, allerdings wohl auch nicht mehr lange. Die Volksbank Stormarn hat sie schon vor vielen Jahren abgeschafft, bei der Sparkasse Holstein werden sie nach eigenen Angaben immer noch gut genutzt. Vor kurzem hatte die Sparkasse Südholstein angekündigt, die Überweisungs-Terminals abzubauen – und damit einen Sturm der Entrüstung vor allem in Bad Segeberg losgetreten. Dort sammelt der Seniorenbeirat nun sogar Unterschriften für den Erhalt der SB-Terminals.

mc