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Stormarn Viel mehr Güterzüge fahren durch Reinfeld
Lokales Stormarn Viel mehr Güterzüge fahren durch Reinfeld
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10:11 27.11.2019
Ein vertrauter Blick: Die Schranken am Bahnübergang Zuschlag sind geschlossen. Quelle: LN-ARCHIV
Reinfeld

Das zentrale Unternehmensziel der Deutschen Bahn, den Schienenverkehrslärm bis 2020 zu halbieren, sei so gut wie erreicht. Das erfuhren am Montag die Mitglieder und Zuhörer des Reinfelder Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr. Das jedoch dürfte für Reinfeld nur ein kleiner Trost sein, denn das, was laut Vorausschätzung des Bundes bis 2030 auf die Karpfenstadt zurollt, ist nicht ohne: 188 Züge sind für die Strecke berechnet, 88 davon sollen Güterzüge sein.

Derzeit rollen am Tag durchschnittlich 150 Züge durch Reinfeld. Darin enthalten sind nach Auskunft von Bahnsprecherin Sabine Brunkhorst 20 Güterzüge. Deren Anzahl soll laut Prognose für 2030 um mehr als das Vierfache auf 88 Güterzüge ansteigen. Sie werden nicht nur mehr, sondern auch länger: In zehn Jahren werden sie nicht mehr wie derzeit 740 Meter lang sein, sondern 835 Meter, heißt es seitens der Bahn. Zu den Güterzügen kommen rund 80 Züge des Personennahverkehrs und 20 Fernverkehrszüge hinzu.

„Alle 7,5 Minuten würde ein Zug durch Reinfeld rollen“

„Das wären ja acht Züge in der Stunde. Alle 7,5 Minuten käme ein Zug“ – dem Ausschussmitglied Christian Röhr (CDU) war das Entsetzen über das Ergebnis seiner Rechenkünste deutlich anzumerken. Daraus ergaben sich natürlich weitere Schlussfolgerungen, denn für jeden zusätzlichen Zug müssen auch die Bahnübergänge geschlossen werden. „Was ist denn dann mit den Rettungsfristen? Können wir die überhaupt einhalten? Wahrscheinlich doch eher nicht“, merkte Ausschussvorsitzender Dr. Stefan Weber (SPD) an. Und das verdeutlicht, welches Dilemma der Stadt bevorsteht.

Lösungen hatten die drei Bahnmitarbeiter, die mit dem Weiterbau der S 4 von Hamburg nach Bad Oldesloe und der Schienenanbindung der geplanten Fehmarnbeltquerung von Lübeck bis Puttgarden gleich zwei Mammutprojekte vor der Brust haben, jedoch nicht. Einziger Lichtblick: „Reinfeld wird auch weiterhin angeschaut. Falls zusätzlicher Lärmschutz erforderlich ist, wird nachsaniert“, versprach Bahn-Mitarbeiterin Janine Korczak.

Kommunen sollten jetzt aktiv werden

Den Ausschussmitgliedern legten sie ans Herz, sich mit den für Reinfeld zuständigen Bundestagsabgeordneten in Verbindung zu setzen. Denen sei durchaus bewusst, dass die Städte und Gemeinden nicht dazu in der Lage seien, das sonst übliche Finanzierungsdrittel für Untertunnelungen oder Brücken selbst tragen zu können. Auch wenn die Zahlen für 2030 prognostiziert seien, sei es für die Kommunen jetzt an der Zeit, aktiv zu werden. „Bis dahin wird sich die ein oder andere Tür öffnen lassen“, zeigte sich Projektsprecher Peter Mantik zuversichtlich.

Für die Ausschussmitglieder hatten die Bahnmitarbeiter noch einen anderen Tipp parat: Es gebe weitere Städte und Gemeinden, die genauso betroffen seien wie Reinfeld. Wenn sich diese zusammenschließen und sich in Berlin Gehör verschaffen würden, sei das eine ganz andere Geschichte, als wenn Reinfeld das allein versuche.

Entfällt der Eigenanteil für Reinfelds Bahnbrücke?

Wie die SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn berichtete, habe das Bundeskabinett bereits beschlossen, den kommunalen Anteil bei der Errichtung von Eisenbahnkreuzungen auf Null zu setzen. Ob die Neuregelung auch für Reinfelds geplante Brücke über die Schienen gelten könnte, ist jedoch noch ungewiss, denn die Finanzierungsvereinbarung wurde bereits 2017 unterschrieben. Bettina Hagedorn: „Ich drücke Reinfeld die Daumen, denn dann könnten rund 800 000 Euro Eigenanteil in andere Projekte investiert werden.“

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