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Stormarn Schreiend buntes Spektakel
Lokales Stormarn Schreiend buntes Spektakel
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18:24 10.03.2014
Nach dem Film stellten die Kinder Detlev Buck viele Fragen. Die Szenen für seinen neuer Film wurden vor allem in Norddeutschland gedreht. Quelle: Fotos: Bettina Albrod
Bargteheide

Die acht Bs im Kinderzimmer sind Bullerbü, Benjamin Blümchen, Bob der Baumeister, Barbie und Bibi Blocksberg. Jetzt kommt noch Buck dazu: „Ich habe 76 Bibi-Blocksberg-Kassetten auf den Autofahrten mit meinen drei Töchtern gehört“, erklärte Detlev Buck, „das ist ins Unterbewusstsein eingedrungen.“

Da hat er es nun wieder rausgeholt und das bonbonbunte Filmmusical „Bibi & Tina“ daraus gemacht. Ein guter Film ist keine Hexerei, aber in diesem Fall doch. Denn Hexe Bibi hat eine rasante Handlung mit erster Liebe, fiesem Pferde-Doper und ein bisschen Mobbing zur Seite gestellt bekommen. Zur Bargteheider Premiere am Sonntag kam der Regisseur, der in Nienwohld groß geworden ist, ins Cinema Paradiso und stellte sich den Fragen der knapp 200 Zuschauer. Bargteheide — das hat Buck bewusst gemacht. „Für mich ist das Strukturerhalt“, erklärte er. „Man muss das Kino in Kleinstädten unterstützen.“ Seit „Karniggels“ sei er bei fast jeder Premiere in Bargteheide gewesen.

Nun also lief Bucks Bibi, und der Film ist sehenswert. Während Kinder ein buntes Spektakel um die Kultfigur Bibi mit Pferden, Freundschaft und Schwärmerei erleben, sehen die Erwachsenen denselben Film als wunderbare Parodie auf die Heimat- und Fürstenromane unter ewig blauem Himmel.

Eine Idylle wie in der Margarine-Werbung und lauter schöne Menschen in schreiend bunten Kostümen, die gelegentlich in ein Lied ausbrechen — das kam sehr gut an. „Die Gruppe Rosenstolz hatte sich gerade aufgelöst, und Peter Plate hat die Lieder komponiert“, erläuterte Detlev Buck. „Plötzlich wollten alle singen.“

Im Kinderfilm sei ohnehin alles erlaubt, man dürfe nur nicht langweilen, so der Regisseur, der selbst als Tierarzt mitspielt. „Eigentlich wollte ich den Schmied machen, aber dafür fanden mich meine Töchter zu alt.“ Jetzt taucht muskulös und im Achselhemd wie im Bauernkalender Max von der Groeben („Fuck ju Göhte“) auf dem Moped auf und bezaubert in dieser Rolle die hochnäsige Sophia. „Gelb wird die neue Modefarbe“, verriet Buck, denn Sophia tritt stets in Gelb auf.

Die gelbe Gefahr droht vor allem, die Zuneigung zwischen Bibis Freundin und Alexander zu zerstören. Aber am Ende wird die Widersacherin in den Kreis der Freunde aufgenommen. „Kinder haben einen hohen moralischen Anspruch“, hat Buck beobachtet. „Die wollen am Ende immer, dass alles richtig ist.“ Also scheitert der gierige Hans Kakmann (Charly Hübner), und Buck formuliert die Message des Films:

„Freundschaft siegt, auch wenn jemand anders ist.“

4,5 Millionen Euro hat das Werk gekostet, das überwiegend in Norddeutschland gedreht worden ist. „Zu einem Kinderfilm gehören für mich Pferde“, sagt Buck, „mit Pferden beginnt das Abenteuer.“ Auch für die Schauspieler: „Bis auf Lisa-Marie Koroll (Tina) sind alle einmal vom Pferd gefallen.“ Mit Bibi hat Buck sich nicht endgültig für das Genre Kinderfilm entschieden. „Ich brauche die Abwechslung", erklärte er. „Ich habe immer mehrere Projekte gleichzeitig laufen.“

Auch eine Fortsetzung von „Bibi & Tina“? „Wenn der Film gut läuft, ist auch das denkbar“, sagt Buck. „Schickt mir eure Ideen.“

Bauer und Filmer
Detlev Buck wurde 1962 in Bad Segeberg geboren und wuchs auf dem elterlichen Bauernhof in Nienwohld auf. Nach dem Abitur machte er eine Lehre als Landwirt und drehte parallel seinen ersten Film „Erst die Arbeit und dann“. Später studierte er an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin und gründete seine eigene Filmgesellschaft.



Als Regisseur („Männerpension“, „Hände weg von Mississippi“, „Same same but different“ mit dem Bargteheider David Kross, „Knallhart“ oder „Die Vermessung der Welt“) und Schauspieler ist er seitdem regelmäßig auf der Leinwand zu sehen. Daneben dreht er Werbespots, unter anderem für Nivea und Flensburger Pils.
„Wenn der Film gut läuft, ist auch eine Fortsetzung denkbar. Schickt mir eure Ideen.“
Detlev Buck

Bettina Albrod

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