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Stormarn Polizei: In Stormarn wird weniger eingebrochen
Lokales Stormarn Polizei: In Stormarn wird weniger eingebrochen
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20:10 19.03.2018
Stellten die Kriminalstatistik 2017 vor: Kriminaloberrat Hans-Jürgen Köhnke aus Bad Oldesloe sowie der Leitende Polizeidirektor Jürgen Funk, Chef der Polizeidirektion Ratzeburg. Quelle: Foto: Unk
Bad Oldesloe

Der Chef der für das Herzogtum Lauenburg und Stormarn zuständigen Polizeidirektion (PD) Ratzeburg präsentierte gemeinsam mit dem Leiter der Kriminalinspektion in Bad Oldesloe, Hans-Jürgen Köhnke, die Kriminalstatistik für die beiden Kreise. Der leichte Anstieg der registrierten Straftaten um 2,0 Prozent gegenüber 2016 ist vor allem in der leichten Zunahme von Delikten im Kreis Stormarn, und dort im Hamburg-nahen Südkreis, begründet.

Hier stieg die Kriminalitätsrate um 4,4 Prozent, im Nachbarkreis Herzogtum Lauenburg sank sie um ein Prozent. Die meisten Straftaten wurden in Ahrensburg (2464 = +44), Bad Oldesloe (2117 = +21) und Geesthacht (2001 = +3) gezählt. „Stark aufgeholt“, so Köhnke, habe vor allem Bargteheide (1370 = +246). Das lasse sich beispielsweise auf viele Sachbeschädigungen im Bereich des dortigen Schulzentrums zurückführen. Aber auch Ratzeburg und Lauenburg haben zugelegt, wenn auch auf niedrigerem Niveau.

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Bei den Häufigkeitszahlen, einer Vergleichsstatistik, die die Anzahl der Straftaten mit 100000 multipliziert und durch die Einwohnerzahl dividiert, sieht es dagegen besser aus. Die seien insgesamt zurückgegangen, damit lebe es sich „sicherer als in den größeren Städten und vielen anderen Kreisen des Landes Schleswig-Holstein“, so Funk. Zudem stieg die Aufklärungsquote in der PD von 46,8 auf 47,7 Prozent.

Auffällig, so Köhnke, seien kreisspezifische Zu- oder Abnahmen bestimmter Deliktgruppen. So stieg im Lauenburgischen die Zahl der Brandstiftungen um 50 Prozent auf 81 an (Grund: Brandstiftungen an Autos in und um Schwarzenbek), währenddessen in Stormarn die Zahl der Betrugsfälle um 560 Fälle auf 1757 (= +46,8 Prozent) stark anstieg. Unter diese Deliktgruppe fallen Warenbetrug (bestellte und nicht gelieferte Ware) mit + 47 Taten auf 219, Schwarzfahrten (+78 auf 291), Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen (+128 auf 146) und Computerbetrug (+62 auf 214).

Was Köhnke und seinen Kollegen derzeit zu schaffen macht ist die Vielzahl der Delikte zum Nachteil älterer Menschen. Schon länger bekannt sind die Versuche Krimineller, durch den sogenannten „Enkel-Trick“ ältere Bürger um ihr Erspartes zu bringen. In jüngster Zeit verzeichneten die Beamten einen starken Anstieg von Betrugsfällen unter dem Stichwort „falsche Polizeibeamte“. Hier gibt es keine gesicherten Zahlen, allerdings lagen die bekannt gewordenen Taten bei 347 (SH-weit: 649). Köhnke mahnte vor allem ältere Mitbürger eindringlich: „Lassen Sie grundsätzlich keine Unbekannten in Ihre Wohnung und fordern Sie von angeblichen Amtspersonen, zum Beispiel Polizisten, den Dienstausweis. Die Polizei wird Sie nie um Geldbeträge bitten!“

Der Anteil der Schwerkriminalität spielte nur eine geringe Rolle. Insgesamt erfasste die Polizei zwölf Tötungsdelikte, neun in Stormarn (darunter zwei Morde) und drei im Herzogtum. Die Aufklärungsquote lag jeweils bei 100 Prozent.

Durch ihre Schwerpunktsarbeit „Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls“ erreichte die Polizei 2017 einen deutlichen Rückgang von -20,4 Prozent auf 1061 Fälle, auch die Aufklärungsrate hier stieg von 7,4 auf 11,9 Prozent. Dagegen nahm die Zahl der Kfz-Diebstähle deutlich zu von 228 auf 362. Das sei, so Köhnke, gewissermaßen auch ein Zeichen für die gestiegene Kaufkraft der Menschen. Denn der wirtschaftliche Schaden durch die Autodiebstähle betrug insgesamt 10,3 Millionen Euro. Im Durchschnitt sei das ein Schaden je Autodiebstahl im Lauenburgischen von durchschnittlich 27000, im Stormarnschen von 36000 Euro.

Von Joachim Strunk