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Stormarn Eichede, Sprenge und Mollhagen blicken in die Zukunft
Lokales Stormarn Eichede, Sprenge und Mollhagen blicken in die Zukunft
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12:44 10.05.2019
Für die drei Ortsteile der Gemeinde Steinburg wird jetzt eine gemeinsame Planung erstellt. Quelle: Dorothea von Dahlen
Steinburg

 Wie soll sich mein Heimatort in den nächsten zehn, 20 Jahren entwickeln und welche Ideen lassen sich in diesem Zeitraum verwirklichen? Diesen Fragen gehen derzeit engagierte Bürger aus Eichede, Sprenge und Mollhagen nach. Bis dato haben sie darüber separat in den einzelnen Ortsteilen der Gemeinde Steinburg diskutiert und beraten. Jetzt zündet gewissermaßen Phase zwei der Ortsentwicklungsplanung. Am morgigen Sonnabend treffen sich alle zu einer gemeinsamen Bürgerwerkstatt in Mollhagen. Moderiert wird das Ganze vom Planungsbüro BCS Stadt + Region aus Lübeck.

Bürger vergaben Plus- und Minuspunkte

„Wir haben zunächst bei den drei Auftaktveranstaltungen im März herausgearbeitet, wo die Stärken der Ortsteile liegen, aber auch, wo noch Verbesserungsbedarf besteht“, fasst Bürgermeister Wolfgang Meyer das bisher Geschehene zusammen. Er lobte die rege Teilnahme, die – entsprechend der Einwohnerzahl – in Mollhagen mit 75 Gästen am höchsten lag, aber in Eichede immerhin bei 50 und in Sprenge bei 35 Bürger lag, die Interesse an der Entwicklung ihres Dorfes zeigten. Zum Auftakt sei jeder Teilnehmer gebeten worden, Pluspunkte oder Kritik auf Karten zu schreiben und an Stellwände zu heften, beschreibt Meyer das Prozedere. Um zu prüfen, ob es sich jeweils nur um einzelne oder um von vielen geteilte Einschätzungen handelte, seien im Plenum anschließend grüne Klebepunkte als Zeichen der Zustimmung verteilt worden. Laut Meyer gab es zudem schon erste Vorschläge, wie die einzelnen Ortsteile attraktiver gestaltet werden könnten.

Mollhagener wünschen sich Ortszentrum

In Mollhagen hoben die Teilnehmer Grundschule, Kita, Gaststätte, Lebensmittelgeschäft und Bank als guter Standortfaktoren, die das Leben hier lebenswert machen hervor. Sorgen bereitet vielen Mollhagenern allerdings, dass Parkplätze an der Hauptstraße und dem Lasbeker Weg fehlen. Auch eine bessere Nahverkehrsanbindung nach Bargteheide und Ahrensburg oder Bad Oldesloe und eine Ergänzung des Radwegenetzes wünschen sich viele. Andere wiederum vermissen neue Gewerbeflächen. Kritisch beäugt werden im Übrigen die neueren Wohnblöcke im Ort, da sie sich nach Meinung vieler nicht ins Dorf einfügten. Ein großes Thema in Mollhagen ist auch der Lärmschutz, da künftig mit größeren Beeinträchtigungen von der B 404 und jeder A 21 gerechnet wird. Auf die Zukunft gerichtet sind die Mollhagener sehr daran interessiert, dass sowohl die Einkaufsmöglichkeiten als auch die ärztliche Versorgung gesichert bleibt. Und was ihnen mindestens genauso wichtig ist: Sie wünschen sich einen richtigen Ortskern, an dem idealerweise alle wichtigen Einrichtungen wie Geschäfte, Bäcker, Café, Arzt, Post und natürlich ein Treffpunkt für alle Bürger zusammengefasst sind. Grünflächen mit Bänken sollten da auch nicht fehlen.

In Eichede mangelt es an Busverbindungen

Eichede kann im Gegensatz zu Mollhagen mit einem dörflichen Zentrum punkten. Der unter Ensembleschutz stehende Dorfanger nebst seiner hübschen Fachwerkkirche wird von den Einwohnern nicht nur als zentraler Platz betrachtet, mit der Schulscheune bietet er zugleich eine Begegnungsstätte für die Eichedeer. Dort trifft sich auch die Jugend im Ort. Als sehr positiv bewerteten die Teilnehmer die Feuerwehr mit ihrem Musikzug, die Kirchengemeinde und den Fußballverein SV Eichede, die offenbar alle das Gemeinschaftsgefühl stärken. Gut versorgt fühlen sich die Bürger zudem durch zwei Gaststätten, Friseur, Post und Blumenladen. Das Fehlen eines Lebensmittelgeschäfts wurde dagegen bemängelt. Und wie in Mollhagen wurde hier auch der Ruf nach besseren Busverbindungen und dem Ausbau des Radwegenetzes laut. Neue Wohngebiete stehen ebenfalls auf dem Wunschzettel. Ein Scherzkeks steckte den Kommentar: „Geld fehlt“ an die Pinnwand.

Verkehrslärm beklagen die Sprenger

Sprenge scheint den Einwohnern lieb und teuer, weil dort so viele von der Feuerwehr organisierte Feste für Kinder und das ganze Dorf steigen. Auch der Schützenverein mit seiner Bogensparte kommt gut an. Wohl fühlen sich die Sprenger offenbar auch, weil sie mitten in der Natur wohnen und es sogar ein Storchennest im Ort gibt. Anders als ihre beiden Kleeblatt-Partner scheinen sie schon eher im Sinne der Großgemeinde Steinburg zu denken. Denn als Argumente für das Leben im Dorf beziehen sie die Einkaufsmöglichkeiten, die Mollhagen bietet, in ihre Bewertung mit ein. Glücklich schätzen sich die Sprenger auch, da sie eine Tankstelle im Ort haben. Aufgrund der günstigeren Lage sprachen sie sogar ein Lob für die gute Verkehrsverbindung und die Anbindung an den Bahnradweg aus. Kritisiert wurde hingegen, dass die Auffahrt zur A 21 droht, geschlossen zu werden. Weitere Punkte auf der „Mängel“-Liste sind die marode Dorfstraße, der Lärm der B 404, das fehlende Nahwärmekonzept, schlechtes Internet in den Außenlagen, der zu kleine Spielplatz und ein fehlender Rad- und Fußweg nach Todendorf.

Zur Bürgerwerkstatt sind alle eingeladen

Am Sonnabend, 11. Mai, geht es nun weiter mit der Planung. Dieses Mal sind die Bürger aller drei Ortsteile – auch Kinder und Jugendliche – zu einer Bürgerwerkstatt in die Bahnhofsgaststätte Bern nach Mollhagen eingeladen. Um 10 Uhr geht es los. In thematisch orientierten Arbeitsgruppen alle Anregungen und Ideen einbringen. Die Veranstaltung dauert etwa zweieinhalb bis drei Stunden. Eine Kinderbetreuung wird angeboten.

 

Dorothea von Dahlen

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