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Stormarn Schrankenposten im Dauerdienst
Lokales Stormarn Schrankenposten im Dauerdienst
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22:15 07.08.2013
Heutzutage ein seltenes Bild: Statt vollautomatischer, digital gesteuerter Schranken trifft man am Bahnübergang in Rohlfshagen einen Posten aus Fleisch und Blut an. Quelle: Foto: von Dahlen
Rohlfshagen

Bahnwärter Thiel war gestern, wird manch einer denken — vorausgesetzt er oder sie kennt noch die gleichnamige Novelle von Gerhard Hauptmann. Wer dieser Tage von Rohlfshagen nach Rümpel fährt, bekommt aber einen ganz anderen Eindruck. Statt der sonst üblichen vollautomatischen Schrankenanlage sorgt dort seit Mai ein Wärter aus Fleisch und Blut dafür, dass eine Kollisionen zwischen Zug- und Autoverkehr vermieden wird.

Sobald das Telefon klingelt, springt der Schrankenposten, wie es im Bahndeutsch heißt, aus seinem flaschengrünen Kombi und spannt auf beiden Seiten der Schienen ein rot-weißes girlandenartiges Kunststoffband über die Straße. Minuten später rauscht auch schon der Kopenhagen-Express in Richtung Hamburg vorbei. Die „Schranke“ bleibt aber noch unten. Denn der Nahverkehrszug Richtung Lübeck hat sich ebenfalls angekündigt. Erst als von ihm nur noch die Rücklichter zu sehen sind, löst der Posten die Sperrketten und gibt wieder freie Fahrt für den Straßenverkehr.

Zehn bis 14 Mal in der Stunde vollzieht sich dieses Ritual. Bei 140 bis 150 Zugfahrten auf dem Streckenabschnitt kurz hinter Bad Oldesloe hat der Mann am Bahnübergang reichlich zu tun.

„So etwa   s ist völlig üblich, wenn Schrankenanlagen ausfallen“, berichtet eine Sprecherin der Deutschen Bahn AG auf Nachfrage. Ihr zufolge hat ein Gewitter die Steuerung der automatischen Schließvorrichtung lahmgelegt. Der Blitz sei geradewegs in eine Batterie eingeschlagen, und diese habe dabei wichtige elektronische Komponenten zerstört. Aus diesem Grunde müsse die Anlage vorübergehend per Hand gesteuert werden.

„Wir setzen nur gut ausgebildetes Personal an den Bahnübergängen ein“, sagt die Sprecherin, wohl, um von vornherein die Vermutung auszuräumen, dass das Verkehrsunternehmen bahninteressierte Laien oder Hilfsarbeiter an die Strecke stellt. „Es ist schon ein verantwortungsvoller Job, für die Sicherheit am Bahnübergang zu sorgen“, fügt sie hinzu. Da die Züge Tag und Nacht durchfahren, erfolge die Überwachung der Strecke in drei Schichten.

Wann der lebendige Schrankenwärter seinen Posten wieder verlassen darf, ist indes noch ungeklärt. Laut der Bahnsprecherin muss an der Strecke ein komplett neues Schalthaus errichtet werden, und das verzögert die Angelegenheit. Jede Schrankenanlage sehe komplett anders aus und werde auch ganz individuell eingerichtet. Demzufolge müsse nicht nur das Gebäude an sich, sondern auch das Innenleben sorgfältig geplant werden. Wie bei anderen Bauprojekten der Bahn seien auch hierfür sehr viele Genehmigungen von Behörden nötig. Hinzu komme, dass die auf Bahn-Elektronik spezialisierten Firmen nicht sogleich alle Teile vorgefertigt bereitliegen haben. Insofern müsse sich die Bahn auch nach den möglichen Lieferzeiten der Industrie richten.

Da ohnehin am Übergang neue Investitionen nötig sind, will die Bahn in einem Atemzug die Antriebe und Lichtzeichen an der Schrankenanlage austauschen. „Wir gehen davon aus, dass alles im November wieder funktionstüchtig ist“, sagt die Sprecherin.

Das hoffen sicherlich auch die Schrankenposten. Schließlich müssen sie nicht nur rund um die Uhr, sondern auch bei jeder Wetterlage draußen ihren Dienst schieben.

Baujahr 1988
Das Schalthaus am Bahnübergang Rohlfshagen stammt aus dem Jahre 1988 und wäre nach Informationen der Deutschen Bahn noch längst nicht sanierungsbedürftig gewesen. Das wiederum trifft aber auf den Antrieb und die Lichtzeichen zu. Letztere werden mit LED-Leuchten ausgestattet.

Dorothea von Dahlen

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