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Stormarn Oldesloer Kino hat sich wieder gut etabliert
Lokales Stormarn Oldesloer Kino hat sich wieder gut etabliert
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22:10 29.06.2018
Heinz Wittern hat den Schritt nicht bereut, dem Oho-Kino wieder neues Leben einzuhauchen.
Heinz Wittern hat den Schritt nicht bereut, dem Oho-Kino wieder neues Leben einzuhauchen. Quelle: Foto: Von Dahlen
Bad Oldesloe

„Ich wollte damals unbedingt, dass den Kindern und Familien wieder etwas geboten wird. Und die Oldesloer haben sich wahnsinnig gefreut, dass wir weitermachen“, sagt Cineast Wittern. Nach „elf Monaten an der Front“ habe sich gezeigt, dass die Entscheidung, das Kino wieder auf Vordermann zu bringen, völlig richtig gewesen sei. Hinsichtlich der Besucherzahlen stehe das OHO schon fast wieder wie zu guten alten Zeiten da. Denn aus dem kulturellen Leben der Stadt sei es einfach nicht wegzudenken, zumal es keinen großen Aufwand bedeute, spontan nach der Arbeit zur Hamburger Straße zu schlendern, um sich unterhalten zu lassen und zu entspannen.

Fast genau ein Jahr ist es jetzt her, dass die Bilder wieder laufen lernten in Bad Oldesloe. Nach längerer Zwangspause feierte das OHO-Kino damals zum Kindervogelschießen die Wiedereröffnung. Nun ist für Betreiber Heinz Wittern der Zeitpunkt gekommen, Bilanz zu ziehen.

Wittern hingegen konnte sich anfangs selten zurücklehnen, startete er doch nach der zweijährigen Auszeit zunächst ganz ohne Personal. „Ich musste ja alles wieder aufbauen und habe vieles aus eigener Kraft erledigen müssen“, erzählt er. „Inzwischen habe ich aber wieder ein tolles Team, zehn Leute, die mich ganz hervorragend bei der Arbeit unterstützen.“

Wer sich noch an die Startphase des OHO im vergangenen Jahr erinnert, weiß, dass es dem Kinobetreiber um weit mehr ging, als die gängigen Blockbuster abzuspulen. Wittern hatte ein ausgefeiltes Konzept im Hinterkopf und dem ist er im Großen und Ganzen auch treu geblieben. „Um bestehen zu können, müssen wir uns unterscheiden von den Kinos in Bad Segeberg oder Bargteheide und eigene Wege gehen“, erklärt Wittern. Dazu gehöre auch genau zu analysieren, wie die Oldesloer ticken und welche Filmgenres gut bei ihnen ankommen. „Horror und Action gehen gar nicht. Da sind die Leute hier schon intellektueller“, lautet sein Resümee. Neben anspruchsvolleren Streifen wie „Die Verlegerin“ oder auch Kultfilmen, die Wittern im Rahmen des Arthouse-Programms jeden Dienstag zeigt, funktioniere aber auch amüsantere, unterhaltsame Kost in der Kreisstadt wie „Ich – Einfach Unverbesserlich“, „Fack ju Göhte“, „Star Wars“ oder „Jim Knopf der Lokomotivführer“.

Als Publikumsmagneten haben sich auch schon die Themenabende zur Vorpremiere bewährt, die Wittern nach der Wiedereröffnung eingeführt hat. Für die Ladies Night rollt er schon mal den roten Teppich aus, pro Eintrittskarte spendiert er einen Prosecco. „Bei ,Fifty Shades of Grey’ war die Bude brechend voll“, erinnert sich der Kinobetreiber. Bei Bier und Brezel sollen es sich die Herren der Schöpfung gut gehen lassen, während Filme wie „Rampage – Big meets Bigger“ über die Leinwand flimmern. Doch als so gesellig erweist sich der Mann in Bad Oldesloe noch nicht. „Das muss sich erst richtig rumsprechen“, ist sich Wittern sicher.

Das richtige Händchen bei der Filmauswahl ist der eine Erfolgsgarant, die Kooperation mit wichtigen Einrichtungen in der Stadt ein anderer. So drehte etwa DJ Raphael Marionneau im Vorjahr live die Plattenteller zu Fritz Langs Stummfilm „Metropolis“. Prima klappt offenbar auch die Zusammenarbeit mit den Akteurinnen des Bella-Donna-Hauses, auf deren Wunsch Wittern zuweilen ausgesuchte Filme zeigt, wie etwa „Lady Bird“. Neue Ideen hat er ebenfalls in petto. So plant er gemeinsam mit Pianist Markus Rau und dem Chörchen ein Kino-Musik-Event, das im November steigen soll.

Verlosung

Mit etwas Glück können LN-Leser einen Kino-Besuch gewinnen. Wir verlosen viermal zwei Freikarten für den Film „Ocean’s 8“ (täglich im Programm) oder den Arthouse-Streifen „Der Buchladen der Florence Green“ (dienstags). Einfach bis Montag, 2. Juli, 18 Uhr, eine E-Mail mit dem Wunschfilm schicken oder auf unserer Facebook-Seite mitmachen. Eine Tüte Popcorn gibt’s auch noch dazu.

redaktion.stormarn

@ln-luebeck.de

Dorothea von Dahlen