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Stormarn Chihuahua-Findlinge suchen ein Zuhause
Lokales Stormarn Chihuahua-Findlinge suchen ein Zuhause
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19:20 27.07.2019
Jetzt sehen sie schick aus. Diese beiden Chihuahuas im Vordergrund gehörten zu einem ganzen Rudel, das Unbekannte im Mai in einem Pappkarton ausgesetzt hatten. Quelle: Dorothea von Dahlen
Bad Oldesloe

„Ty“ und „Karl“ tippeln schon noch ein wenig aufgeregt im Auslauf hin und her. Doch wer die beiden Chihuahuas erlebt hat, als sie gerade im Oldesloer Tierheim ankamen, stellt fest, dass sie inzwischen mehr Zutrauen zum Menschen gefasst haben. Unbekannte hatten sie wie berichtet vor drei Monaten gemeinsam mit acht weiteren Artgenossen in einem Vorgarten in der Gemeinde Steinburg ausgesetzt.

Die Fellbündel kauerten ängstlich und völlig verdreckt in einem Pappkarton. Nur einem Zufall war es zu verdanken, dass die Hausbesitzerin die Kiste mit den Kleinen beim Zurücksetzen ihres Autos noch rechtzeitig bemerkt und deshalb nicht umgefahren hatte. Sechs Chihuahuas brachte sie ins Oldesloer Tierheim. Drei von ihnen konnte das Team schon vermitteln. Nun soll für die nächsten beiden ein verlässliches Domizil gefunden werden.

Findelhunde haben sich gut erholt

„Sie sind inzwischen ganz lieb und unkompliziert. Kein Vergleich zu damals, als wir sie neu herbekamen“, erzählt Tierheimleiterin Christina Wilkens. Sie kann sich noch gut daran erinnern, wie die kleinen Hunde völlig verwahrlost in ihrem eigenen Kot hockten und ihre Umwelt als pure Bedrohung wahrnahmen. Sie ließen sich kaum voneinander trennen und stimmten lautes Geheul an, wenn einer von ihnen vom Tierarzt untersucht werden sollte. Das besserte sich aber mit der Zeit, als die Hunde wahrnahmen, dass ihnen niemand etwas zuleide tun wollte. Der sechs Monate alte „Ty“, der als Baby ins Heim kam, und sein etwa fünf bis sieben Jahre älterer Kompagnon mit dem ausgeprägten Pandabär-Gesicht bilden aber schon noch ein unzertrennliches Team. Deshalb werden sie auch nur gemeinsam in gute Hände abgegeben.

„Karl“ und „Ty“ gibt’s nur im Doppelpack

„Es sind ja auch sehr kleine Hündchen. Zusammen bringen sie gerade einmal fünf Kilogramm auf die Waage, sodass es kein Problem darstellen sollte, sie zusammen zu halten“, sagt Christina Wilkens. Beide Rüden sind ihr zufolge kastriert und geimpft. Sie befinden sich in einem gesundheitlich sehr guten Zustand, ebenso wie die anderen Chihuahuas, die schon neue Besitzer gefunden haben. Die Tierexpertin merkt aber an, dass es besser wäre, wenn „Ty“ und „Karl“ zu Menschen mit ruhiger ausgeglichener Ausstrahlung kommen, die beruhigend auf die beiden wirken. Hektik und unsicheres Verhalten den Kleinen nicht. Sie reagierten dann postwendend selbst sehr nervös.

„Peta“ setzte 1000 Euro Belohnung aus

Der Fall der in Steinburg ausgesetzten Hunde war übrigens kein Einzelfall. Auch beim Tierheim Weidefeld in Kappeln im Kreis Rendsburg-Eckernförde waren im Frühjahr sieben Chihuahuas abgegeben worden, ebenso verängstigt und verdreckt in einem Karton ausgesetzt und ihrem Schicksal überlassen. Die tierärztliche Untersuchung ergab, dass alle unter einer Zahnfleischentzündung litten. Zudem war ein Weibchen trächtig, sodass die Zahl der Findeltiere auf zehn anwuchs.

Da einige der Hunde Hör- und Sehschäden aufwiesen, kam der Verdacht auf, dass die Chihuahuas aus einer Qualzucht stammten, bei der ein bestimmter Farbschlag erzielt werden sollte, der zum Leidwesen der Tiere meist auch mit körperlichen Gebrechen einhergeht. Offenbar finden diese Züchter immer noch Abnehmer, da sich die kleine, niedlich anzuschauende Hunderasse hat sich in jüngster Zeit zum Modehund entwickelt hat. Der örtliche Tierschutzverein hatte damals Anzeige bei der Polizei gestellt. Die Tierschutzorganisation „Peta“ setzte eine Belohnung von 1000 Euro für Hinweise auf die Züchter aus. Doch bis dato haben die Ermittlungen noch keinen Erfolg gebracht.

Info Wer die beiden Chihuahuas gern kennenlernen will, kann einen Termin mit dem Team des Tierheims vereinbaren unter Telefon 045 31/878 88.

Dorothea von Dahlen

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