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Stormarn Die „Pfefferkörner“ ermitteln in der Müllverbrennungsanlage
Lokales Stormarn Die „Pfefferkörner“ ermitteln in der Müllverbrennungsanlage
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06:40 05.11.2019
Die Pfefferkörner ermitteln: Caspar (v.l.), Leander, Linda, Emilia, Charlotte und Regisseur Christian Theede. Quelle: Bettina Albrod
Stapelfeld

Was könnte für einen Kinderfilm besser als Kulisse geeignet sein als eine Müllverbrennungsanlage? Zumindest dann, wenn es um einen Umwelt-Krimi geht, in dem „Die Pfefferkörner“ auf eigene Faust ermitteln. Die fünf Kinderdetektive zwischen neun und zwölf Jahren, die die Hauptrollen im zweiten Kinofilm „Die Pfefferkörner und der Schatz der Tiefsee“ spielen, waren für die Dreharbeiten am Montag in Stapelfeld zu Gast, wo die Anlage einen Tag lang zum Schauplatz für den Film zu der Reihe wurde, die als TV-Serie seit 20 Jahren über den Bildschirm flimmert. Zwischen Brennofen und Müll-Entladestation waren die Spürnasen im Dienste der Umwelt den bösen Machenschaften ihres Gegenspielers auf der Spur.

Heino Ferch spielt den Bösewicht

Drängende Fragen gilt es zu lösen: Was führt Heino Ferch als Müllhändler Robert Fleckmann im Schilde, wer hat Meeresbiologin Jaswinder (Meriam Abbas) vom Forschungsschiff entführt, und was steht in den verschwundenen Geheimdokumenten? Das wollen die Pfefferkörner herausfinden.Und dann sind da noch Jaswinders Forschungsassistenten Patrizia (Sonja Gerhardt) und Oliver (Max Riemelt), die sich in letzter Zeit sehr seltsam verhalten haben...

Linda und Leander ermitteln in der MVA. Quelle: Bettina Albrod

„Im ersten Kinofilm ging es um das Thema Wasser, im zweiten geht es um Plastikmüll“, erläutert Holger Ellermann von der Letterbox-Filmproduktion, einer Tochter von Studio Hamburg. „Umweltschutz ist ein Thema, das Kinder interessiert.“ Linda, Leander, Emilia, Caspar und Charlotte können das nur bestätigen. Sie sind die jungen Stars des Kinofilms und auch der 15. Staffel der Serie. Umweltschutz ist auch für sie ein Anliegen. „Wir achten beim Einkaufen darauf, keine Plastiktüten zu nehmen“, sagt Leander, und Caspar betont, dass sie zu Hause kein Auto haben.

Diversität soll gezeigt werden

Das Drehen mache Spaß, und sie würden sich alle gut verstehen. Das ist auch für Holger Ellermann wichtig. „Beim Casting wird darauf geachtet, wer als Gruppe zusammenpasst.“ Denn neben Abenteuer, Krimi und Humor solle der Film auch zeigen, was man erreichen kann, wenn man zusammenhält. Wert wird außerdem auf Diversität gelegt. „Es spielen Kinder mit unterschiedlicher Herkunft mit, wir zeigen das moderne Deutschland, und soziale und ethnische Diversität sind typisch für Hamburg“, sagt Ellermann

Zwei Schulklassen aus Stapelfeld durften den Drehort besuchen. Quelle: Bettina Albrod

An Drehtagen keinen Schulunterricht

Die Hansestadt ist der Stammsitz der Detektive, den sie für andere Drehorte verlassen müssen. „Kino braucht spektakuläre Bilder“, stellt Ellermann klar. Drehbeginn war deshalb in Irland, aber auch Rügen, Stralsund und Stapelfeld spielen mit. „Dazu gibt es ein paar Fahrrad-Stunts, und wir sind froh, so charismatische Schauspieler wie Heino Ferch mit dabei zu haben.“ Unterricht haben die Schauspieler an den Drehtagen nicht. „Die Schule gibt uns frei“, versichern die jungen Darsteller, „unsere Klassenkameraden gönnen uns das.“ Statt Mathe müssen die ermittelnden Mimen Texte lernen, und manche Szene wird wieder und wieder gedreht, bis sie endlich im Kasten und Regisseur Christian Theede zufrieden ist. Der Geruch in der Müllverbrennungsanlage stört die Spürnasen nicht: „Da gewöhnt man sich schnell dran.“

Crew und Produktionsteam am Set, das diesmal die MVA in Stapelfeld war. Quelle: Bettina Albrod

Spannend war der Drehtag auch für zwei vierte Klassen der Grundschule Stapelfeld: Sie durften am Vormittag am Set zugucken und sich ein Bild von der Arbeit der Jungschauspieler machen. „Das ist ein Angebot, das wir den Schulen gemacht haben“, erklärt Unternehmenssprecher Roland Philipp , „wir wollten das als Anregung in unserer Standortgemeinde geben.“

Der Kinofilm

Die preisgekrönte Kinder-TV-Serie„Die Pfefferkörner“ ist seit 20 Jahren aus dem Familienprogramm der ARD nicht mehr wegzudenken. Der Kinofilm ist eine Produktion von Letterbox-Filmproduktion in Koproduktion mit der Nordfilm, ARD/NDR, Senator Filmproduktion und Studio Hamburg UK als Service-Produzent in Nordirland. Das Projekt wird gefördert von der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, Nordmedia, Mitteldeutsche Medienförderung und Northern Ireland Screen. Das Verleihunternehmen Wild Bunch Germany wird den Film 2020 bundesweit im Kino starten.

Den ersten Kinofilmum die Hamburger Spürnasen, „Die Pfefferkörner und der Fluch des schwarzen Königs“ (2017), hatten Studio Hamburg zufolge in Deutschland und Österreich knapp 400 000 Menschen gesehen.

Den Schülern gefiel es, ihre Fernsehhelden live zu erleben, und auch der Rahmen war für sie spannend. Mit Helm und Schutzbrille ging es an die Drehorte, und für später ist eine Führung zum Thema Mülltrennung geplant. „Die Schule hat das Thema gleich in den Unterricht aufgenommen“, sagt Philipp. Für die jungen Filmstars gehen mit den Aufnahmen in der Müllverbrennungs-Anlage die Dreharbeiten zu Ende. „Die Pfefferkörner und der Schatz der Tiefsee“ nach dem Drehbuch von Dirk Ahner soll im Herbst 2020 in die Kinos kommen.

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Von Bettina Albrod

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