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Stormarn Lernen im Kuhstall: Bauernhof macht Schule
Lokales Stormarn Lernen im Kuhstall: Bauernhof macht Schule
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09:58 29.10.2019
Die Viertklässler ließen sich nur kurz vom Fotografen ablenken, dann ging es sofort wieder an die Arbeit. Ganz hinten Hof-Chefin Susanne Behnk. Quelle: Markus Carstens
Bad Oldesloe

Die Milch kommt von der Kuh und Kartoffeln wachsen in der Erde. Immer weniger Kinder vor allem in den Städten wissen das offenbar. Um dem entgegenzuwirken, haben das Kieler Bildungsministerium und die schleswig-holsteinische Landwirtschaftskammer das Projekt „Lernen mit Kopf, Herz und Hand“ wiederbelebt. Schulklassen sollen so auf den Bauernhöfen des Landes aus erster Hand erfahren, wie Landwirtschaft funktioniert und wie Lebensmittel produziert werden.

50 000 Euro stehen zunächst für das Jahr 2020 zur Verfügung, 350 Schulklassen können mitmachen. Für jede etwa dreistündige Unterrichtseinheit zwischen Kuhstall und Gemüsebeet bekommen die Landwirte jeweils 100 Euro. Bildungsministerin Karin Prien (CDU) und Landwirtschaftskammer-Präsidentin Ute Volquardsen hoffen, dass das Projekt zu einer dauerhaften Einrichtung wird. Das betonten beide beim offiziellen Auftakt in Rethwisch, wo beide die Vereinbarung unterzeichneten. „Ein ganz besonderer Tag“, sagte Volquardsen.

Viele Klassen aus Bad Oldesloe

Die Landwirte Susanne und Sönke Behnk bewirtschaften rund 120 Hektar im Ortsteil Steensrade und waren auch schon beim Vorgängerprojekt dabei. In Nordstormarn ist etwa eine Hand voll Bauernhöfe dabei. Zum Hof Behnk kommen schon seit einigen Jahren immer wieder Schulklassen vor allem aus Bad Oldesloe.

In Rethwisch erfolgte am Freitag der Auftakt für ein neues Projekt von Bildungsministerium und Landwirtschaftskammer. Der Bauernhof wird dabei zum Lernort für Schüler jeden Alters.

Am Freitag war eine vierte Schulklasse der Schule am Masurenweg gekommen, die sich etwas auskannte, aber auch wieder Neues dazulernte auf dem Milchviehbetrieb. Nach einer Kakao-Stärkung und einer kleinen Fragerunde mit Ministerin Prien ging endlich die Tür zum Kuhstall auf; und die Schüler stürmten los, um die Kälber zu füttern, aber auch den Stall auszufegen.

„Es kommen aber nicht nur Grundschüler, auch Oberstufen sind willkommen“, betont Hof-Chefin Susanne Behnk. Mit den älteren Schülern würden dann andere Themen diskutiert, zum Beispiel aus den Bereichen Umwelt oder Gesellschaft. Es kämen aber zum Beispiel auch die Kinder aus der Rethwischer Kita.

Projektziel ist laut Koordinatorin Wiebke Meyer von der Landwirtschaftskammer, dass Schülerinnen und Schüler den Ursprung unserer Lebensmittel und Unterrichtsinhalte rund um Natur und Umwelt mit allen Sinnen erleben können.

Gesunde Ernährung und Tierwohl

Bildungsministerin Karin Prien betonte die Bedeutung dieses Bildungsvorhabens. Sie sagte: „Immer mehr Kinder haben keinen natürlichen Bezug zu Lebensmitteln. Der Besuch am Lernort Bauernhof kann auch dazu beitragen, dass weniger Lebensmittel weggeworfen werfen.“ Zu vermitteln, dass die Landwirtschaft für alle Menschen in diesem Land arbeite, liege ihr am Herzen.

Prien ist sich daher sicher: „Von gesunder Ernährung bis zum Tierwohl – alles beginnt damit, dass Kinder erleben können, wo landwirtschaftliche Produkte herkommen.“ Und ganz nebenbei stärken sie laut Ute Volquardsen ihre Sinneswahrnehmung und ihre sozialen Kompetenzen zum Beispiel durch das Arbeiten im Team und auch den Kontakt zu den Tieren.

Internet: lernendurcherleben.de

Von Markus Carstens

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