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Stormarn Zimmermeister spricht Segen für Oldesloer Hospiz aus
Lokales Stormarn Zimmermeister spricht Segen für Oldesloer Hospiz aus
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19:07 10.05.2019
Zimmerleute aus Meddewade beim Richtspruch für das Hospiz am Oldesloer Sandkamp. Quelle: Dorothea von Dahlen
Bad Oldesloe

„Und wenn die Arbeit ist getan, dann steigt hinauf der Zimmermann“, scholl es am Freitag über das weitläufige Gelände am Sandkamp. Etwa 300 Gäste aus Politik und Verwaltung, von Vereinen und anderen Institutionen verfolgten am Nachmittag gespannt, wie Zimmermeister Julius Frank aus Meddewade den Richtspruch tat und seinen Segen über das weit und breit einzige Hospiz aussprach, das derzeit in Stormarn entsteht. Und wie es die Tradition verlangt, begoss er das Ritual mit einem zünftigen Schluck und warf das Glas scheppernd zu Boden.

Vor Glück strahlend begrüßte Sabine Tiedtke, Vorsitzende des Fördervereins Lebensweg und spätere Geschäftsführerin des Hospizes, alle Förderer und Wegbegleiter des Projektes. „Das ist für uns alle eine großartige Erfahrung. Wir erleben so viel geballtes Wissen und Professionalität auf der Baustelle“, sagte sie und zeigte sich zugleich ein wenig stolz, dass das Hospizprojekt, an dem sie schon vor mehr als sechs Jahren gefeilt hatte, mittlerweile doch so schnell Gestalt annimmt. 17 Handwerksfirmen und elf Ingenieure und Planer aus der Region wirkten und wirken daran mit. Dem milden Winter sei es zu verdanken gewesen, dass ohne große Verzögerungen zügig weiter gebaut werden konnte.

Zahlreich waren Freunde und Förderer des sozialen Projektes gekommen, um den raschen Fortgang der Bauarbeiten zu feiern.

„Hier können Menschen ihren Lebensweg in Würde beenden, nicht in Einsamkeit“, sagte Kreispräsident Hans-Werner Harmuth. Er schätze sich froh, das Projekt von Beginn an begleitet zu haben. Ganz spontan sei die Idee, es zu unterstützen, von den Fraktionen in den Kreistag eingebracht worden. Flächendeckend, ohne Gegenstimmen hätten sich alle dafür ausgesprochen. „Ich glaube, dass die Nachfrage größer sein wird, als das, was sie zunächst anbieten können“, sagte Harmuth.

Vollendung liegt in greifbarer Nähe

Einen Gruß der Stadt verlas Bürgerworthalterin Hildegard Pontow, die zugleich Mitglied des Fördervereins ist. „Es ist noch keine fünf Monate her, da haben wir eine dicke Rolle in den Grundstein gelegt. Ich bin seitdem viele Male hier vorbeigefahren und dachte: ’Das Hospiz wächst und wächst.’ Nun ist die Vollendung in greifbarer Nähe“, sagte sie und wünschte Sabine Tiedtke und ihrem Team „ein gutes Händchen, um diese nicht ganz leichte Aufgabe zu meistern“.

Herberge auf dem letzten Weg

Gutes Gelingen wünschten auch Thomas Piehl, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Holstein, die dem Projekt mit Hilfe einer Stiftung unter die Arme greift, und Pastor Volker Hagge. „Hospiz, das heißt Herberge und Gastfreundschaft und erinnert mich an Travellerzeiten, wenn man verschwitzt und mit Blasen am Fuß einkehren konnte“, sagte Hagge. Das Oldesloer Hospiz sei nun die letzte Herberge, die den Menschen auf ihrem letzten Weg genauso viel Gastfreundschaft und Geborgenheit biete. „Dieses Projekt ist ein Geschenk des Himmels“, schloss er seine Rede.

Spende der Aspen GmbH

Mit zwei Charity-Aktionen unterstützte auch das Oldesloer Pharmaunternehmen Aspen GmbH das Hospiz. Zu dessen Gunsten hatten Mitarbeiter Selbstgebasteltes sowie Waffeln auf dem Weihnachtsmarkt der Firma verkauft. Zum Jahreswechsel dann durchforsteten sie das Firmengebäude nach Gegenständen, die nicht mehr benutzt wurden. Der Erlös aus dem Verkauf der Dinge floss ebenso in die Spendenbox, sodass Kathrin Schultze, als Vertreterin der Mitarbeiter und Personalleiterin Susanne Blaue dem Verein Lebensweg 650 Euro zukommen lassen konnten.

Während viele Gäste und Wegbegleiter des Vereins Lebensweg die Chance ergriffen, den Rohbau schon einmal zu besichtigen, rollte ein Neuwagen vor. Rolf Witthöft vom gleichnamigen Autohaus in Bad Oldesloe erwies sich ebenfalls als großer Förderer des Projekts und stiftete einen komplett ausgerüsteten, mit dem Lebensweg-Logo beklebten Mazda, der es später ermöglicht, die Hospizbewohner herzufahren oder kleinere Transporte abzuwickeln. Fast mit Tränen in den Augen sprach Sabine Tiedtke dem Spender ihren Dank aus.

Dorothea von Dahlen

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