Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Polizeichef kritisiert Digitalfunk
Lokales Stormarn Polizeichef kritisiert Digitalfunk
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:09 18.01.2014
Wolf-Rüdiger Traß. Quelle: Markus Carstens
Bad Oldesloe

Der Leiter der Polizeizentralstation Bad Oldesloe, Wolf-Rüdiger Traß, dankte der Feuerwehr Bad Oldesloe anlässlich der Jahresversammlung der Wehr für die gute Zusammenarbeit und wünschte sich für die Zukunft, dass die Feuerwehren der Polizei ihre Unterstützung bei Laternenumzügen zuteil werden lassen. Dann griff Traß erneut das Thema Digitalfunk auf und sagte: „Die Polizei hat den Digitalfunk inzwischen schon, und zwar mit allen Störungen, die man sich vorstellen kann. Weitestgehend funktioniert das, allerdings ist es sehr gewöhnungsbedürftig und in Stresssituationen stoßen wir an unsere Grenzen.“

Das liege an der Technik, die die Verantwortlichen gewählt hätten. Eine Technik, die europaweit ausgeschrieben worden sei. Traß: „Es ist schlecht, wenn eine Firma aus Österreich in Norddeutschland tätig wird. Es funktioniert, wie gesagt, nur eingeschränkt. Wenn man die Sprechtaste drückt, muss man erst tief Luft holen, warten und dann erst sprechen, da das Gerät erst freischalten muss. Und der Beamte am anderen Ende der Leitung bekommt dann einen Schlag aufs Ohr, weil es erst sehr laut ist und dann erst leiser wird. Das ist Digitalfunk 2014.“ Unter dem lauten Gelächter aus dem Publikum sagte der Polizeichef, dass er sich freue, wenn die Feuerwehr das auch bekomme.

Die Polizeibeamten seien offenbar die Probehörnchen, die das ausprobieren dürften. Landesweit, so Traß, habe man 138 Funkmasten aufgestellt. Es fehlten derzeit noch 40 Masten. Erst wenn die alle aufgestellt seien, solle der Digitalfunk komplett funktionieren. Dann werde sicherlich auch die Feuerwehr den Digitalfunk bekommen. An Tassilo von Bary gewandt fuhr Traß fort: „Herr Bürgermeister, das wird noch eine teure Tasse Tee. Man hat sich offenbar verschätzt bei den Kosten, die der Digitalfunk so mit sich bringt.“

Den Feuerwehren wünschte der Erste Polizeihauptkommissar schon jetzt viel Spaß bei der Ausbildung auf die neue Technik: „Die Geräte können viel mehr, als wir zurzeit nutzen können. Das liegt ganz einfach daran, dass die Firma, die uns das als segensreiches Angebot geschickt hat, selbst immer wieder nachbessern muss, damit überhaupt etwas funktioniert.“ jeb

Neuer Mitarbeiter beim Kreis Stormarn
Der Kreistag hat inzwischen eine neue Stelle im Stellenplan beschlossen. Demnach soll künftig ein Mitarbeiter für Programmierung der Geräte und die Unterstützung der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben beim Digitalfunk eingestellt werden. Außerdem muss der Mitarbeiter bei jedem Gerät regelmäßig Softwareupdates durchführen. Diese Stelle soll möglicherweise bei der Kreisfeuerwehrzentrale in Nütschau angesiedelt werden. Ob es dann bei dieser einen Stelle bleiben wird, muss sich allerdings erst zeigen. Experten rechnen damit, dass das nicht reichen wird. jeb

LN