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Stormarn Dauerbrenner Schwimmbadpreise
Lokales Stormarn Dauerbrenner Schwimmbadpreise
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17:25 20.09.2018
Eine neue Debatte um die Erhöhung der Eintrittspreise für das Oldesloer Travebads ist entbrannt. Quelle: Dorothea von Dahlen
Bad Oldesloe

Sollen Bahnmieten und Ticketpreise für das Oldesloer Travebad angehoben werden? Mit dieser Frage setzten sich zum wiederholten Mal die Mitglieder des Hauptausschusses auseinander. Das Thema war bereits in den Jahren 2016/17 Dauerbrenner gewesen und hatte Vereine, die regelmäßig Bahnen in der städtische Schwimmhalle mieten, in Alarmbereitschaft versetzt. Dieses Mal erschien jedoch keiner der Nutzer, um den Entscheidungsprozess zu verfolgen. Wie aus der Beschlussvorlage bezüglich des Preissystems für die Bahnen zu entnehmen war, hatte es offenbar zuvor ein Treffen mit den Vereinen gegeben, bei dem ein einvernehmliches Prozedere vereinbart wurde. Der Preis pro Bahn soll auf 40 Euro erhöht werden und die Vereine im Gegenzug einen Zuschuss von 25 Euro erhalten, um die Preissteigerung aufzufangen.

Neue Ausschussmitglieder, die die Debatten im Vorfeld nicht verfolgt hatten, zeigten kein Verständnis für die Verfahrensweise. „Das ist rechte Tasche, linke Tasche. Ich bin für ein transparentes Vorgehen. Wir beklagen immer, dass unsere Kinder nicht mehr richtig schwimmen lernen, wollen jetzt aber mehr Geld haben“, sagte etwa Anita Klahn (FDP). Sie plädierte dafür, das Thema in den Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss (BSKA) zu verweisen. Was die grundsätzliche Kritik angehe, seien sich alle einig, erklärte der Ausschussvorsitzende Hajo Krage (SPD). Auch seine Fraktion sei gegen eine Erhöhung der Preise, doch gebe es steuerrechtliche Gründe, so zu verfahren.

Letzteres bestätigte auch Andreas Lehmann (CDU). Er erinnerte daran, dass sich die Vereinigten Stadtwerke (VSG) als Badbetreiber bereits 2016 mit der Bitte um eine Preiskorrektur an den Ausschuss herangetreten waren. Bei einer Betriebsprüfung hatte das Finanzamt nämlich moniert, dass die VSG heimischen Vereinen weniger Miete für die Schwimmbahn berechne als auswärtigen. Eine solche Bevorzugung betrachtet die Behörde offenbar als verdeckte Gewinnausschüttung, weshalb die VSG damals schon eine Nachzahlung von 74 000 Euro leisten mussten. „Das ist ein echter Finanznachteil, der durchschlägt und uns auch belastet. Die Rechtslage ist sehr eindeutig“, appellierte Lehmann, dem Vorschlag der Verwaltung zu folgen. Hajo Krage modifizierte ihn dahingehend, dass die höheren Bahnpreise nur unter dem Vorbehalt gelten sollen, dass der BSKA dies durch Zuschüsse an Vereine und Schulen kompensiert.

Abgeschmettert wurde hingegen der Versuch, ein neues Tarifsystem für so genannte Individual-Besucher einzuführen. Mit der Begründung, dass die Preise seit 2006 unverändert seien, bestand der Plan, die Erwachsenkarte von vier auf 4,70 Euro anzuheben sowie das Ticket für Kinder und Jugendliche von zwei auf 2,40 Euro, wobei nunmehr nicht schon ab sechs, sondern erst ab sieben Jahren überhaupt Eintritt erhoben werden sollte.

Die SPD stellte sich gleich zu Beginn dagegen. „Wir schieben ein Defizit von über einer Million Euro vor uns her. Da spielen diese 23 000 Euro Mehreinnahmen auch keine Rolle mehr“, erläuterte Torben Klöhn den Standpunkt seiner Fraktion. Ihm schlossen sich inhaltlich sowohl Familienpartei als auch Grüne an. „Wir haben immer mehr Tote an Badeseen zu beklagen, weil die Kinder heutzutage kaum mehr schwimmen können. Deshalb betrachten wir den Defizitausgleich kritisch“, schloss sich Hendrik Holtz (Linke) der Argumentation von Anita Klahn an. Der Betrieb der Schwimmhalle sei ein Teil öffentlicher Daseinsvorsorge. Die Preise müssten deshalb so gestaltet sein, dass sich jeder den Eintritt leisten könne – „egal ob arm oder reich“. Klahn selbst plädierte auch dafür, das „extrem gestaffelte“ und damit „abschreckende Preissystem“ ohnehin zu überarbeiten. Sie kritisierte zudem, dass die Aqua- und Fitnesskurse im Bad von den Veränderungen ganz ausgenommen sein sollen.

Die kaufmännischen Aspekte im Blick, untermauerten Bürgermeister Jörg Lembke, aber auch Andreas Lehmann die Notwendigkeit „einer moderaten Anpassung“. Matthias Rohde (FBO) stellte den Antrag, eine Abstimmung zu vertagen. Das wurde ebenso abgelehnt wie Anita Klahns Antrag, den BSKA einzuschalten. Da auch die Verwaltungsvorlage mit fünf Ja- und sechs Nein-Stimmen keine Mehrheit fand, lautet die Empfehlung des Hauptausschusses an die Stadtverordnetenversammlung, alle so zu belassen wie es jetzt ist.

Auf Besuch in Jifna

Um eine Attraktion könnte der Oldesloer Poggensee bereichert werden. Wie Stadtwerkebetriebsführer Jürgen Fahl bekannt gab, gibt es schon seit längerem die Idee, Standup-Paddeling am Badeteich anzubieten. Jetzt gelte es, Sponsoren zu finden, die die Sportgeräte zur Verfügung stellen und zu klären, wie sie ausgeliehen werden könnten.

Der Vorschlag, ein neues Projekt in der palästinensischen Partnerstadt Jifna zu unterstützen ist jetzt im Hauptausschuss begrüßt worden. Auf Antrag des Beauftragten Hartmut Jokisch haben die Mitglieder zugestimmt, 2000 Euro dafür zu reservieren. Auf 20 000 Euro wird diese Summe von der Organisation Engagement Global. Das Geld soll voraussichtlich für eine bessere medizinische Versorgung verwendet werden.

Eine Dienstreise wird Bürgermeister Jörg Lembke Mitte Oktober nach Jifna unternehmen. Es entstünden keine Kosten für Flug und Unterkunft. Er reise zudem während seines Urlaubs, sagte Lembke.

Dorothea von Dahlen

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