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Stormarn Oldesloer KuB für Stadtkultur-Preis nominiert
Lokales Stormarn Oldesloer KuB für Stadtkultur-Preis nominiert
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13:00 06.10.2019
Anna Plog (Veranstaltungsorganisation öffentlicher Raum), Inken Kautter (Leitung Sachbereich Kultur, Leitung Kultur- und Bildungszentrum), Katrin Offen (Veranstaltungsorganisation KuB, v. l.). Quelle: Susanna Fofana
Bad Oldesloe

Inken Kautter, Chefin des Oldesloer Kultur-. und Bildungszentrums (KuB), strahlt mit ihrem Team um die Wette. Die Kulturmarke KuB mit dem bunten Pflasterlogo ist für einen bundes- und europaweiten Preis nominiert worden. Kauter: „Es ist für eine Stadt dieser Größenordnung außergewöhnlich.“ In der Nominierung für den Kulturmarken-Award, Kategorie „Preis für Stadtkultur 2019“ stecke das Lob „Das machst Du großartig“.

Für den Kulturmarken-Awards wurde Bad Oldesloe als erste Stadt in Schleswig-Holstein mit der Kulturmarke KuB nominiert. Es geht um den Preis für Stadtkultur 2019.

Als sie die Nominierung in einer Facebook-Nachricht entdeckte, habe sie sich „total gefreut“. Und die Nachricht für die Kollegen „laut vorgelesen“. Danach habe sie sofort alle Beteiligten informiert, die von Anfang an dabei waren und die Stange gehalten haben, wie ihr Team, Hauptamtsleiter Malte Schaarmann, die Kollegen der Stadtinfo.

Der Stadtkultur-Preis passt genau auf das vielfältige KuB-Engagement

„Wir haben uns dafür beworben, aber es nicht für wahrscheinlich gehalten“, sagt Kautter. Die Bewerbung umfasst „das gesamte Gebäude, das komplette Programm, alle Hauptnutzer.“ Sozusagen alle Aktivitäten der Kulturmarke mit dem bunten KuB-Pflaster. Kautter fand, dass der Stadtkultur-Preis genau auf das KuB mit seinem vielfältigen Engagement passen würde. Das Engagement der Kommune in diesem Bereich sei eine komplett freiwillige und keine Pflichtleistung.

Das bemerkenswerte Konzept habe „Hand und Fuß“. Es stehe für Kulturentwicklung als Stadtentwicklung. Wirtschaft, Handel, Tourismus, Kulturschaffende, Verwaltung und Politik seien eingebunden gewesen. Das Projekt habe Auswirkungen auf die Innenstadt und das Zusammenwirken in der Stadt. „Es geht um das Gesamtwerk. Das hielt ich für wert, eine Bewerbung zu schreiben.“

„Die KuB-Marke ist kreisweit ziemlich sichtbar geworden.

„Die KuB-Marke ist kreisweit ziemlich sichtbar geworden“, sagt Kautter. Auch bei ihren Terminen in Kiel wissen die Gesprächspartner sofort, wovon sie redet, wenn sie sagt, dass sie die Leiterin des Oldesloer Kultur- und Bildungszentrums sei. Es sei die erste Nominierung dieser Art, die jemals an eine Stadt in Schleswig-Holstein ging.

Das KuB präsentiert sich breit gefächert und spreche fast alle Bereiche der Bevölkerung an. Das reiche von den Deutsch-Sprachkurs-Teilnehmern der Volkshochschule über die musikalischen Angebote der Musikschule, die vielen Theatergruppen der Oldesloer Bühne, die Stadtkultur und die anderen Nutzer, wie die Marching Band Stormarn Magic, die mit dem KuB-Logo auf Tour geht oder „Klngstdt“. In der Stadt mit 25 000 Einwohnern plus Umland bemühe man sich, wirklich alle anzusprechen. Und in den Team-Besprechungen werde stets nach weiteren Angeboten gesucht, die vielleicht noch fehlen könnten.

