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Stormarn Berufetag an der Gemeinschaftsschule in Reinfeld
Lokales Stormarn Berufetag an der Gemeinschaftsschule in Reinfeld
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07:00 05.10.2019
Marie Bähner und Clemens Schlaak haben den Berufetag an der KGS organisiert. Quelle: Britta Matzen
Reinfeld

Ausbildung bei Dräger, beim Finanzamt oder bei der Polizei? 300 Schüler und Schülerinnen der Immanuel-Kant-Gemeinschaftsschule in Reinfeld (KGS) konnten sich jetzt am Berufetag über ihre Perspektiven für die Zeit nach dem Schulabschluss informieren. 21 Institutionen, Unternehmen und Ausbildungsstätten präsentierten sich in den Klassenräumen der Schule. Die Schüler durften auswählen, welche Unternehmen sie besonders interessierten. Vorträge wurden gehalten, es gab aber auch die Möglichkeit, einen Einblick in die Praxis zu erhalten und den Referenten persönliche Fragen zu stellen.

Den Berufetag gibt es an der KGS bereits seit Jahren. Unternehmen aus Reinfeld, aber auch aus der Umgebung hat Lehrer und Koordinator Clemens Schlaak für den Berufetag kontaktiert. „Es ist eine Win-win-Situation. Wenn die Firmen zu uns kommen, können sie Nachwuchs generieren. Und wir bringen unsere Schüler hoffentlich erfolgreich auf dem Arbeitsmarkt unter. Mir war es auch wichtig, dass ich eine große Branchenbreite erreiche, deshalb habe ich Vertreter aus den unterschiedlichsten Bereichen eingeladen“ , teilt Schlaak mit. So war der Drogeriemarkt DM das erste Mal dabei, die Berufsfeuerwehr und auch innovative IT-Unternehmen. Die Stadt Reinfeld hätte sich auch gerne beim Berufetag der KGS präsentiert, zumal Nachwuchs im Verwaltungsbereich händeringend gesucht wird. „Wir haben im Moment nur leider nicht die Manpower dafür“, so Bürgermeister Heiko Gerstmann.

Ausbildung bei der Polizei und Bundeswehr gefragt

Manche Berufssparten waren bei den Jugendlichen begehrter als andere. „Bei der Polizei haben wir immer sehr viel Zulauf, genauso bei der Bundeswehr oder der UKSH“, teilt Schlaak mit. Beliebt waren beim diesjährigen Berufetag auch Firmen wie Mercedes oder Euroimmun. „Alles, was mit Handwerk und Schmutz zu tun hat, da war der Zulauf dagegen sehr dünn“, bedauert der KGS-Lehrer.

Dabei boomt gerade das Handwerk. Trotzdem haben die Schüler keine Lust auf eine Schlosser-, Tischler- oder Gartenbaulehre. Schlaak: „Ich glaube, es wäre gut, wenn die Schüler sich ausprobieren könnten. Wir hatten mal Schreinereibetriebe hier, die hatten Hobel mitgebracht. Das fanden die Schüler echt klasse.“ Die Jugendlichen bräuchten einfach etwas zum Anpacken, auch wenn es nur für einen kurzen Moment sei. Das sei besser als die reine Theorie. „Außerdem müsste man auch bei den Eltern ansetzen. Viele wünschen sich für ihre Kinder einen besseren Abschluss. Doch bei manchen kommt nicht an, dass der Nachwuchs vielleicht auch nicht den mittleren Schulabschluss schafft“, schildert der Pädagoge. Zudem sei es eine gesellschaftliche Aufgabe, das Image des Handwerks aufzuwerten. „Es muss in der Gesellschaft ankommen, dass es per se nichts Schlechtes ist, einen Handwerksberuf auszuüben. Im Gegenteil: Die Handwerker haben schließlich alle volle Auftragsbücher. Bei mir im WiPo-Unterricht wäre das auf jeden Fall Thema.“

So werden die Schüler auf die Berufswahl vorbereitet

Die Immanuel-Kant-Schule Reinfeld (KGS) trägt seit einem Jahr das Berufswahl-Siegel. Junge Menschen wissen oft nicht, wo ihre Stärken liegen, welcher Beruf zu ihnen passt und welche beruflichen Möglichkeiten sie haben. Die KGS hilft den Schülern dabei und bereitet sie erfolgreich auf den Übergang in Ausbildung und Beruf vor. Dafür ist die KGS vom Land mit dem Zertifikat ausgezeichnet worden. „Der Berufetag ist für uns ein ganz wesentlicher Baustein dafür, dass unsere Schüler erfolgreich einen Beruf oder Studiengang finden“, so der Englisch- und WiPo-Lehrer Clemens Schlaak. Daneben werden noch zahlreiche andere Berufs- und Studienorientierungsmöglichkeiten geboten.

In Klassenstufe 5 und 6 fängt es mit Rollenspielen und dem Erstellen eines Steckbriefes an. In Klassenstufe 7 gibt es die Vorhabenwoche „Benimm ist in“ und eine Potenzialanalyse. In Klassenstufe 8 steht ein BIZ-Besuch auf dem Stundenplan sowie der Berufetag und ein Betriebspraktikum. Bewerbertraining, Nachtschwärmer-Jobtour und BIZ bei Nacht werden für die Jahrgänge 9 und 10 geboten. Praktika, Planspiel Kommunalpolitik und Career-Day stehen für die Klassenstufen 11 bis 13 unter anderem auf dem Programm.

Kooperationspartner aus dem Handwerk gesucht

Die Reinfelder Immanuel-Kant-Gemeinschaftsschule denkt auch darüber nach, die Zusammenarbeit mit Handwerksbetrieben durch Kooperationsverträge zu fördern. „Wir haben so tolle Unternehmen in Reinfeld, die beim Berufetag nicht so einen regen Zulauf haben. Wir könnten zum Beispiel unsere Schüler aus den Technikkursen zu den Firmen schicken, sodass sie über diesen Weg mehr Einblick in den Handwerksberuf bekommen. Oder die Betriebe kommen zu uns an die Schule und zeigen im Kleinen, wie die Prozesse funktionieren. Wir sind da wirklich sehr offen für Ideen“, betont Schlaak.

Von Britta Matzen

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