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Stormarn Paten helfen Reinfelder Schülern beim Lesen
Lokales Stormarn Paten helfen Reinfelder Schülern beim Lesen
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07:00 28.09.2019
Die Lesepatinnen freuen sich mindestens genauso wie die Kinder auf die Lesestunde. V.l. Ursel Noth, Heidi Krasenky, Marlies Stoldt, Hildegard Cantow, Kirsten Leube und Annita Klüver. Quelle: Britta Matzen
Reinfeld

Marlies Stoldt aus Reinfeld liest leidenschaftlich gern. Am liebsten Kriminalromane und Biografien. Die Biografie von Michelle Obama hat sie zuletzt verschlungen. Ihre Liebe zum Lesen hat sie deshalb auf eine besondere Idee gebracht: „Ich wollte Anfang des Jahres für Migrantenkinder Lesepatenschaften anbieten. Doch dann habe ich durch Schulbegleiterin Ute Kirschstein erfahren, dass es an der Matthias-Claudius-Schule auch viele deutsche Kinder gibt, die beim Lesen Schwierigkeiten haben und die Unterstützung gebrauchen können. Dann machen wir das für alle, haben wir entschieden“, berichtet die ehemalige Pflegedirektorin.

Die Lesestunde wird an der Matthias-Claudius-Schule in Reinfeld angeboten. Sie findet in Eins-zu-Eins-Betreuung statt: ein Kind, eine Lesepatin. Quelle: Britta Matzen

Marlies Stoldt hatte schon zwei Damen im Auge, die ebenfalls Lust hatten, mit den Grundschülern Texte zu lesen. Aus dem Kirchenchor gesellten sich noch weitere Ehrenamtlerinnen dazu. „Binnen kürzester Zeit waren wir zu sechst, um das Projekt aus dem Boden zu stampfen. Seitdem läuft es, und wir haben sogar noch Freiwillige dazugewonnen, sodass wir jetzt elf Frauen sind.“

Von montags bis freitags findet die Lesestunde statt – immer in der Zeit von 12.30 bis 13.15 Uhr oder von 13.30 bis 14.25 Uhr. „Jeweils im Anschluss an den Unterricht in Eins-zu-Eins-Betreuung. Also eine Lesepatin und ein Kind“, so Stoldt. Die Schüler könnten ihre eigenen Bücher mitbringen, wenn sie möchten. Die Patinnen hätten aber Lesestoff organisiert. „Wir sind ja alle Omas, haben Enkel und demzufolge auch genug Lesematerial.“ Wenn die Schüler mal keine Lust zum Lesen hätten, werde gespielt oder etwas anderes veranstaltet.

Schüler lesen den Paten vor

Die Lesestunde gestaltet sich so, dass die Schüler den Lesepaten vorlesen. „Wenn man merkt, dass sie zu angestrengt sind, übernimmt man selbst auch mal einen Part und liest ein, zwei Seiten.“ Die Erfolge seien zwar noch nicht ausgewertet worden. „Aber vor den Ferien haben wir Rückmeldung von der Schuldirektorin und den Lehrern bekommen, dass sich das gemeinsame Lesen bemerkbar macht.“

Das flüssige Lesen falle einigen Jungen und Mädchen vor allem schwer. Stoldt: „Buchstaben zu kennen, ist nicht so das Problem. Aber die Worte zusammenzusetzen und ganze Sätze zu lesen, das schaffen viele zunächst nicht. Selbst im zweiten und dritten Schuljahr geht das Lesen manchmal nur sehr holperig. Da zu unterstützen und die Wörter und Sätze zu wiederholen, das hilft schon sehr.“

Eine Konkurrenz zu den Lehrkräften wollen die Lesepaten nicht sein. „Das soll bei uns spielerisch stattfinden. Die Kinder sollen ja keinen Stress dabei haben, das ist nicht unsere Absicht“, betont die 68-jährige Reinfelderin. Spaß und gemeinsam eine schöne Zeit haben, das stehe im Vordergrund – nicht nur für die Kinder, auch für die Lesepatinnen. „Meine Enkel wohnen weiter weg, deshalb finde ich es so schön, dass ich mich jetzt hier um Kinder kümmern kann“, sagt Ursel Noth. Sie betreut einen iranischen Jungen aus der zweiten Klasse. „Wir beide haben einen Deal. Er bringt mir jede Woche fünf persische Vokabeln mit, die ich lernen muss. Und er übt dafür das Lesen“, berichtet die Reinfelderin. Eine andere Lesepatin aus der Gruppe belohne ihren Zögling immer mit kleinen Muscheln, wenn er gut gelesen habe. „Ich werde mir auf jeden Fall auch etwas Besonderes für mein Kind als Ansporn ausdenken“, sagt Annita Klüver, die neu in der Gruppe dabei ist.

Noch Kapazitäten frei

Wer Lust hat, bei den Lesepaten dabei zu sein, ist gerne willkommen. „Toll wäre es, wenn sich auch männliche Mitstreiter bereit erklärten, unsere Aktion zu unterstützen“, sagt Marlies Stoldt. Auch für weitere Kinder haben die Lesepatinnen noch Kapazitäten frei. „Wir haben jetzt acht Kinder, es dürfen aber gerne noch mehr werden.“

Wer Interesse hat, kann sich an Marlies Stoldt wenden unter der Telefonnummer 0170/2376308.

Von Britta Matzen

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