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Stormarn Poggensee: Sandfang soll nassen Liegewiesen vorbeugen
Lokales Stormarn Poggensee: Sandfang soll nassen Liegewiesen vorbeugen
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20:00 17.07.2019
Bauamtsleiter Dr. Kurt Söffing und Günter Bock, Verbandsvorsteher des Wasser- und Bodenverbands Trave an der Poggenbek, deren zunehmende Verlandung durch einen Sandfang verhindert werden soll. Quelle: Dorothea von Dahlen
Bad Oldesloe

Über nasse Wiesen freuen sich Frösche, Störche und viele andere Lebewesen in den reizvollen Landschaften Stormarns. Den Badespaß am Poggensee können die Pfützen aber vermiesen. Im Jahr 2017 etwa war das Sonnenbad dort keine große Freude. Ganze Teiche hatten sich auf der Liegewiese gebildet und die Uferzone in eine Matschkoppel verwandelt. Das setzte sogar den Schwimmern beim Spiridon-Triathlon zu. Jetzt ist aber Abhilfe in Sicht. Mit einer trickreichen Konstruktion soll künftig verhindert werden, dass sich das Wasser der Poggenbek in den See zurückstaut. Denn darin liegt das eigentliche Problem.

150 Tonnen Sand landen jährlich in der Poggenbek

2017 boten die überschwemmten Liegewiesen am Poggensee dieses Bild. Quelle: Archiv/von Dahlen

Laut Bauamtsleiter Dr. Kurt Söffing hat die zehn Kilometer lange Poggenbek auf dem Weg aus Richtung Havighorst reichlich Sand „im Gepäck“. Ihr Einzugsgebiet umfasst rund 14 Quadratkilometer und tangiert überwiegend landwirtschaftliche Nutzflächen. „Mit den Niederschlägen gelangt viel Sand und Kies in das Gewässer. 150 Tonnen solcher Sedimente lagern sich pro Jahr darin ab“, erklärt Söffing. Das Flüsschen mäandere zudem im Bereich des Staatsforstes Schadehorn, der als Naturwald sich völlig selbst überlassen werde. Dort blieben umgestürzte Bäume quer in der Poggenbek liegen, so dass sie sich anstaue und von den Uferrändern weitere Sedimente aufnehme.

Üppiges Biotop am Altarm der Trave

Der Altarm der Travebei Kneeden ist ein weiteres Projekt, das aus dem Fördertopf der Wasserrahmenrichtlinie finanziert wurde. Die in den 1950er Jahren künstlich still gelegte, natürliche Verzweigung des Flusses wurde wieder hergestellt, sodass die Trave jetzt um 180 Meter länger ist.

Das erforderte aufwendige Bauarbeiten. Eine Gashochdruckleitung musste verlegt und ein Querbauwerk errichtet werden. Es wird bei höheren Wasserständen überströmt und dient zur Entlastung. Um den Altarm sind Gehölze gepflanzt und Unterschlupfmöglichkeiten für Tiere geschaffen worden. Die Mühen haben sich offenbar gelohnt. Das Gebiet hat sich inzwischen zu einem üppigen Biotop entwickelt.

Im weiteren Verlauf gelange sie dann in einem starken Gefälle in die Poggenniederung beim See. Dort verlangsame sich die Fließgeschwindigkeit erheblich, was dazu führe, dass sich der mitgeführte Sand dort ablagere, fatalerweise genau vor dem Abfluss des Poggensees. In so niederschlagsreichen Jahren wie 2017 führe das automatisch zu einem Rückstau des Wassers auf den Liegewiesen. Das verärgere nicht nur die Badegäste, sondern auch so manchen Angler.

Ausbaggern gilt als zu drastische Methode

Was zu tun wäre, um diesen Missstand zu beheben, hat in der Vergangenheit für reichlich Diskussion im Oldesloer Umweltausschuss und anderen Gremien geführt. Während Naturschützer das Problem so schonend für die Tierwelt wie möglich lösen wollten, sprachen sich andere wiederum für ein rasches Zupacken aus. Sie plädierten für ein regelmäßiges Auskoffern des Flüsschens. Da sich die Poggenbek im Einzugsbereich eines Flora-Fauna-Habitats befindet, konnte sich diese letztere nicht durchsetzen.

Im seitlichen Auffangbecken bleibt alles hängen

In diesem Jahr führt die Poggenbek nicht so viel Wasser. Um Situationen wie 2017 vorzubeugen, wird aber nun ein Sandfang gebaut. Quelle: Dorothea von Dahlen

Als gangbare Lösung des Problems soll nun ein Sandfang im Uferbereich der Poggenbek Abhilfe schaffen. Dazu wird auf der zum See hin gelegenen Uferseite eine halbrunde Ausbuchtung geschaffen, in die das Wasser der Poggenbek einströmen kann. Mit ihr spült auch der Sand hinein und kann sich dort ablagern. Das Auffangbecken reinigt der Wasser- und Bodenverband Trave im ein- bis zweijährlichen Turnus.

Die Speziallösung ist nicht ganz billig. Sie kostet 150 000 Euro, wird aber zu 100 Prozent aus EU-Mitteln auf Basis der Wasserrahmenrichtlinie gefördert. Alle Maßnahmen, die nach diesen Kriterien geplant werden, haben zum Ziel, das ökologische Gleichgewicht auch in Stormarner Fließgewässern auf lange Sicht zu wahren.

Dorothea von Dahlen

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