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Stormarn Neue Spur im Fall der vermissten Ivonne Runge: Woher kam das Handy?
Lokales Stormarn Neue Spur im Fall der vermissten Ivonne Runge: Woher kam das Handy?
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14:22 20.09.2018
An dieser Bushaltestelle in Schlamersdorf stieg Ivonne Runge offenbar aus. Dann verliert sich ihre Spur. Im Januar wurde hier ihr Handy gefunden. Quelle: mc
Bad Oldesloe

Im Fall der vermissten Ivonne Runge aus Schlamersdorf verfolgt die Kriminalpolizei neue Spuren. In der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ wurde deutlich, warum die Polizeidirektion Lübeck mittlerweile nach Zeugen für den 14. Januar 2018 sucht.

An dem Tag – fast drei Monate nach dem Verschwinden der Frau – tauchte plötzlich das Handy der Frau wieder auf. Ihr Freund, mit dem sie erst seit einigen Wochen zusammen war, fand das Telefon in ihrem Wohnort Schlamersdorf exakt an der Stelle, an dem ihr ehemaliger Lebensgefährte Ivonne Runge am Abend des 25. Oktober 2017 gegen 23 Uhr abgesetzt haben will. Sie war zuvor bei ihm, um Papierkram zu erledigen. So hatte sie es in einer Whatsapp-Nachricht an ihren neuen Freund geschrieben.

Die Polizei ist mit diesen Fotos auf der Suche nach weiteren Hinweisen. Was es mit den Autos genau auf sich hat, verrät sie nicht.

Weil es ihr an dem Abend gesundheitlich nicht so gut ging, fuhr sie ihr Ex-Freund mit ihrem Opel-Astra-Cabriolet nach Hause – aber nicht bis vor die Haustür. Etwa 200 Meter vor ihrer Wohnung stieg sie offenbar an einer Bushaltstelle am Ortseingang aus, um noch etwas frische Luft zu schnappen. Ihr Ex-Freund fuhr zurück zu sich nach Rümpel und wollte sie nächsten Morgen wieder abholen. So schilderte er es gegenüber der Polizei.

Wo indes die 39-jährige Ivonne Runge hinging oder was danach in Schlamersdorf passierte, ist bis heute unklar. Klar ist nach Angaben der Polizei jedoch, dass die Frau an besagtem Abend ihre Wohnung nicht mehr betrat. Gegen ihren Ex-Freund bestand kurz danach ein Anfangsverdacht, der sich jedoch nicht erhärten ließ.

Polizei geht von Tötung aus

Nach der Vermisstenmeldung und dem anschließenden Verdacht auf ein Tötungsdelikt durchsuchte die Polizei das Gebiet in und um Schlamersdorf in der Gemeinde Travenbrück großflächig und intensiv – unter anderem auch mit Leichenspürhunden, jedoch ohne Ergebnis.

Umso überraschender ist der Fund des Smartphones am 14. Januar, „Wir haben keinerlei Zweifel an der Version des Lebensgefährten von Ivonne Runge“, erklärte Polizeihauptkommissar Frank Hansen in der Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ am Mittwochabend. „Irgendjemand muss das Telefon dort abgelegt oder vielleicht aus dem Auto geworfen haben.“ Überzeugt ist die Kripo indes davon, dass Ivonne Runge nicht mehr lebt. „Darauf deuten die Gesamtumstände hin“, sagte Hansen, ohne dies aus ermittlungstaktischen Gründen näher zu erläutern.

Handy wird jetzt ausgewertet

Neben dem Opel Astra fragt die Polizei auch immer wieder nach einem weißen Kia Sorento, ohne weiter auf die Hintergründe einzugehen. Er wurde offenbar am 25. Oktober in Schlamersdorf gesehen, vielleicht auch am 14. Januar. Die Lübecker Kripo sucht daher Zeugen, die am 14. Januar oder vorher verdächtige Personen oder Fahrzeuge in der Nähe der Bushaltestelle gesehen haben.

Die Staatsanwaltschaft Lübeck hat mittlerweile auch 5000 Euro Belohnung für entscheidende Hinweise ausgelobt. Nach der Aktenzeichen-XY-Sendung am Mittwoch sind bei der Polizei neue Hinweise eingegangen, wenn auch wenige. „Die werden jetzt alle geprüft“, sagte gestern Polizei-Sprecher Maik Seidel.

Große Hoffungen setzt die Kripo unterdessen in die Auswertung des gefundenen Smartphones. „Es war in erstaunlich gutem Zustand und betriebsbereit“, sagte Hauptkommissar Hansen im ZDF-Studio. Bislang konnte die Polizei es noch nicht entschlüsseln, doch das Landeskriminalamt ist guter Dinge, bald an die Daten zu kommen und vor allem die letzten Whatsapp-Chats auszuwerten.

 

Markus Carstens

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