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Stormarn Oldesloer Kino steigt in eine neue Kooperation ein
Lokales Stormarn Oldesloer Kino steigt in eine neue Kooperation ein
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20:10 28.02.2018
Bad Oldesloe

Kinochef Heinz Wittern wies gestern bei der Vorstellung des neuen Programmes darauf hin, dass er das Angebot in seinem Haus deutlich breiter aufstellen möchte: „Ich bin deshalb froh, zwei Kooperationspartner gefunden zu haben. Auch andere Interessenten können sich an mich wenden.“ Das Oho-Kino könne für weitere Institutionen geöffnet werden: „Jeder ist willkommen, der eine Idee hat.“

Auch Birgit Mahner, Vorstandsmitglied im Trägerverein des Bella-Donna-Hauses, sowie Kulturmanagerin Anke Kleesiek zeigten sich begeistert von der vereinbarten Kooperation. „Ich bin froh, dass es wieder ein Kino in Bad Oldesloe gibt. Das geht sicherlich vielen anderen ebenso“, sagte Birgit Mahner. Bei den Filmen, die bis Ende Oktober in dem Kino an der Hamburger Straße gezeigt werden, handele es sich nicht nur um „klassische Frauenfilme. Wir wollen damit auch gesellschaftliche relevante Fragen aufwerfen“.

Der Auftakt ist am Sonntag, 11. März, mit dem Werk „Grüße aus Fukushima“. Im Mittelpunkt steht eine junge Deutsche, die gemeinsam mit einem Clown den überlebenden Opfern der Kernreaktorkatastrophe ein wenig Freude bringen will. Am Montag, 19. März, folgt der zweite Teil der Reihe mit dem Film „Oma & Bella“. Es geht um zwei jüdische Frauen, die den Holocaust überlebten und wieder in Berlin wohnen. Sie erinnern sich an ihre Kindheit vor allem dank des Essens, das sie selbst zubereiten. Viele Szenen dieser Dokumentation wurden deshalb in einer Küche gedreht.

Einen lokalen Bezug hat der Beitrag „Mein Grundeinkommen“. Astrid Lobreyer, Büromanagerin im Bella-Donna-Haus, hatte 2015 selbst erfolgreich an der Vergabe durch eine Grundeinkommen- Plattform teilgenommen. Sie bezog anschließend für ein Jahr ein bedingungsloses Grundeinkommen von 1000 Euro monatlich. Am 20. April werden die unterschiedlichen Aspekte beleuchtet und auch Grundeinkommen-Modelle vorgestellt. Für Astrid Lobreyer hat dieses Geld in ihrem Leben eine „unglaubliche Veränderung“ bewirkt. Es habe fortan keine Belastung mehr gegeben, weil sie sich finanziell unabhängig gefühlt habe. „Denn ich hatte ja erst mal keine weiteren Geldsorgen“, erinnerte sich die Bella-Donna-Haus-Mitarbeiterin. Dank des gewährten Grundeinkommens habe sie sich beruflich weiterbilden können.

Der Vorsitzende des Grünen- Ortsverbandes, Hartmut Jokisch, wies auf die politische Dimension des Themas hin. Auch innerhalb der Grünen sei über ein bedingungsloses Grundeinkommen diskutiert worden, teilweise sehr kontrovers. Es habe zahlreiche Veranstaltungen dazu gegeben. „Ich bin davon überzeugt, dass es sich um ein enorm wichtiges Thema handelt, das an Bedeutung gewinnen wird“, betonte Hartmut Jokisch – vor allem wegen der sich immer schneller wandelnden Bedingungen in einer stark digital geprägten Arbeitswelt.

Für Heinz Wittern bedeutet die geplante Filmreihe – zu sehen sind außerdem „Lady Bird“ und „A Girl walks Home alone at Night“ – als einen erfolgreichen Einstieg in ein verändertes Programm: „Ich wollte nach meinem Neustart in Bad Oldesloe nicht so weitermachen wie früher. Es sollten nicht nur die Blockbuster gespielt werden.“ Die Stadt habe auch das Potenzial für andere Filme.

Von Michael Thormählen