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Stormarn Reinfeld wird zu einer Großbaustelle
Lokales Stormarn Reinfeld wird zu einer Großbaustelle
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22:58 17.02.2014
Reinfeld

Heizung, Lüftung, Türen: Teile der Reinfelder Matthias- Claudius-Schule müssen dringend saniert werden. Das sei allerdings erst möglich, wenn die Trägerschaft des Schulverbandes geklärt sei, sagt Bürgermeister Gerhard Horn. Das kann dauern.

Die Stadt Reinfeld und die Gemeinden Barnitz, Feldhorst, Heidekamp, Klein Wesenberg, Wesenberg ohne Ratzbek und Westerau mit den Ortsteilen Trenthorst und Wulmenau bilden diesen Schulverband, dessen Auflösungsprozess vor etwa einem Jahr begann und der noch immer nicht abgeschlossen ist. Horn hofft nun auf einen Beschluss zur Auflösung des Verbandes bis zum Sommer, so dass nach Klärung der Trägerschaft im kommenden Jahr mit dem ersten Teil der Schulsanierung begonnen werden könne. Knapp sechs Millionen Euro soll das Vorhaben kosten.

Der Zahn der Zeit nagt am Schulhaus. Eine Sanierung in kleinen Schritten wäre laut Bauamtsleiter Stephan Kruse aber wenig sinnvoll, da sie bei einem umfangreichen Umbau wieder zunichte gemacht würden, berichten Teilnehmer von der jüngsten, nicht öffentlichen Schulkonferenz. Kleiner Trost: Das Treppenhaus im so genannten Schusterbau soll voraussichtlich schon in den Osterferien in Ordnung gebracht werden, berichtet Schulleiter Beeg. „Es wird ohnehin nicht alles auf einmal umgebaut“, sagt er. „sondern nacheiander.“ Aber: „Die Geduld der Schulvertreter neigt sich langsam dem Ende zu.“

Angesichts anderer Bauvorhaben in Reinfeld im kommenden Jahr fürchten Eltern nun, dass die Sanierung des Schulhauses weiter verzögert werden könnte, zumal die Schule in unmittelbarer Nähe liege.

Susanne Braun-Speck, Mutter einer Zehnjährigen an der Claudius-Schule, hat die großen Vorhaben aufgelistet: Das Rathaus-Center, dessen Bau in diesem März beginne, soll im Frühjahr 2015 fertig sein.

Ab diesem Herbst begännen dann die Abrissarbeiten für mehrere alte Gebäude in der oberen Paul-von- Schoenaich-Straße, damit dort im kommenden Jahr ein Fachmarktzentrum entstehen könne.

Zudem verweist sie auf den Abriss des Rathausanbaus und die dafür entstehenden neuen Räumlichkeiten sowie für das neue Stadtwerke-Haus gegenüber dem Rathaus. „Nicht zu vergessen: In der Straße Stavenkamp, nur 1,3 Kilometer entfernt, entsteht vermutlich ein Neubaugebiet“, sagt Braun-Speck und fragt: „Ist tatsächlich vorstellbar, dass in dem gleichen Zeitraum auch noch die Grundschule saniert wird?“

Es ist die Sorge um die Kinder, die sie umtreibt. Und sie sieht erhebliche Verkehrsproblem voraus: „Die Kinder, die von der anderen Stadtseite jenseits der Bahnschienen kommen, müssen den Weg gehen, den vermutlich alle Baufahrzeuge von der Autobahn und der Bundesstraße kommen.“ An Bahnübergang und Kreisverkehr werde es vermutlich ein Verkehrschaos geben. Braun-Speck: „Gefahr pur. Eine Schulsanierung während der Stadtsanierung ist unwahrscheinlich, da sie logistisch beinahe unmöglich ist.“

Uwe Krog