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Stormarn Reinfelder Bahnbrücke kann starten
Lokales Stormarn Reinfelder Bahnbrücke kann starten
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20:10 05.07.2018
Der Schrankenbetrieb gehört demnächst der Vergangenheit an. Reinfeld darf jetzt Kredite für die Baumaßnahmen der Bahnbrücke und der Fußgängeranbindung zur Holländerkoppel aufnehmen.
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Reinfeld

Es war die erste Sitzung des Reinfelder Hauptausschusses unter der Leitung von Geert Karnick (Grüne). „Ich sitze hier zum ersten Mal in dieser Funktion und freue mich, wenn wir gemeinsam daran arbeiten, die Stadt voranzubringen“, sagt Karnick einleitend.

Beim Reinfelder Hauptausschuss, der Mittwoch tagte, stand kaum Spannendes auf der Tagesordnung, zumindest nicht im öffentlichen Teil. Trotzdem wurde es interessant. Unter Mitteilungen und Anregungen ging es ums Heiraten im Neuhöfer Park, Müllprobleme und die Bahnquerung.

In der Einwohnerfragestunde ging es gleich zur Sache. „Ich möchte vom Bürgermeister wissen, wie das mit der Müllabfuhr ist. So langsam haben wir italienische Verhältnisse“, schimpfte Ingrid Richter.

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„Der Vertrag wurde zwischen Kreis und AWSH abgeschlossen“, informierte Bürgermeister Heiko Gerstmann. Die AWSH habe die Grabau Entsorgung aus Geesthacht beauftragt. Der Auftrag sei aus wirtschaftlichen Gründen vergeben worden. Die Fahrer würden schlechter bezahlt, weshalb es zu einer Fluktuation komme. „Die Stadt ist nicht verantwortlich, wir können daran nichts ändern“, fügte Karnick hinzu. Aber die Entsorgungsbetriebe hätten 15 neue Leute eingestellt, die die Rückstände jetzt sukzessiv aufholten. „Von daher hoffen wir jetzt alle, dass es bald besser wird.“

Des weiteren vermeldete der Bürgermeister den Stand der Flüchtlingszahlen. „Wir haben im Moment 44 Menschen, die wir unterbringen müssen. Wir erwarten demnächst noch eine Familie mit drei Personen.

Wir haben einige Wohnungen angemietet und die alte Schule als Puffer. Drei von fünf Räumen sind dort belegt. Wenn die Familie kommt, wird diese den vierten Raum beziehen.“ Auf die alte Schule könne man somit noch nicht verzichten.

Weiterer Tagesordnungspunkt war die Haushaltsmittelanmeldung für den IT-Verbund Stormarn. „Die Verwaltung beantragt, rund 50000 Euro anzumelden, damit die nächstes Jahr ausgegeben werden können.

Da hat es schon im letzten Jahr Diskussionen drüber gegeben“, sagte Karnick. So war es auch diesmal. Letztlich einigten sich die Politiker einstimmig auf eine Kürzung der Posten. Statt 50600 Euro soll der Verfügungsrahmen 36600 Euro betragen.

Noch zwei spannende Themen kamen unter Mitteilungen und Anregungen zur Sprache: Der Bürgermeister darf die Eisenbahnkreuzungsvereinbarung unterschreiben. Grund: Die Einzelgenehmigungsvollmacht des Kreises liegt seit dieser Woche vor. „Wir können nun die Brücke bauen und die barrierefreie Anbindung der Fußgängerbrücke vom Bahnhof zur Holländerkoppel aufmachen“, so Lorenz Hartwig (CDU). Auch der Kontrakt mit Nah.SH und Bahn dürfe abgeschlossen werden, da die Stadt die Kreditgeschäfte mit diesen beiden Baumaßnahmen eingehen dürfe – trotz der prekären Finanzlage des städtischen Haushalts. „Es kann losgehen. Ich gehe davon aus, dass wir in drei Jahren damit durch sind“, so Hartwig. Damit habe das 40-jährige Drama um die Bahnquerung endlich ein Ende.

Nicht immer geht es ums Geld: Jens Löper (WIR) trug ein sehr romantisches Anliegen vor. „Ich habe eine Anregung, die an mich herangetragen wurde und die ich schon der Verwaltung vorgeschlagen habe.

Aber die Stadt meinte, es sei nicht umsetzbar. Ein Paar möchte gern im August im Neuhöfer Park heiraten.“ Es gebe rechtliche Vorgaben, so der Einwand Gerstmanns. Man müsse in geschlossenen Räumen getraut werden. Das sei aber in Ostseebädern am Strand möglich, also müsse es auch im Neuhöfer Park machbar sein, entgegnete Löper. Karnick: „Die rechtlichen Grundlagen gibt es. Aber die kann man so oder so auslegen. Wenn ein Standesbeamter einen Außenraum zum Trauort widmet, besteht er auf einem Pavillon. Aber mit etwas gutem Willen geht da was“, so der Ausschussvorsitzende. Der Bürgermeister wurde gebeten, nochmals mit dem Standesamt über das Thema zu reden.

Von Britta Matzen