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Stormarn Reinfeld: Eltern wünschen sich längere Betreuungszeiten
Lokales Stormarn Reinfeld: Eltern wünschen sich längere Betreuungszeiten
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20:10 28.02.2018
„BetreuteGrundschul-zeit wird stark nachgefragt.“Anke Rohweder Leiterin Matthias-Claudius-Schule
„BetreuteGrundschul-zeit wird stark nachgefragt.“Anke Rohweder Leiterin Matthias-Claudius-Schule
Reinfeld

Den erhöhten Betreuungsbedarf hat eine Umfrage der Elternvertretung der Matthias-Claudius-Schule unter den Eltern der ersten und zweiten Klassen sowie der künftigen Grundschüler ergeben, die jetzt noch den Kindergarten besuchen. Mit dem Ausbau der Betreuung kämen auf die Stadt Folgemaßnahmen wie höhere Personalkosten oder die Schaffung von mehr Raumangebot und die Erweiterung der Mensa zu.

„Ältere Schüler haben andere Interessen in ihrer Freizeit.“Swen Trinkler Leiter Immanuel-Kant-Schule

Eltern müssten mit höheren Betreuungskosten rechnen.

Justus Winkler von der Elternvertretung der Matthias-Claudius-Schule stellte die Ergebnisse der Umfrage am Dienstag im Bauausschuss vor und legte einen Antrag für eine längere Betreuung vor. „Es gibt seit zwei Jahren im Schulelternbeirat Anfragen zu einer Ausweitung der Betreuung“, erklärte Winkler. Grund sei eine bessere Vereinbarkeit mit den Arbeitszeiten der Eltern.

Derzeit gibt es acht Gruppen für die betreute Grundschule mit insgesamt 202 Kindern. „Die Tendenz ist steigend“, erklärte Schulleiterin Anke Rohweder. Fünf Gruppen seien feste Angebote der Schule, drei weitere seien als befristetes Angebot dazugekommen. „Diese Verträge sollen jetzt dauerhaft entfristet werden“, erklärte Beate Horn von der Reinfelder Verwaltung, „das schreibt das Gesetz vor.“

Auch die Busverkehre und die Reinigung müssten an die neuen Zeiten angepasst werden.

Höhere Kosten erwartet

Für eine Aufhebung der Befristung bei der Betreuung müsse die Satzung geändert werden. „Wir rechnen mit etwa sieben Prozent Preiserhöhung, um kostendeckend arbeiten zu können“, so Beate Horn weiter.

Zusätzliche Personalkosten pro Monat bei einer 17-Uhr-Gruppe und die Einstellung einer zusätzlichen Kraft seien dann erforderlich. Es sei schwierig, Personal zu finden, das eine Gruppe bis 17 Uhr betreuen wolle. Zudem wecke das Angebot den Bedarf, so dass mit der Einrichtung von zwei bis drei weiteren Gruppen gerechnet werden müsse. „Die Elternbeiträge belaufen sich bei einer Betreuung bis 17 Uhr mit Mensa-Essen dann auf 270 Euro pro Monat.“ Laut Winkler wäre das kein Problem. „In den Kitas liegen die Beiträge noch höher.“

Auch der Raumbedarf und der Platzbedarf in der Mensa würden steigen, zudem würde mehr Schulsozialarbeit nötig, wenn Kinder zehn Stunden lang in der Schule verbrächten. „Unter anderem wäre die Einrichtung eines Ruheraums nötig.“ Aber die Eltern wünschten sich eine Anpassung der Betreuungszeiten an die Kita-Zeiten. Monika Poppe schlug vor, auf Container zurückzugreifen und den tatsächlichen Raumbedarf zu ermitteln. „Man könnte gucken, wo Doppelnutzungen der Räume möglich sind.“

Denn neben den betreuten Grundschulzeiten gibt es an der Grundschule wie auch an der Immanuel-Kant-Schule Angebote im offenen Ganztagsschulbereich. Während die laut Anke Rohweder an der Matthias-Claudius-Schule gut angenommen werden, läuft das Angebot an der Immanuel-Kant-Schule nur schleppend. „Ältere Schüler haben andere Interessen“, betonte Schulleiter Swen Trinkler. „Wir bieten acht Kurse und zwei Arbeitsgemeinschaften an. Für die Kurse bekommen wir keine Anmeldungen.“

Der Kurs „Abenteuersport“ sei ein Renner gewesen, aber jetzt kostenpflichtig und deshalb nicht mehr zustande gekommen. Im Ausschuss wurde kritisiert, dass der Anbieter SV Preußen elf Euro pro Monat für den Kurs nehme, während eine Mitgliedschaft im Verein nur neun Euro pro Monat koste und dann für alle Sportangebote gelte. Hierfür machte Beate Horn zusätzliche möglichicherweise entstehende Verwaltungskosten verantwortlich.

Als Lösung soll ein Aufruf in Reinfeld gestartet werden, ob es Menschen mit interessanten Tätigkeiten gibt, die bereit sind, im Rahmen der offenen Ganztagsschule Kurse an der Immanuel-Kant-Schule anzubieten. In einer Sondersitzung am 26. März und in gemeinsamer Sitzung von Bau- und Bildungsausschuss am 24. April sollen Beschlüsse gefasst werden.

Von Bettina Albrod