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Stormarn Oldesloer Krimi-Autor präsentiert den sechsten Fall
Lokales Stormarn Oldesloer Krimi-Autor präsentiert den sechsten Fall
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21:47 09.04.2018
Passend zum neuen Krimi von Klaus E. Spieldenner präsentiert ein Oldesloer Bäcker Kuchen in Sargform.
Passend zum neuen Krimi von Klaus E. Spieldenner präsentiert ein Oldesloer Bäcker Kuchen in Sargform.
Bad Oldesloe

Dazu hatte er alle diejenigen eingeladen, die ihm bei der Buch-Recherche auf die Sprünge halfen. Vom Bestatter über einen Feuerwerker bis hin zum Pathologen. Der Oldesloer Bestatter Jörg Paulsen hatte Spieldenner im Leichenwagen zum „Erschnuppern“ der Atmosphäre mit zum Lübecker Krematorium genommen. Und er wird vielleicht noch ein Fan der Spieldenner-Krimis. „Elbtod hat mir gut gefallen“, kommentiert Paulsen. Insbesondere fand er toll, dass der Vorgänger-Krimi auch Oldesloer Schauplätze enthielt.

Im neuen Krimi von Klaus E. Spieldenner fließt mehr Blut, als je zuvor. Vielleicht ist ja sogar der Bestatter der Mörder? Zur Buchpräsentation von „Schuppen 10“ hatte der Oldesloer nach Hamburg in die Ex-Pathologie des Krankenhauses Eilbek gebeten – ins Café Schmidtchen.

„Elbtod“ war der Renner

„Schuppen 10“ ist der sechste Krimi des Oldesloer Autors Klaus E. Spieldenner (14 Euro/CW Niemeyer). Der Vorgänger-Band „Elbtod“ brachte es auf sechs Auflagen.

Die kriminellen Lieder von Spieldenner gibt es auf CD zu kaufen. Die fünf Euro gehen komplett an den Oldesloer Tierschutzverein.

Bei Bäcker Schmidt gibt es zur Buchpräsentation Gebäck in Sargform.

Die sind nun allerdings im sechsten Band weitgehend unter den Tisch gefallen. Denn das einstige Zuhause seiner Kommissarin in Sehmsdorf ist im letzten Krimi abgebrannt. Deshalb zog es den Oldesloer für seine neue Buch-Recherche fast ausschließlich nach Hamburg.

„Kaum jemand weiß, dass ich vor meinem Autorenleben 33 Jahre Feuerwerker bei der Luftwaffe war“, erzählte der Oldesloer. Seine Aufgabe war es, Kampfmittel aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg zu entsorgen. Dennoch brauchte er für seine Buch-Recherche einen Hamburger Kollegen. Denn unter Wasser musste er selbst nie arbeiten. Und so habe er Tipps von Hermann Borelli erhalten, der unzählige Blindgänger entschärfte. Ein Mann „mit Nerven aus Stahl“, wie die Hamburger Presse Borelli bescheinigte. Ein weiterer Ehrengast war der Hamburger Prof. Dr. Klaus Püschel, Direktor des Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

Fälle aus der Rechtsmedizin

Püschel ist selbst Buch-Autor und präsentiert faszinierende Fälle aus der Rechtsmedizin. Von Uwe Barschel bis zu Götz George lagen schon viele tote Promis auf seinem Edelstahltisch. Spieldenner fragte den Gast, ob der denn auch noch Fernseh-Krimis anschaue. „Der Tatort ist immer schlechter geworden“, urteilte Püschel über die TV-Serie. Er ärgert sich insbesondere über eine vertane Chance zur Aufklärung. So sei eine Tatort-Kommissarin mit dem Blut eines HIV-Infizierten in Berührung gekommen und habe laut Filmregie drei Monate in Angst gelebt. Dabei gebe es längst eine HIV-Prophylaxe, so Püschel. Die werde beispielsweise vergewaltigten Frauen verabreicht, wenn der Verdacht bestehe, dass der Täter HIV-positiv sei. Sein Anruf bei den Tatort-Machern wegen der ungenutzten Aufklärung verlief jedoch im Nichts. „Der Regisseur habe es so gewollt“, habe man ihm geantwortet.

Für den Hamburger Rechtsmediziner ist die Elbphilharmonie übrigens der „Störtebeker-Tempel“. Denn auf dem Elphi-Baugrund, früher wohl eine Hinrichtungsstätte, sei der Schädel Klaus Störtebekers gefunden worden, so Püschel.

Einen neuen „Mit kriminellen-Grüßen“-Stempel gibt es auch. Auf ihm prangt passenderweise ein Sarg. Den ziert auch das Naschwerk eines Oldesloer Bäckers zur Buch-Premiere. Die Kuchen-Särge soll es derzeit in den Schmidt-Filialen . „Zu jedem Krimi gibt es ein Lied“, betont Spieldenner. Zu „Schuppen 10“ ist es „Hassel’s Song“, der bei der Buchpräsentation Welt-Premiere hatte. Seine „kriminellen Lieder“ ließ der Autor auf CD pressen. Die fünf Euro Verkaufpreis für die Spieldenner-CD gehen komplett an den Tierschutzverein in Bad Oldesloe. Nach der Premiere ist vor der Premiere. Und so schreibt der Oldesloer Krimiautor bereits an seinem nächsten Buch, das bis Frühjahr 2019 fertig werden soll. „Bagage“ (Gepäck) lautet der Arbeitstitel. Spieldenner hat bereits am Airport zu den europaweit verschwundenen Gepächstücken recherchiert.

Die zweite Lesung zu „Schuppen 10“ ist schon in dieser Woche geplant. Am 12. April, 20.15 Uhr, stellt Spieldenner seinen aktuellen Krimi in Hamburg bei Thalia in der Europapassage vor.

 Susanna Fofana