Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Rehhorster startet Roadtrip quer durch den Balkan
Lokales Stormarn Rehhorster startet Roadtrip quer durch den Balkan
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:00 20.08.2019
Andre Woyand mit seinem 525er BMW. Autoservice Henkel aus Reinfeld hat das Auto reisefit gemacht. Die Firma Werbe-Folie aus Westerau hat Shirts und Aufkleber gesponsert. Woyands Arbeitgeber Kattwinkel Transporte bezuschusst die Spritkosten. Quelle: Britta Matzen
Rehhorst

Sein BMW ist 22 Jahre alt und hat 360 000 Kilometer auf der Uhr: Damit wagt Andre Woyand ein abgefahrenes Abenteuer. Er fährt quer durch Süd-Ost-Europa – von Dresden über Budapest, Sofia, Tirana, Sarajewo, Istrien bis nach Salzburg. Balkan Express heißt die Adventure-Rallye, bei der 100 Teams an den Start gehen. Die Straßenverhältnisse können stark variieren: Von trockener Asphaltpiste in der Puszta bei 35 Grad über Schotterpisten im Hochgebirge mit Regen und Hagel bis hin zum Balkan-Slalom-Schlagloch-Parcours ist alles dabei. „Ich bin gespannt, was mich erwartet“, sagt der 53-jährige Rehhorster. Ursprünglich wollte er mit seinem Sohn an dem Roadtrip teilnehmen. „Aber Paul hat eine Lehrstelle bekommen, deshalb fahre ich allein.“ Ehefrau Michaela wollte nicht mit. „Das ist nicht meine Art von Urlaub. Ich hab’s lieber entspannt“, sagt sie lachend.

Kein Navi, kein GPS, keine Autobahn

Die Regeln für die Teilnahme an dem Rennen sind klar definiert: Es muss ein Old-School-Fahrzeug sein, mindestens 20 Jahre alt. Außerdem gilt: kein Navi, kein GPS, keine Autobahn. „Dafür gibt es aber mehr Abenteuer“, weiß Woyand.

Andre Woyand hat schon 2018 am Baltic Sea Circle teilgenommen. 7500 Kilometer ging es durch alle Länder rund um die Ostsee. Hier ein paar Eindrücke aus seinem Roadbook.

Der hauptberufliche Kraftfahrer ist bereits 2018 mit seinem BMW 525 Tds beim „Baltic Sea Circle“ mitgefahren. „Die Rallye ging über Skandinavien und das Nordkap nach Russland, Estland, Lettland, Litauen und Polen zurück nach Deutschland. 7500 Kilometer rund um die Ostsee“, erzählt Woyand. Was er auf der Tour alles erlebt hat, davon kann er stundenlang berichten. Vor allem, wenn er sein Roadbook hervorholt, das er damals beim Start bekommen hat. „In dem Roadbook sind die Aufgaben formuliert, die wir hatten. Zum Beweis mussten wir jeweils ein Foto aufnehmen und zum Schluss ausdrucken und einkleben.“ Ein richtiges Reisetagebuch ist so entstanden.

Tourbus von Abba fotografiert

„Oben in Schweden hatten wir die Aufgabe, einen alten Autofriedhof aufzusuchen.“ Andre Woyand und sein damaliger Teamkollege Max Gille entdeckten an dem verlassenen Ort mitten im Gestrüpp ein echtes Schätzchen: den original Tourbus der schwedischen Kultband Abba. „Der Bus musste natürlich mit aufs Foto.“

Am Tag darauf war die Rallyeaufgabe allerdings weniger angenehm: „Wir mussten eine geöffnete Dose des bösen schwedischen Stinke-Fischs Surströmming 200 Kilometer mit uns herumfahren. Ekliger geht’s nicht. Der riecht so faulig-intensiv. Nur gut, dass wir ihn nicht essen mussten.“

In Russland hatten Woyand und Kollege vor allem sehr freundliche Begegnungen. „Wir sollten Kartoffeln besorgen und jemanden fragen, ob er uns mitten in der Nacht ein Gericht daraus kocht.“ Für die Russen, auf die sie trafen, kein Problem. „Die haben uns um zwei Uhr morgens Bratkartoffeln zubereitet.“

Begegnung mit warmherzigen Russen

Sogar die russische Polizei zeigte sich von ihrer warmherzigen Seite. „Das war mit das Schönste, was wir erlebt haben. Wir waren auf der Suche nach einem Campingplatz und fragten zwei Streifenpolizisten, die Geschwindigkeitsmessungen durchführten.“ Fragen war in dem Fall Zeichensprache: Woyand nahm Stift und Papier in die Hand und malte ein Zelt. Dazu machte er eine Geste für Schlafen. „Die Russen redeten hin und her, klopften mir auf die Schulter, packten ihr Lasergerät ein und gaben uns zu verstehen, dass wir ihnen folgen sollten.“ Gesagt, getan. Es ging durch einen Feldweg an einen idyllisch gelegenen See. „Dort war ein Waldstück mit hohen Pinien, wo wir campen durften. Das war einfach traumhaft und eine unheimlich nette Begegnung.“

Am Donnerstag, 22. August, startet Woyand mit seiner Balkantour. Er ist schon neugierig auf das Roadbook und die Aufgaben, die auf ihn und die anderen Teams warten. „Ich hoffe, wir haben auch die Gelegenheit, in Tschechien eine Brauerei zu besichtigen.“ Bier mag der Rehhorster besonders gern, und von dem tschechischen Gebrauten möchte er unbedingt was mit nach Hause nehmen.

Von Britta Matzen

Drei tolle Tage mit ganz viel Musik, Unterhaltung, sportlichen Aktivitäten, Feuerwerk und kulinarischen Genüssen rund ums Reinfelder Wappentier: Vom 30. August bis zum 1. September steigt am Herrenteich wieder das Karpfenfest – und soll noch größer werden als 2018.

20.08.2019

Der Fahrer eines Transporters hat am Montagabend auf der B75 in Reinfeld ein Auto beim Abbiegen übersehen. Die Fahrerin des entgegenkommenden Wagens konnte nicht mehr bremsen. Zwei Menschen wurden verletzt.

20.08.2019

Zum dritten Mal bietet der Kreissportverband die Lange Nacht des Sports an. 16 Vereine in Stormarn machen mit und bieten am 30. August kostenlose Kostproben zum Ausprobieren an.

19.08.2019