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Stormarn Gesperrte Schule: Asbest-Belastung noch viel schlimmer
Lokales Stormarn Gesperrte Schule: Asbest-Belastung noch viel schlimmer
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18:35 12.12.2018
Mit solchen Geräten wird im Schulzentrum gemessen. Quelle: mc
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Reinbek

Schock für Lehrer, Schüler sowie auch Verwaltung und Reinbeks Stadtpolitiker: Bei neuen Messungen zur Asbest-Belastung im Schulzentrum Mühlenredder stellte sich heraus, dass eine Etage des Förderzentrums extrem hohe Werte aufweist. In einem Raum wurde sogar ein Wert gemessen, der 26-mal höher liegt als ein kritischer Grenzwert.

„Sämtliche Bereiche sind im roten Bereich. Am stärksten betroffen ist der Eckraum der Schulsozialarbeit“, sagt Stadtsprecher Lennart Fey. Die Räume der Gemeinschaftsschule sind dagegen mäßig bis gar nicht belastet. „Eine Belastung der sich dort aufhaltenden Personen gilt nach derzeitigem Stand als unwahrscheinlich.“

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Die Messwerte, insbesondere die erheblichen Unterschiede der Schulen, die sich beide im Komplex des Hauptgebäudes in unmittelbarer Nachbarschaft befinden, seien bislang nicht plausibel zu erklären, so die Verwaltung. Die vermuteten Schadstoffquellen – Glasalplatten und Fensterkitt – scheinen nach bisherigen Erkenntnissen nicht allein ursächlich für die Belastung zu sein.

Verdächtige bauliche Veränderungen habe es nach jetzigem Kenntnisstand nicht gegeben. „Alle im Nachhinein angebrachten Installationen im Amalie-Sieveking-Förderzentrum verlaufen in asbestfreien Raumtrennern“, sagt Lennart Fey. Auf Nachfrage hätten auch die beauftragten Schadstoffgutachter keine zweifelsfreie Erklärung für diese Werte. Deren Vermutung liegt derzeit bei wetterbedingten Einflüssen auf die Fassadenelemente. Die Stadt hat umgehend eine Ursachenermittlung in Auftrag gegeben.

Die bemessenen Räume der Amalie-Sieveking-Schule werden nun auch künftig nicht mehr geöffnet und damit aufgegeben. Der gesamte Komplex wird laut Stadtsprecher Fey im Zuge der Sanierungsmaßnahme in 2019 zurückgebaut, sämtliche Schadstoffe werden entsorgt.

Wie mit den unbelasteten Gebäudeteilen verfahren wird, könne dagegen nur zusammen mit den Schülern, deren Vertretern sowie dem Lehrerkollegium entschieden werden. Eine Variante ist, weitere Container aufzustellen.

Die Vollrenovierung und der Teilneubau des gesamten Schulzentrums ist unterdessen mit sofortiger Wirkung beschlossene Sache. Der Bauantrag wurde bereits eingereicht und soll Anfang 2019 genehmigt werden. Die gesamte Maßnahme wird nach gut drei Jahren abgeschlossen sein und kostet etwa 27,5 Millionen Euro.

Das Schulzentrum war vor mehr als einer Woche komplett gesperrt worden, nachdem in zwei Räumen erhöhte Asbestwerte in der Raumluft gemessen worden waren.

mc