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Stormarn In Zarpen stehen die Zeichen auf Kirchspiel
Lokales Stormarn In Zarpen stehen die Zeichen auf Kirchspiel
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16:51 17.12.2018
Nach dem Gottesdienst fand am Sonntag in der Kirche Zarpen eine Gemeindeversammlung statt, in der erstmals über das Konzept informiert wurde, mit dem der Kirchenkreis auf den Pastorenmangel reagieren könnte. Quelle: Petra Dreu
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Zarpen

Der Fachkräftemangel macht auch vor der Kirche nicht halt. Bis zum Jahr 2030 wird es ein Drittel weniger Pastoren geben. Die wenigen, die ihr Theologiestudium abschließen, zieht des dann eher in die Stadt als aufs platte Land. Lübeck dürfte keine Schwierigkeiten haben, Pastoren zu finden. In den Kirchengemeinden Hamberge, Klein Wesenberg, Zarpen und Reinfeld dagegen könnte das durchaus anders aussehen. Wie die Nordkirche dem Mangel an Pastoren begegnen möchte, erfuhren die Mitglieder der Kirchengemeinde Zarpen nach dem Sonntagsgottesdienst auf einer Infoveranstaltung in einer Gemeindeversammlung.

2030 nur noch 44 von 67 Stellen besetzt

Derzeit gibt es im Kirchenkreis Plön-Segeberg 67 Pfarrstellen. Davon werden im Jahr 2030 nur noch 44 Stellen besetzt sein. In den Kirchengemeinden Reinfeld, Zarpen, Klein Wesenberg und Hamberge sollen von den insgesamt fünf Pfarrstellen nur noch dreieinhalb Stellen besetzt werden. Erhard Graf, Pastor der Kirchengemeinden Klein Wesenberg und Hamberge, wird Ende 2019 in den Ruhestand gehen. Reinfelds Pastor Bernd Berger wird die Karpfenstadt ebenfalls bald verlassen und Isabelle Wolffson, Teilzeit-Pastorin in Zarpen, wird im März 2019 in Mutterschutz gehen.

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Um zu verhindern, dass Pfarr-Arbeit nur noch in den Städten stattfindet, suchen die Kirchenkreise nach Lösungen, wie der Personalmangel gerecht verteilt werden kann. Dabei haben die Kirchengemeinden, ohne deren Zustimmung sich nichts ändert, Gestaltungsspielraum. Einen Arbeitstitel für eine mögliche Kooperation der Kirchengemeinden Reinfeld, Zarpen, Klein Wesenberg und Hamberge gibt es auch bereits: Kirchspiel Nordstormarn.

Aufschrei im Amt Nordstormarn

Ein möglicher Zusammenschluss und die Aussicht, dass die gemeinsame Pfarrstelle der Kirchengemeinden Klein Wesenberg und Hamberge nicht mehr besetzt werden könnte, hatte für einen Aufschrei im Amt Nordstormarn und bei den betreffenden Bürgermeistern gesorgt. Sie fürchteten um den Zusammenhalt in den Gemeinden und dass niemand vor Ort sei, wenn dringend pastoraler Beistand benötigt werde.

Auf der Kirchengemeindeversammlung überwogen dann die positiven Stimmen. Zu den Befürwortern gehört auch Kerstin Rühmling aus Heilshoop: „Wir haben auch keinen Pastor vor Ort. Man muss nur wissen, an wen man sich wenden kann.“ „Die Arbeit wird effektiver werden, vor allem was die Vorbereitungszeit angeht“, ist Isabelle Wolffson überzeugt. Klaus Delfs gab zu bedenken: „Wenn wir kein Kirchspiel haben, in dem die Pastoren zusammenarbeiten, kann es sein, dass die Pastorenstelle für Hamberge und Klein Wesenberg unbesetzt bleibt.“ Stefan Feilcke: „Mit zwei Kirchen aber nur einem Pastor bin ich im Harz aufgewachsen. Ich freue mich, dass ich den Prozess hier mitgestalten kann.“

„Dass die Kirchengemeinden zusammenarbeiten wollen, begrüße ich sehr. Aber muss man dafür ein Kirchspiel gründen? De facto heißt dass doch, dass in vielen Kirchengemeinden das Licht ausgeht“, gab Stefan Wulf zu bedenken, der ausdrücklich als Privatperson und nicht in seiner Funktion als Amtsdirektor an der Versammlung teilnahm. Seinen Antrag, dass sich der Kirchengemeinderat mit einem Votum für ein Kirchspiel Zeit lassen solle, lehnte die Gemeindeversammlung ab. Anfang des Jahres soll es in den anderen Gemeinden Versammlungen zu dem Thema geben. Dann stimmen die Kirchgemeinderäte ab. Ein Kirchspiel ist aber nur möglich, wenn alle dafür sind.

Petra Dreu

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