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Stormarn Raiffeisenbank kauft Bargteheider Bahnhof
Lokales Stormarn Raiffeisenbank kauft Bargteheider Bahnhof
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17:27 08.10.2018
Der Bargteheider Bahnhof gehört jetzt der Raiffeisenbank. Quelle: Giese
Bargteheide

 Die Raiffeisenbank eG in Bargteheide hat den Bargteheider Bahnhof gekauft. Das teilte Kim Telje Giesche, Sprecherin der Raiffeisenbank Bargteheide, jetzt mit. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Neugestaltung des Bahnhofs-Umfeldes, die bereits Thema eines Bürger-Dialogs war, soll demnächst beginnen.

„Wir freuen uns sehr, uns mit dem Erwerb des Bahnhofsgebäudes in Bargteheide aktiv an der Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes beteiligen zu können“, so Mathias Behr, Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank. Am 2. Oktober habe die Bank offiziell das Bargteheider Bahnhofsgebäude erworben. Mit ihr finde sich nun ein neuer Eigentümer, der die Entwicklung in Bargteheide aktiv mitgestalte. „Die Raiffeisenbank ist fest vom Standort Bargteheide überzeugt und möchte die Stadt nicht nur mit dem eigenen ökologischen Bauprojekt „Wohnquartier Am Krögen“, sondern auch mit dem „kleinen Tor zur Welt“, dem Bahnhofsgebäude, voranbringen und die Attraktivität für die Zukunft steigern“, heißt es in der Mitteilung weiter.

„Der Kauf des Bahnhofsgebäudes durch die Raiffeisenbank stimmt mich zuversichtlich, dass gewinnbringende Lösungen für das Bahnhofsumfeld zu erwarten sind“, erklärte Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht. Mit der neuen Eigentümerin habe man nun jemanden, der sich dem Gebäude entsprechend widmen werde. „Der bislang anhängige Rechtsstreit um die besagte Fläche für Fahrradstellplätze ist mit dem Kauf durch die Raiffeisenbank hinfällig.“ Bei dem Streit ging es um 160 Quadratmeter Fläche südlich des Bahnhofsgebäudes, auf der die Fahrradständer stehen und für die die Stadt das Vorkaufsrecht hat. Sie sind als öffentliche Verkehrsfläche im Bebauungsplan eingetragen. Im Konflikt ging es um Fragen der Pachtsumme, um die Grundsteuer und um die Kosten der Straßenreinigung.

„Die Deutsche Bahn ist der Hauptmieter“, erklärte Kim Telje Giesche von der Bank, „bis die S 4 fertig ist, wird sie das Gebäude auf jeden Fall brauchen.“ Von daher ändere sich bei der Vermietung nichts. „Alle notwendigen Reparaturen zur Gebäudesubstanz sollen jetzt vorgenommen werden.“ Die Bank habe das Gebäude gekauft, um ihren Immobilienbestand weiter aufzubauen. Sie steht auch hinter dem Projekt eines Ökodorfes, das im Neubaugebiet „Am Krögen“ entsteht. Der Gerichtsprozess mit dem vorherigen Eigentümer um eine kleine Fläche am Haus, die die Stadt als Fahrradstellfläche nutzen möchte, sei mit dem Kauf gegenstandslos geworden, bestätigt Kim Telje Giesche.

Der Bargteheider Bahnhof stammt aus dem Jahr 1865. Das Gebäude wurde 2012 von Stephan Gloge aus Bargfeld-Stegen gekauft, als die Deutsche Bahn es zum Verkauf anbot. Die Stadt hatte damals kein Interesse an der Immobilie. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude bietet neben dem Bereich der Bahn mehrere Wohnungen. Die Stormarner Grünen haben im Haus ihre Geschäftsstelle. Nach dem Tod Gloges stand die Immobilie nun erneut zum Verkauf.

2016 hatte die Stadt Bargteheide erstmals Bürger zu einem „Stadtdialog Bargteheide“ eingeladen. Ziel war es, den Einwohnern Planungsalternativen für die zukünftige Entwicklung ihrer Stadt vorzustellen, diese mit ihnen zu diskutieren und mit dem gewonnenen Stimmungsbild in den politischen Gremien weiter zu arbeiten. 2018 wurde die Arbeit mit einer zweiten Veranstaltung wieder aufgenommen. Von Bürgern liegen Vorschläge vor wie beispielsweise den Bahnhofsvorplatz als Platz zu gestalten, die Optik des Gebäudes ansprechender zu gestalten, für attraktive Unterquerungen zu sorgen oder ausreichend Platz für zukünftige Verkehrsformen zu schaffen. Dazu könnte eine Park & Ride-Anlage an der Ostseite geschaffen werden.

Genossenschaft

Die Idee der Genossenschaft entstand im 19. Jahrhundert. Aus Selbsthilfe-Einrichtungen wurde ein Modell, das sich bis heute bewährt. „Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele." Diese Überzeugung der Gründungsväter Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitzsch teilen Genossenschaftsbanken seit über 160 Jahren. Seit November 2016 gehört die Genossenschaftsidee zum Unesco-Kulturerbe – sie wurde in die „Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit“ aufgenommen.

Bettina Albrod

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