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Stormarn Reinfelds Schulverband wird bis zum Jahresbeginn 2014 aufgelöst
Lokales Stormarn Reinfelds Schulverband wird bis zum Jahresbeginn 2014 aufgelöst
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02:20 31.05.2013
Von Uwe Krog
Sanierung oder Neubau? Am so genannten „Schusterbau“ der Matthias-Claudius-Schule muss dringend etwas getan werden, weiß Hausmeister Reinhard Schwarzer (l.). Die Heizung leckt, es hat durchgeregnet. Aber Schulleiter Stefan Beeg hält die Situation noch nicht für dramatisch. Quelle: Uwe Krog
Reinfeld

Es war nach einer Sitzung im Februar, kurz bevor der Bauausschuss zusammentrat, als eine eigenartige Spannung im Reinfelder Rathaussaal lag. Die kaum angerührte Platte mit belegten Brötchen sprach dafür, dass einigen Teilnehmern des gerade beendeten Treffens mit Bürgermeistern aus den umliegenden Dörfern der Appetit vergangenen war. Bis vor wenigen Tagen sprach niemand öffentlich über den Grund. Doch jetzt ist es raus: Der Schulverband Reinfeld wird aufgelöst.

„Die Stadt Reinfeld“, berichtet Nordstormarns Amtsdirektor Sönke Hansen, „hat uns damals die Auflösung eröffnet. Da gab es nichts mehr zu verhandeln.“ Eine Begründung habe es nicht gegeben. Die liefert Reinfelds Bürgermeister jetzt nach: Er spare durch die Auflösung „großen Verwaltungsaufwand“. Ausschüsse und Gremien können entfallen, Satzungen und Vollmachten. All das könne auch von der städtischen Verwaltung geleistet werden.

Zwischen Dörfern und Stadt geht es nun um die Aufteilung des Vermögens. Ein Professor für Verwaltungsrecht ist eingeschaltet. Mit der formellen Auflösung rechnen Horn und Hansen zu Beginn des kommenden Jahres. Dann wird Reinfeld allein für die Claudius-Schule zuständig sein.

Der Amtsdirektor pocht auf „Zahlen für die Bürgermeister“, deren Dörfer ein Drittel der Investitionskosten getragen haben und ein Drittel der gut 600 Schüler an der größten Grundschule des Landes stellen. Sie wollen genau wissen, wer welche Anteile am gemeinsamen Vermögen ausbezahlt bekommen muss.

„Wir haben die Entwicklung der Schule stets wohlwollend begleitet“, sagt Hansen. Im Detail habe es unterschiedliche Auffassungen gegeben. „Das hat manchmal zu Irritationen geführt“, berichtet er aus dem Innenleben des Verbandes. „Wobei“, wie Bürgermeister Horn ergänzt, „die wohlwollende Begleitung jeweils mit der Leistungsfähigkeit einzelner Gemeinden korrespondierte.“ Zu deutsch: Es hat bisweilen gehörig gekracht bei internen Runden. Ein Streitpunkt war die Größe der neuen Sporthalle. Ihre Maße reichen nicht für reguläre Handball- oder sonstige Turniere. Sie genügt allein schulischen Ansprüchen, obwohl die Stadt vor vier Jahren eine größere Halle bauen wollte. „Das wollten die Gemeinden nicht mittragen“, erinnert sich Horn.

Derzeit geht es darum, ob die Claudius-Schule neu gebaut oder saniert werden soll. „Eine Sanierung“, sagt Horn, „ ermöglicht dem Verband angesichts schwankender Schülerzahlen viel mehr Flexibilität in der Planung.“ Sie sei außerdem deutlich preiswerter als ein Neubau. Eine Containerlösung hält er für unzweckmäßig. Die beteiligten Dörfer, argumentiert Hansen hingegen, wüssten gern mehr über Alternativen, wie etwa neue Gebäude in Fertigbauweise.

Weder Schüler noch Eltern sollen von der Änderung in der Verwaltungsstruktur ihrer Schule etwas bemerken. „Der Unterricht soll auf ihrem derzeitigen Niveau bleiben“, sagt Horn. Die Auflösung des Verbandes habe keine Auswirkung auf die Kinder.

Doch mit oder ohne die Nachbardörfer — am Trakt aus den siebziger Jahren, dem so genannten „Schusterbau“, muss dringend etwas getan werden. „Die Heizung leckt“ sagt Schulrektor Stefan Beeg. Fußböden sehen geflickt aus, weil sie für die Reparaturen aufgestemmt wurden. Fenster sind schadhaft. „Klassen mussten schon umziehen, weil es durchregnete“, weiß Hausmeister Reinhard Schwarzer. Dramatisch sei die Situation aber nicht, unterstreicht der Rektor.

Die Sanierung werde etwa 5,7 Millionen Euro kosten, schätzt Horn. An der Reparatur der jetzigen Schäden würden sich die Gemeinden wohl noch beteiligen, sagt Amtsdirektor Hansen. Wie es damit bei fortschreitender Auflösung des Verbandes aussieht, sei aber völlig unklar. Hansen: „Wir haben ja noch nicht mal eine schriftliche Kündigung.“

Eine Stadt — Sechs Dörfer
Die Stadt Reinfeld und die Gemeinden Barnitz, Feldhorst, Heidekamp, Klein Wesenberg, Wesenberg ohne Ratzbek und Westerau mit den Ortsteilen Trenthorst und Wulmenau bilden den Schulverband. Dem obliegt die Errichtung und Unterhaltung der Reinfelder Grundschule und deren sportlichen Einrichtungen. Die Verbandsversammlung besteht je zur Hälfte aus den Bürgermeistern der verbandsangehörigen Gemeinden und Vertretern der Stadt Reinfeld. Die Verbandsversammlung wählt, laut Satzung, in ihrer ersten Sitzung nach der Kommunalwahl den Vorsitzenden.

Uwe Krog

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