Die Kulturmanagerin kam ein Jahr vor der Eröffnung ins Boot

Das Oldesloer Prestige-Projekt wurde 2016 eröffnet. Bereits ein Jahr zuvor kam die Kulturmanagerin ins Boot. „Das KuB war noch ein Rohbau, als ich kam.“ Das Kulturentwicklungskonzept, das ihm zugrunde liegt, ist jetzt zehn Jahre alt. „Daran kann man sehen, wie lange Geduld man braucht, um sowas ins Leben zu heben.“ Die Ursprungsidee war entstanden, als das Amtsgericht leer stand und die Volkshochschule eine neue Bleibe suchte.

Das Kulturentwicklungskonzept konnte in das Stadtentwicklungskonzept einfließen. So gab es Mittel vom Land für den Stadtumbau West. Kautter: „Ein gelungenes Beispiel für Stadtentwicklungsplanung.“ Hauptamt und Ehrenamt seien „extrem gut verzahnt.“ So unterstützen Servicestelle und Sachbereich Kultur die Ehrenamtler, die dann beispielsweise den Saal bespielen. Oder die Book Oldesloe stemmen. Kautter: „Da fließt viel Herzblut hinein.“

Kindertheater als kostenloses Angebot auf Spendenbasis

In Bad Oldesloe würden durch die kurzen Wege und Absprachen Dinge funktionieren, die in einer Großstadt nicht machbar wären. Besonders stolz ist sie auf das kostenfreie Kindertheater als niedrigschwelliger Kulturzugang für alle. Eltern, die es sich leisten können, würden spenden. Von den Spenden werde dann der nächste Künstler bezahlt. Oftmals kaufen Bürger auch eine KuB-Karte extra zum Verschenken, die sich ein anderer mit wenig Geld dann in der Stadtinfo von der Pinnwand nehmen kann.

Die Oper als Kooperation mit der Musikhochschule Lübeck sei ein Angebot auf extrem hohem Niveau. Kautter: „Ich kenne keine Mittelstadt, die Opern zeigt.“ Es sei einfach die Mischung, die hier stimme. In den Herbstferien schauen sich zudem freie Tänzer aus Hamburg das KuB auf eine mögliche Nutzung oder Zusammenarbeit hin an. Bei einem Saal mit 200 Zuschauern müsse man kreativer und kleinteiliger arbeiten.

Kulturaustausch mit Hamburg als Zukunftsvision fürs KuB

Als Zukunftsvision für das KuB hält Kautter einen Kulturaustausch mit Hamburg für sinnvoll. In Hamburg gebe es eine Überproduktion und nicht genug Bühnen. Während die Gastspielhäuser in Schleswig-Holstein auf der Suche nach Kultur seien. Vielleicht hätten ja auch die Hamburger Künstler Spaß daran, ihre Kultur mal woanders zu testen und auf dem flachen Land zu spielen.

Verleihung am 7. November in Essen

Die Jury des diesjährigen Kulturmarken-Awards hat in der Kategorie „Preis für Stadtkultur 2019“ die Kulturmarke KuB – Kultur- und Bildungszentrum Bad Oldesloe nominiert. Der Preis für den deutschsprachigen Raum steht für Exzellenz, Attraktivität und Offenheit des europäischen Kulturmarktes und versinnbildlicht die wertvolle Vermittlungsarbeit und das herausragende Engagement europäischer Kulturanbieter.

Die Preisverleihung findet am 7. November in Essen statt. Neben Bad Oldesloe nominierten die Jurorinnen und Juroren auch die Stadt Krefeld mit dem Krefelder Perspektivwechsel und die Monheimer Kulturwerke GmbH mit der „Kulturraffinerie K714“ als die zwei weiteren Finalisten.

Immer komme es auch darauf an, wie man Oper, wie man modernen Tanz vermitteln könne. Die KuB-Chefin: „Ich merke eine steigende Offenheit der Oldesloer Bevölkerung für das gesamte Programm im KuB.“ Der Weg in Richtung Vielfalt habe sich bewährt. Das KuB zähle 18 000 Besucher jährlich. Hinzu kommen die Gäste der Außenveranstaltungen von der Stadtwette bis zum Bier- und Genussfest. „Wir haben unheimlich viel Feedback.“ Und oft werde auch von Bürgern Hilfe angeboten beim Ticketabriss oder einer kleinen Zuschauerbefragung. Kautter: „Da fühlt man sich schon sehr getragen von der Bevölkerung. Das ist toll.“

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