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Stormarn Prozess: Zweijähriger im Teich ertrunken
Lokales Stormarn Prozess: Zweijähriger im Teich ertrunken
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19:30 17.06.2019
Das Ahrensburger Amtsgericht. Quelle: Bettina Albrod
Ahrensburg

Ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit hat vor drei Jahren dazu geführt, dass ein zweijähriger Junge bei einem Ausflug zu einem Jugendheim in Hoisdorf in einen Teich fiel und ertrank. Wegen fahrlässiger Tötung und Unterlassung der Aufsichtspflicht steht seit Montag eine 33-jährige Erzieherin in Ahrensburg vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau vor, den Uferbereich des Sees und die daran angrenzende Wiese nicht durchgehend im Blick gehabt und daher nicht bemerkt zu haben, dass das Kleinkind sich dem Teich näherte und hinein fiel. Als Nebenkläger sind die Eltern des Kindes vertreten.

20 Kinder und sieben Betreuer  

Am 18. Juli 2016 war eine Hamburger Kita mit knapp 20 Kindern und sieben Betreuern in das Jugendheim gefahren. Der Tag wurde mit Spielen im Freien verbracht. Von einer Decke am Ufer aus behielten drei Erzieher die Kinder im Blick, weitere waren im oberen Bereich des Geländes präsent. Als zwei Aufsichtspersonen ins Haus gingen, um das Abendessen vorzubereiten, blieb die Angeklagte alleine als Aufsicht am Ufer. Zwei weitere Betreuer spielten weiter oben im Gelände mit den Kindern Fußball, beziehungsweise machten Fotos. „Obwohl die Unberechenbarkeit von Kindern bekannt war, hatte die Angeklagte die Kinder nicht immer im Blick“, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Das habe dazu geführt, dass der kleine Junge sich unbemerkt entfernt habe und in den Teich gefallen sei.

Ein Großaufgebot von Rettungskräften hatte nach dem Kind gesucht. Quelle: radio tele nord

„Das war der schrecklichste Tag in meinem Leben“, ließ die Angeklagte durch ihre Verteidigerin verlesen – selber wollte sie sich vor Gericht nicht äußern. „Ich hatte das Kind gerade noch gesehen.“ Dann habe sie sich für 20 bis 30 Sekunden abgewendet, um die Kescher am Ufer einzusammeln. In der Zeit geschah das Unglück. Während die Angeklagte sich in ihrer Erklärung offen über den Hergang äußerte, warf sie der Staatsanwaltschaft andererseits Ungerechtigkeit vor. „Es ist nicht gerecht, dass sie als einzige beschuldigt wird“, so ihre Verteidigerin, „auch die anderen beiden Personen im Außenbereich hatten die Aufsichtspflicht.“

Anfangsverdacht gegen weitere Aufsichtspersonen

So, wie diese mit Fotos und Fußballspiel beschäftigt gewesen seien, habe ihre Mandantin als Beschäftigung das Aufräumen gehabt. Zudem sei der Junge später in einem anderen Uferbereich weiter weg gefunden worden. Die Angeklagte ließ weiter erklären, dass es vor Ort strenge Sicherheitshinweise gegeben habe. Sie könne sich nicht erklären, warum es im ersten Schreiben der Staatsanwaltschaft „schicksalhafter Verlauf“ geheißen habe, während ihr jetzt Fahrlässigkeit und Unterlassung zur Last gelegt würden.

Die Ausführungen der Verteidigung führten dazu, dass möglicherweise gegen zwei weitere Betreuer aus der Gruppe ermittelt wird, die sich zur Unfall-Zeit ebenfalls im Außenbereich aufhielten. Sie sollten eigentlich als Zeugen aussagen, wurden aber nun darüber belehrt, dass auch auf sie ein Ermittlungsverfahren zukommen könnte, weil ein Anfangsverdacht gegen sie bestehe. Daraufhin machten beide von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Eine dritte Zeugin wurde für später geladen, da ihre Deutschkenntnisse nicht ausreichten, um dem Prozess folgen zu können. Sie soll eine Dolmetscherin zur Seite bekommen. Den übrigen Zeugen – zwei weiteren Betreuern – fiel es schwer, über das Geschehen zu sprechen.

Prozess wird fortgesetzt

Für den Prozess sind drei Verhandlungstage festgesetzt. Er soll am Montag, 24. Juni, und am Montag, 8. Juli, jeweils um 9 Uhr fortgesetzt werden. Dann sollen unter anderem die Rettungskräfte und ein Gutachter gehört werden.

Ein Erzieher, der damals als Auszubildender im Praktikum dabei war, hatte eine Gruppe Kinder am Spielplatz betreut. „Plötzlich herrschte am See unten Unruhe.“ Er habe mit gesucht, während die Angeklagte die Polizei gerufen habe. „Das war erst zwei bis drei Minuten, nachdem das Fehlen des Kindes bemerkt worden war.“ Auch ein Kriseninterventionsteam sei erschienen. Leider habe er dann miterlebt, wie das Kind gefunden wurde. Der Zeuge machte deutlich, dass in der Kita alle Zuständigkeiten gut abgesprochen wurden. „Fahrlässig war da eigentlich gar nichts.“ Eine weitere Zeugin, die zur Zeit des Unfalls im Haus beschäftigt war, brach in Tränen aus und konnte sich an die Geschehnisse kaum erinnern. „Das ist alles ein großes, schwarzes Loch.“

Bettina Albrod

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