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Stormarn Reinfeld schafft neuen Wohnraum
Lokales Stormarn Reinfeld schafft neuen Wohnraum
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15:43 08.04.2019
Am Kaliskaweg entsteht ein neues Bauvorhaben mit 97 Pflegeplätzen, etwa 50 Wohneinheiten für betreutes Wohnen und 50 weiteren Wohneinheiten. Die Lage ist einzigartig. Mitten im Grünen mit der Trave vor der Haustür. Quelle: Britta Matzen
Reinfeld

Im Reinfelder Stadtentwicklungsausschuss wurde das Thema Wohnraumentwicklung behandelt. Bauamtsleiter Stephan Kruse hatte sich intensiv mit den Zahlen aus dem Kreis Stormarn auseinandergesetzt und diese auf Reinfeld heruntergebrochen. SPD-Ortsvereins- und Ausschussvorsitzender Dr. Stefan Weber erläutert, welche Bedeutung die Prognose hat und welche wichtigen Erkenntnisse die Analyse für Reinfeld liefert.

Stefan Weber (SPD) sieht Reinfeld im Hinblick auf die Wohnraumentwicklung auf einem guten Weg. „Wohnungen muss man schaffen, Neubaugebiete mit Einfamilienhäusern nicht.“ Quelle: http://SebastianGerhard.de/Hfr


Lübecker Nachrichten:
Wohnraumentwicklung war einer der zentralen Punkte, der kürzlich im Stadtentwicklungsausschuss behandelt wurde. Worum ging es dabei?

Stefan Weber: Bauamtsleiter Stephan Kruse hat in einer Analyse sehr detailliert ermittelt, welcher Wohnraum in Reinfeld in den vergangenen Jahren entstanden und welcher zurzeit geplant ist. Ich möchte dem Bauamtsleiter für seine hervorragende Vorbereitung sehr herzlich danken. Das hat er ganz wunderbar gemacht. Teil zwei der Wohnraumanalyse folgt im Mai. Da geht es dann um die Potenziale in Reinfeld.

Welche Bedeutung hat die Wohnraumanalyse?

Es geht darum, wie im Kreis Stormarn, oder wenn man es noch ein bisschen größer fasst, wie in der Metropolregion Hamburg und den angrenzenden Gebieten in den nächsten Jahren die allgemeine Haushalts- und Bevölkerungsentwicklung zu erwarten ist. So etwas liefert aus meiner Sicht eine sehr gute Orientierung über das, was man insgesamt im Kreis braucht. Daraus abgeleitet gibt es Vorhersagen, was lokal zu erwarten ist.

Und wie sieht es aus in Reinfeld?

Für Reinfeld prognostiziert die aktuelle Bevölkerungs- und Haushaltsprognose von Gertz, Gutsche, Rümenapp im Zeitraum von 2014 bis 2030 zusätzliche 500 Einwohner und 380 zusätzliche Haushalte. Das sind pro Jahr eine Steigerung von etwa 30 Einwohnern und knapp 25 zusätzlichen Haushalten.

Und diese Vorhersagen entsprechen der Realität?

Es ist selbstverständlich so, dass man lokal immer ein bisschen etwas anderes sehen wird, als das, was die Analyse beschreibt. Einfach, weil lokal ganz individuelle Entwicklungen greifen. Wenn zum Beispiel eine Stadt mehr Wohnraum schafft als ursprünglich in der Gesamtanalyse für den Kreis prognostiziert, dann bedeutet das, dass es Substitutionseffekte gibt. Wohnungssuchende ziehen dorthin, wo Wohnungen entstehen, und nicht in den Nachbarort. Im Grunde ist es so: Eine Stadt hat immer dann ihre Hausaufgaben gemacht, wenn mehr Wohnraum entsteht, als prognostiziert war.

Hat die Stadt Reinfeld ihre Hausaufgaben im Hinblick auf Wohnraum gemacht?

Ja, genau das ist das, was man in Reinfeld sieht. 37 Wohneinheiten sind seit 2014 im Schnitt pro Jahr entstanden, das Soll von 25 Wohneinheiten wurde übererfüllt. In der Stadt wurden die letzten Jahre im Schnitt immer 50 Prozent mehr Wohnraum geschaffen als prognostiziert. Und das wird in Zukunft auch so weitergehen. Das sieht man auch an den Planungszahlen und den Genehmigungen. Das zeigt, dass Reinfeld beim Schaffen von Wohnraum auf einem guten Weg ist.

Was bedeutet das für Baugebiete wie Dröhnhorst?

Man muss nicht davon ausgehen, dass Reinfeld Großprojekte im Außenbereich braucht, die zur substanzieller Flächenversiegelung gekoppelt mit der Zerstörung von Landschaft und Natur führen. Der bisher beschrittene Weg funktioniert sehr gut. Da gibt es einerseits die Nachverdichtung, außerdem einige Einzelprojekte. Zum Beispiel ein aktuelles Vorhaben im Kaliskaweg mit 97 Pflegeplätzen, etwa 50 Wohneinheiten für betreutes Wohnen und 50 weiteren Wohneinheiten. Das haben wir in der nächsten Sitzung auf der Tagesordnung. Weitere Möglichkeiten sehen wir im Mai in der Analyse für den Innen- und Außenbereich.

Welche wichtigen Erkenntnisse liefert die Analyse noch?

Der Bestand an Ein- und Zweifamilienhäusern in Reinfeld beträgt 60 bis 70 Prozent der Wohneinheiten. Der Bedarf geht aber in Richtung Ein- und Zwei-Personen-Haushalte. Bei Drei- und Mehr-Personen-Haushalten wird eine Abnahme erwartet. Wohnungen muss man schaffen, Neubaugebiete mit Einfamilienhäusern nicht.

Grüner Ring um Reinfeld

SPD, Wir und Grüne haben wir einen Beschlussvorschlag erarbeitet, der gegen die Stimmen der CDU auf dem jüngsten Stadtentwicklungsausschuss beschlossen wurde. Demnach gibt die Stadt Reinfeld folgende Stellungnahme zum Entwurf des Landschaftsrahmenplanes ab:

„Mittelfristiges Ziel ist im Gebiet der Stadt Reinfeld der vollständige Verzicht auf intensive landwirtschaftliche Nutzung. Angestrebt wird stattdessen eine Mosaikstruktur mit Bereichen für Erholungsnutzen, Natur-, Klima- und Gewässerschutz, extensive Landnutzung und biologische Landwirtschaft. Diese Ziele sollen umfassend im Landschaftsrahmenplan widergespiegelt werden.“

Insbesondere entlang von drei Achsen soll der grüne Ring um die Stadt substanziell gestärkt werden: im Osten die Verbindung zwischen Oberer Herrenteich, Stavenkamp/Lehmkamp/Binnenkamp über Pasebek, Graskoppel, Altenfelder Weg bis Grootkoppel.

Im Nordwesten die Verbindung zwischen Oberer Herrenteich, Schuhwiese und Fohlenkoppel.

Im Westen die Verbindung zwischen Steinkampsholz, Messsingschläger Teich und Kalkgraben.

Britta Matzen

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