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Stormarn „Een beten platt snacken un verstahn“ können die Oldesloer KGS-Schüler nun alle
Lokales Stormarn „Een beten platt snacken un verstahn“ können die Oldesloer KGS-Schüler nun alle
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15:41 26.11.2019
Goethes "Zauberlehrling" wurde ins Plattdeutsche übersetzt und im rockigen Stil vorgetragen. Quelle: Sandra Freundt
Bad Oldesloe

In diesem Jahr wäre Klaus Groth 200 Jahre alt geworden. „Ein Anlass, den es zu würdigen gilt“, befand Maren Schindeler-Grove, Schulleiterin der Oldesloer Grundschule, die den Namen des berühmten Schriftstellers trägt, der sich so sehr für die niederdeutsche Sprache einsetzte.

Wer war eigentlich Klaus Groth ? Anlässlich seines 200. Geburtstages beantwortete die gleichnamige Grundschule in Bad Oldesloe diese Frage bei einem Schulfest.

Gemeinsam mit dem gesamten Kollegium und allen Schülern stellte die Rektorin daher ein ganz besonderes Schulfest auf die Beine und präsentierte zudem extra zum Fest einen Sonderstempel, welcher das KGS-Schullogo, den Kopf des Jubilars, sowie Datum und Anlass der Jubiläumsveranstaltung zieren.

Aber wer war Klaus Groth eigentlich? Wie war das Leben zu seiner Zeit (1819 – 1899)? Und was ist eigentlich niederdeutsch? In einer dreiwöchigen Projektzeit haben sich alle fast vierhundert Kinder der KGS mit diesen Fragen und der plattdeutschen Sprache auseinandergesetzt. Auf dem Schulfest erfolgte nun die Präsentation der Arbeitsergebnisse – und die hatte es in sich:

Zum einen gab es im Schulgebäude eine Ausstellung zum Thema mit einem mit Acryl auf die Leinwand gebrachten Klaus Groth. Einen Raum weiter präsentierten die Drittklässler, wie „Schule damals“ praktiziert wurde. „Da wurde noch geschlagen. Das ist heute besser. Allerdings gab es damals noch das Fach „Schönschrift“. Das würde ich mir für heute auch wünschen“, so der achtjährige Hugo aus der 3 d. Wie jetzt alle Kinder der KGS kann er nun auch „een beten platt snacken un verstahn“. Das Plattdeutsche kannte Hugo bisher sonst nur von seinem Opa.

Sportunterricht damals und heute

Auch bei dem einstündigen Festakt stand die plattdeutsche Sprache im Vordergrund: So brachten die Kinder „Lütt Matten de Haas“ musikalisch auf die Bühne, eine andere Klasse performte im „coolen Stil“ das ins Plattdeutsche übersetzte Goethe-Werk vom „Zauberlehrling“. Eine erste Klasse trug „Dat Schipp“ vor und natürlich durfte auch das Lied vom „Tüdelband“ nicht fehlen. Mit dem Vergleich des Sportunterrichts „damals und heute“ wurde die Schulzeit Groths beleuchtet. Spielerisch und musikalisch wurde das Buch von „Emily auf dem Bauernhof“ in plattdeutscher Version auf die Bühne gebracht.

Klaus Johann Groth (1819 - 1899)

Klaus Groth ist einer der bekanntesten niederdeutschen Dichter und Schriftsteller. Er gilt gemeinsam mit Fritz Reuter als einer der Begründer der neueren niederdeutschen Literatur. Zunächst arbeitete Groth jedoch einige Jahre als Lehrkraft an einer Mädchenschule in Heide, schied dann aus Krankheitsgründen aber aus dem Schuldienst aus. Während seiner Genesungszeit auf Fehmarn verfasste er 1852 den plattdeutschen Gedichtband „Quickborn“, der ihn mit einem Schlag berühmt machte. Zu seinen bekanntesten Werken gehören „Lütt Matten de Haas“, „Dat Schipp“ und „Min Jehann“. SF

Den ganzen Saal mit einbezogen

Schließlich wurde der ganze mit rund 240 Zuschauern voll besetzte Saal beim Reim „Ein Hut, ein Stock, ein Regenschirm“ – natürlich auch in Niederdeutsch – mit einbezogen, in dem die Schüler und Schülerinnen mit leuchtenden Schirmen durch die Reihen liefen. Das war jedoch nur der Vorgeschmack auf das Abschluss-Highlight: Zum Lied „Min Jehann“ – der Text ist ein Gedicht von Klaus Groth, in welchem er seine Kindheitserinnerungen wieder gibt – melancholisch gesungen von Ina Müller von der CD – brachten alle teilnehmenden Kinder die nun komplett dunkle Turnhalle mit Leuchtstäben zum Strahlen.

Plattdeutsch gehört nun zum Lehrplan

Gestrahlt haben auch die Schulleiterin und Lehrkraft Inga Velden, die durch das Programm führten. „Das war wirklich eine tolle Show“, befanden nicht nur die beiden. Maren Schindeler-Grove freute sich besonders, dass gerade in diesem Jahr ein neuer Erlass in Schleswig-Holstein abgesegnet worden ist, der besagt, dass sich nun von der 1. bis zur 13. Klasse alle Jahrgänge in jedem Schuljahr mit der Plattdeutschen Sprache auseinandersetzen müssen. Für dieses Jahr hat die Klaus-Groth-Schule mit dem Fest ihr „Soll“ schon erfüllt, für die nächsten Schuljahrgänge werden sich Schindler-Grove und ihr Kollegium ein Konzept überlegen. Ihr ist davor jedoch nicht bange, hat sie doch mit Inga Velden eine Lehrkraft im Team, die Niederdeutsch studiert hat und plattdeutsch perfekt spricht.

 

Von Sandra Freundt

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