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Stormarn Pastor Erhard Graf verabschiedet sich
Lokales Stormarn Pastor Erhard Graf verabschiedet sich
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22:29 30.10.2019
Pastor Erhard Graf hält am 1. November in der Klein Wesenberger Kirche seinen letzten Gottesdienst als Gemeindepastor. Quelle: Petra Dreu
Klein Wesenberg/Hamberge

Pastor Erhard Graf ist sicherlich kein einfacher Zeitgeist. Er nimmt kein Blatt vor den Mund, tanzt nach niemandes Pfeife und hat in seinem Berufsleben auch nicht davor zurückgeschreckt, gegen die Kirche vor Gericht zu ziehen. Nach zwölf Jahren als Pastor der Kirchengemeinden Klein Wesenbergund Hamberge verabschiedet er sich am 1. November in den Ruhestand. Entgegen bisheriger Verlautbarungen wird es zum 1. Februar einen Vertretungspastor geben, der für beide Kirchengemeinden allerdings nur noch halb so viel Zeit aufwenden kann.

Letzter Gottesdienst am Freitag

„Gott schütze uns vor Sturm und Wind und Pastoren, die aus dem Osten sind. Solche Sprüche gab es immer wieder hier in Klein Wesenberg und auch in Hamberge. Und so mach einer wird Silvester eine Flasche Sekt aufmachen, weil ich weg bin“, sagt Erhard Graf, der offiziell bis zum 31. Dezember im Amt ist, wegen Resturlaubs aber bereits am Freitag seinen letzten Gottesdienst halten wird. Getroffen hätten ihn solche Bemerkungen nicht, beteuert er. Im Gegenteil: „Ich habe mir schon immer den Luxus einer eigenen Meinung geleistet.“

Dorf ist ein spezieller Mikrokosmos

So manches Mal seien dadurch Befindlichkeiten getroffen worden, was ihm durchaus bewusst ist, aber: „Hier in Stormarn ist es so, dass man dreimal fragen muss. Das mache ich nicht. Ich frage nur einmal.“ Für Erhard Graf ist ein Dorf ein ganz spezieller Mikrokosmos. Und weil er nicht an Zufälle glaubt, ist für ihn sonnenklar, warum ausgerechnet er in Klein Wesenberg und Hamberge gelandet ist: „Der liebe Gott kümmert sich um seine Schäfchen und hatte sicherlich seine Hand im Spiel, als ich vor zwölf Jahren hierher kam.“

Letzter Gottesdienst: Hubertusmesse am 1. November

Die Hubertusmesse am Freitag, 1. November, ist der letzte Gottesdienst, den Pastor Erhard Graf als Pfarrer der Kirchengemeinde Klein Wesenberg halten wird. Beginn der feierlichen Messe mit dem Hegering und den Lübecker Parforcehornbläsern ist um 19 Uhr in der Kirche Klein Wesenberg. Anschließend gibt es ein gemütliches Beisammensein im Feuerschein.

Geboren in Wittenberg erlernte der heute 65-Jährige dort zuerst den Beruf des Betriebsmess- und Steuerungsregeltechnikers. In der Abendschule holte er schließlich das Abitur nach, studierte Theologie und legte als Pfarrassistent mit dienstlichem Wohnsitz in Vippachedelhausen im Weimarer Land los. Vier Gottesdienste an einem Tag waren für ihn damals normal. 1994 wechselte er als Marine-Pastor zur Bundeswehr. Seelsorgerisch war er für die Besatzungen der U-Boote, des Segelschulschiffes „Gorch Fock“ und für Minentaucher, Kampfschwimmer und die Sportfördergruppen der Bundeswehr in Kiel und Eckernförde zuständig.

Pastor freut sich auf den Ruhestand

Die Gottesdienste in Klein Wesenberg und Hamberge waren für ihn eine Umstellung. „Im Raum Kiel nehmen 50 Leute an einem ganz normalen Gottesdienst teil, hier sind es fünf. Die alteingesessenen Stormarner gehen nicht in die Kirche“, sagt er ohne jegliche Beschönigungsversuche. Dennoch ist Erhard Graf davon überzeugt, gute Arbeit geleistet zu haben. Er hinterlasse zwei Kirchen in einem baulich hervorragenden Zustand. Und er freue sich auf den Ruhestand, seine Familie mit drei Kindern und vier Enkeln, mit der er zum ersten Mal nach 40 Jahren gemeinsam Weihnachten feiern kann, und darauf, nicht mehr im „Glaskasten“ sitzen zu müssen.

In den „Glaskasten“, das Klein Wesenberger Pastorat, das dringend energetisch saniert werden muss, wird auch sein Nachfolger nicht mehr einziehen. Wer das sein wird, steht bereits fest: Dr. Rüdiger Sachau, bis dato Direktor der Evangelischen Akademie Berlin. Laut Graf wolle dieser bis zum Eintritt ins Rentenalter zurück in den Pfarrdienst.

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Von Petra Dreu

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