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Stormarn Reinfelds Lärm wird neu kartiert
Lokales Stormarn Reinfelds Lärm wird neu kartiert
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20:10 06.02.2013
Von Uwe Krog
Reinfeld

Ratternde Züge, rauschende ReifenReinfeld unmittelbar gelegen an der Hauptverkehrsachse zwischen Lübeck und Hamburg sei „im gesamten Stadtgebiet verlärmt“, sagt Dezibel-Fachmann Björn Heichen vom Ingenieurbüro Lairm-Consult in Hammoor.

Maßgeblich daran beteiligt sei die Bahn. Doch das überraschte die Mitglieder vom Bau- und vom Stadtentwicklungsausschuss jetzt nicht wirklich. Vielmehr sorgte der Fachvortrag zur Lärmkartierung der Stadt für Verwirrung, weil die Stadt nach Vorgabe durch die europäische Union zwar alle fünf Jahre zur Lärmkartierung und zu so genannten Lärmaktionsplänen verpflichtet ist, aber daraus weder Konsequenzen gezogen werden müssen, noch Forderungen abgeleitet werden können. „Warum macht man das?“, fragte Ausschussmitglied Gabriele Felkner (CDU). „Die EU schreibt das vor, aber hinterher geschieht nichts.“ Walter Engel (WIR) sah Probleme, „die Leute zu aktivieren“. Und Bauausschussvorsitzender Gerd Herrmann (SPD) fragte: „Was kann man mit den Plänen anfangen? Wie kommt das in die Nähe praktischer Umsetzung?“

„Es geht“, antwortete Ingenieur Heichen, „schlicht darum, das Augenmerk auf den Lärm zu richten, zu wissen, wie laut es in der Stadt tatsächlich ist.“ Wichtig sei die genaue Lärmkartierung etwa für Bauleitpläne und um auf mögliche künftige Vorgaben der Europäischen Union zur Lärmreduzierung reagieren zu können.

Bereits vor fünf Jahren hatten die Reinfelder in der ersten Stufe des Lärmaktionsplanes eine Höchstgeschwindigkeit von 120 Stundenkilometern auf der Autobahn sowie 50 im Reinfelder Stadtgebiet auf der Bundestraße 75 beim Kalkgraben gefordert. „Umgesetzt“, sagt Reinfelds Baubereichsleiter Stephan Kruse, „ist davon allerdings nichts“. Daran wird das Dilemma der Stadt deutlich, wenn sie zwar einerseits für mehr Ruhe sorgen will, andererseits aber nicht über den entsprechenden Zugriff auf die Straßen verfügt.

„Die Stadt ist zwar zur Kartierung verpflichtet“, sagt die Entwicklungsausschuss-Vorsitzende Gabriele Huhn (CDU). „Reinfeld hat aber nicht die Hoheit über die Bundesstraße. Die meisten Dinge liegen nicht in unserer Hand.“

Dennoch haben die Reinfelder den Lärmspezialisten aus Hammoor beauftragt, jetzt schon zu messen, wie sich etwa niedrige Schallschutz-Vorrichtungen der Bahn unmittelbar auf Radhöhe auswirken. Die bahneigenen Lärmkarten sollen nämlich erst Anfang 2014 vorliegen. Außerdem soll Heischen herausfinden, wie viel leiser es wird, wenn Autobahn und Bundesstraße mit „Flüster-Asphalt“

belegt würden. Die Ergebnisse der neuen Studie wollen sie möglichst schnell sehen. Im Mai soll es eine Bürgerinformation geben. Die Resultate der Messungen und der Lärmaktionsplan müssen bis zum 18.

Juli vorliegen.

Uwe Krog

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