Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Scheitert der Kiesabbau in Grande?
Lokales Stormarn Scheitert der Kiesabbau in Grande?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
23:15 21.11.2013
Anzeige
Trittau/Grande/Kuddewörde

Die Anhörung zum Thema Kiesabbau in Grande vor einem Ausschuss des Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie ist gestern in Trittau unerwartet abgebrochen worden. Die Vertreter des Unternehmers, der nahe Grande auf 81 ha Quarzsand abbauen will. beantragten nach der Mittagspause einen Aufschub von drei Monaten. Als Grund werden unzureichende Unterlagen für die Antragstellung vermutet. Das Unternehmen hat bis 21. Februar 2014 Zeit, neue Unterlagen einzureichen.

„Das Thema ist damit nicht endgültig vom Tisch“, erklärt Grandes Bürgermeister Heinz Hoch. „Wir müssen erst den Ablauf der Frist abwarten, bis wir endgültig Klarheit haben.“ Allerdings sei der Antragsteller im Verlauf der Anhörung an etlichen Hürden gescheitert. „Auf der Tagesordnung stehen 441 Punkte“, so Hoch, „und wir waren erst bei Punkt 34.“ Da habe sich herausgestellt, dass das Lärmgutachten, das die Firma eingereicht hat, einen Teil Kuddewördes, das vom Kiesabbau betroffen wäre, nicht berücksichtigt hat. „Die Behörde hat gefordert, dass da nachgebessert werden muss“, so Hoch.

Anzeige

Weiter seien die Eigentumsverhältnisse diffus, weil statt des Unternehmens ein Privatmann als Grundstückseigentümer im Grundbuch eingetragen sei. Schließlich konnte Hoch die Unterschrift von zwei Grundstückseigentümern vorlegen, die bekundeten, dass sie ihr Land nicht an die Firma verkaufen wollen. Das Unternehmen hatte das Land aber schon überplant. Die Region wehrt sich seit 30 Jahren gegen die Pläne, es liegen 1100 Einwendungen betroffener Bürger vor.

„Die Firmenvertreter haben wohl erkannt, dass sie mit den mangelhaften Unterlagen nicht erfolgreich sein können“, vermutet Hans-Heinrich Stahmer vom BUND Herzogtum-Lauenburg. „Das Bergamt sollte prüfen, ob deshalb nicht ein Abbruch des Verfahrens verfügt werden kann.“
Der Grüne Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Herzogtum Lauenburg-Stormarn-Süd, Dr. Konstantin von Notz aus Mölln, erneuerte seine Kritik an dem veralteten Bergrecht und forderte eine Reform.

Bettina Albrod

Anzeige