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Stormarn Reifen prallt in Gegenverkehr: Radmuttern an Notarztwagen gelöst
Lokales Stormarn Reifen prallt in Gegenverkehr: Radmuttern an Notarztwagen gelöst
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17:34 29.12.2016
Mitten während der Fahrt verlor der Notarztwagen aus Hamburg seinen linken Zwillingsreifen. Obwohl das Rad in den Gegenverkehr rollte, gab es keine Verletzten. Quelle: Peter Wüst/RTN
Großhansdorf

Der Notarztwagen (NAW) mit der Funkkennung 73/52 des Deutschen Roten Kreuzes aus Hamburg war mit einer Patientin auf dem Weg in die Lungenclinic in Großhansdorf, als sich etwa 200 Meter vor dem Ziel auf dem Wöhrendamm die Zwillingsreifen auf der linken Seite lösten und der NAW auf der Felge stehen blieb. Zum Glück sei aber dem Patienten, der Notärztin und den beiden Rettungssanitätern bei dem Unfall nichts passiert. Unverletzt blieb auch Meike Artope (52) aus Großhansdorf, in deren VW Sharan die beiden Reifen geprallt sind.

Der Zwillingsreifen des Notarztwagens prallte gegen den VW Sharan einer 52-Jährigen. Quelle: Peter Wüst/RTN

"Das macht uns große Sorgen", sagte Jan Reichert, Betriebsleiter Rettungsdienst, noch am Unfallort. "Wir hatten gerade zwei weitere Fälle von gelösten Radmuttern bei unseren Rettungswagen in Hamburg festgestellt. Nicht auszudenken, was auf der Autobahn hätte passieren können, der Notarztwagen sollte im Anschluss an den Großhansdorfer Einsatz noch eine Patientenverlegung nach Hamburg fahren." Die Polizei ermittelt nun gegen Unbekannt wegen des gefährlichen Eingriffes in den Straßenverkehr. Die Hamburger Berufsfeuerwehr hat darüber hinaus Sofortmaßnahmen ergriffen - auch mit Blick auf die weiteren Vorfälle vor kurzer Zeit. Laut Feuerwehrsprecher Torsten Wessely müssen die Fahrzeuge nun vor jeder Fahrt und auch nach der Rückkehr in der Wache kontrolliert werden. Steht ein Auto zudem länger unbewacht an einer Einsatzstelle, sollen die Rettungskräfte vor der Weiterfahrt ebenfalls das Auto inspizieren.

Es ist nicht das erste Mal, dass so etwas in Schleswig-Holstein passiert. Erst an Heiligabend waren von bisher unbekannten Tätern an einem Rettungswagen der Kieler Feuerwehr zwei Radmuttern stark und zwei weitere leicht gelockert worden. Zum Glück hatte die Besatzung bei der Fahrt ein Geräusch an der Vorderachse gehört und die gelösten Radmuttern rechtzeitig bemerkt. Auch im Raum Segeberg und Norderstedt hat die Polizei in der jüngsten Vergangenheit mehrere Fälle von gelösten Radmuttern an Rettungsfahrzeugen feststellen müssen. Bisher gibt es aber von den Tätern noch keine Spur.

Peter Wüst

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