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Stormarn Ursula Corinth: Ein Leben in Bildern
Lokales Stormarn Ursula Corinth: Ein Leben in Bildern
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15:04 01.07.2019
Die Oldesloer Künstlerin Ursula Corinth freute sich darüber, dass auch ihre älteste Urenkelin Emily (7) zur Ausstellungseröffnung kam. Quelle: fotos: SUSANNA FOFANA
Bad Oldesloe

Es war eine schöne Überraschung für die Oldesloer Künstlerin Ursula Corinth (88), dass das Bella-Donna-Haus noch einmal ihr Lebenswerk präsentiert. „Ich kann nur ganz doll Danke sagen“, betonte die Malerin bei der Vernissage. 2003 wurden ihre Bilder und Zeichnungen schon einmal in dem Oldesloer Haus von Frauen gezeigt: Ursula Corinth war damals die erste Künstlerin, die ihre Werke im Bella-Donna-Haus ausstellte.

Insbesondere ihre Federzeichnungen mit den Oldesloe-Motiven wurden weit über die Grenzen Stormarns hinaus bekannt. Auf Postkarten wurden und werden sie in die ganze Welt geschickt. Es gibt nicht nur Stormarner, sondern auch Hamburger Blätter von ihr mit Bauwerken und Stadtansichten als Federzeichnungen. Die Oldesloe-Postkarten sind in der Stadtinfo im KuB zu haben. Andere Werke vermachte die Künstlerin dem Heimatmuseum. Das künstlerische Talent soll der gebürtigen Hamburgerin schon in die Wiege gelegt worden sein und zeichnete sich bereits in der Schule ab. Viele ihrer einstigen und jetzigen Nachbarn aus Bargteheide, Neritz und Bad Oldesloe waren bei der Ausstellungseröffnung dabei und konnten eigene Geschichten und Erlebnisse beitragen.

Die Oldesloer Malerin Ursula Corinth stellt ihr Lebenswerk im Bella-Donna-Haus aus.

Kunst auch im Treppenhaus

So berichtete eine direkte Nachbarin von den ständig wechselnden Ausstellungen im gemeinsamen Treppenhaus. Die Bilder von Ursula Corinth erzählen viele Geschichten, und ihr Gästebuch ist ebenfalls voll davon. „Ich wollte mit meinen Bildern immer Freude bereiten. Das ist mir hoffentlich meistens gelungen“, sagte die 88-Jährige, die seit 1993 in Bad Oldesloe lebt.

„Es ist toll, was die gemacht haben. Ich hatte gar nicht mehr mit einer Ausstellung gerechnet“, gab die Künstlerin an. Und so wurde es „eine außergewöhnliche Ausstellung bei außergewöhnlichen Temperaturen“ unterstrich Dagmar Greiß vom Bella-Donna-Haus-Vorstand. Den größten Anteil daran, dass die Retrospektive gelungen ist, hatte Anke Kleesiek, die für Kultur bei Bella-Donna zuständig ist. Sie hatte sich große Mühe gemacht, die losen Blätter mit Passepartouts und Rahmen zu versehen. Greiß: „Das machen wir normalerweise nicht. Es ist in diesem Fall eine Ausnahme.“ Meist werden im Bella-Donna-Haus sechs Ausstellungen pro Jahr präsentiert. Die Werke, die nicht verkauft werden, bleiben übrigens als Spende im Haus. Denn der ehrenamtliche Verein benötigt nach dem Bagger-Unglück mit der Außenwand dringend Unterstützung, da keine Versicherung zahle und der Verein auf den Kosten sitzenbleibe.

Der künstlerische Werdegang

Nach Ende des 2. Weltkriegs ging die gebürtige Hamburgerin Ursula Corinth bei Bildhauer Jürgen Hinrich Block in die Lehre. Aktzeichnen, Federzeichnung, Aquarell- und Ölmalerei lernte sie bei Wilhelm Grimm an der Kunstschule Hamburg-Lerchenfeld. Später arbeitete sie in einer Fayencewerkstatt in Süddeutschland, in einem Emaillierwerk, verzierte Torten in einer Konditorei mit Marzipanfiguren und töpferte für Klosterschwestern in Bayern, wobei die Nonnen die Vasen und Krüge bemalten. 1955 zog sie mit ihrem Mann Jürgen nach Bargteheide. Es entstanden Keramiken, Zeichnungen, Öl- und Aquarellmalerei mit Motiven aus der Natur. In den 60er Jahren töpferte sie für die Ziegelei in Havighorst. Später bezog sie als Atelier „die Schlosshütte“ in Neritz. Von 1980 bis 1985 hatte sie eine Galerie mit Töpferei in Hamburg-Bramfeld. 1993 zog sie mit ihrem Mann nach Bad Oldesloe, wo sie eine Galerie und Glaserei betrieb.

 

Mutter und Malerin

Ursula Corinth hat zwei Söhne, sechs Enkelkinder und sieben Urenkel. Ihr Selbstporträt mit Familie gibt einen Einblick in das Leben der Mutter und Malerin, die immer auch Kunst im Kopf hat. Seitdem es 2018 mit den Augen schlechter wurde, entstehen allerdings keine exakten Federzeichnungen mehr, sondern eher abstrakte Acrylbilder. „Das ist wie Weihnachten“, freute sich die Bad Oldesloer Künstlerin, als die letzten der rund 50 Bilder für die Ausstellung bei ihr zu Hause abgeholt wurden. Nur die Temperaturen zur Vernissage von rund 30 Grad passten nicht zum Winter-Fest. Sie sind aber der Grund dafür, dass der eine oder andere Kunstfreund sich die Ausstellung erst bei gemäßigteren Temperaturen später anschauen will.

Die Retrospektive mit Keramiken, Zeichnungen, Ölmalerei und Aquarellarbeiten ist bis 21. August 2019 montags bis freitags in der Zeit von 10 bis 18 Uhr im Forum des Bella-Donna-Hauses in der Oldesloer Bahnhofstraße zu sehen.

Susanna Fofana

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