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Stormarn Schulfeedback: Die KGS im Check
Lokales Stormarn Schulfeedback: Die KGS im Check
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12:52 20.03.2019
Die Experten vom IQ.SH mit der stellvertretenden Schulleiterin der Immanuel-Kant-Schule: Julian Lehmann, Jennifer Behnke, Prof. Terry Wrigley und Peter Schultalbers (v. l.). Quelle: Britta Matzen
Reinfeld

Verkehrte Welt: Normalerweise bekommen Schüler die Noten an der Schule. Beim Schulfeedback geht es andersherum – die Schule wird bewertet. Experten vom Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen in Schleswig-Holstein (IQ.SH) unterziehen die Strukturen und das Angebot der Einrichtung einer Prüfung. „Wir werfen einen kritischen Blick von außen auf die Schule“, sagt Julian Lehmann vom IQ.SH. So gerade geschehen an der Immanuel-Kant-Schule (KGS) in Reinfeld. Die Gemeinschaftsschule nahm freiwillig an der externen Evaluation teil, die das schleswig-holsteinische Bildungsministerium anbietet. Die stellvertretende Schulleiterin Jennifer Behnke hatte vorgeschlagen, an dem Verfahren teilzunehmen, um die KGS weiter nach vorne zu bringen. Die Schulkonferenz unterstützte das Vorhaben.

Schulfeedback-Team befragte Schüler, Eltern und Lehrer

Sieben Experten vom IQ.SH haben sich die Zeit genommen, sich intensiv mit der Reinfelder Schule auseinanderzusetzen. Die meisten von ihnen arbeiten nicht nur fürs Bildungsministerium, sondern sie sind selbst auch als Lehrer tätig und haben Erfahrung aus der Praxis. „Im Vorfeld haben wir bei der Immanuel-Kant-Schule Online-Befragungen vorgenommen, bei den Schülerinnen und Schülern, bei den Lehrkräften und bei den Eltern“, sagt Lehmann. Mehr als 1000 Teilnehmer hätten sie befragt. Dabei hätten die Lehrer natürlich andere Fragen bekommen als die Schüler und Eltern.

Wie ist das Klima an der KGS?

Fühlst du dich wohl? Wie ist das Klima an der KGS? Das wollten die externen Experten von den Schülern wissen. Lehmann: „Aber auch, wie sie die Leistungsbewertung nachvollziehen können, oder inwieweit sie sich auf einem angemessenen Niveau unterrichtet fühlen.“ Bei Eltern seien die Fragen ähnlich gewesen – „nur anders formuliert“. Eltern seien auch danach befragt worden, ob sie zufrieden mit dem Informationsfluss zwischen Schule und Elternhaus seien.

Was ist Schulfeedback?

Schulen brauchen den Blick von außen, um eine fundierte Einschätzung zur Qualität ihrer Arbeit zu erhalten – deshalb gibt es in Schleswig-Holstein das sogenannte Schulfeedback, das eine externe Evaluation ist.

Schulen können auf freiwilliger Basis an diesem dialogorientierten Rückmeldesystem teilnehmen. Im Blickpunkt des Verfahrens steht dabei die Unterrichtsentwicklung. Sie wird auf der Basis eines Orientierungsrahmens zur Schulqualität beurteilt. Dieser beschreibt, was in Schleswig-Holstein unter einer guten Schule verstanden wird.

Umgesetzt wird das Verfahren von ausgebildeten Schulevaluatoren, die jeweils von einem „kritischen Freund“ – zum Beispiel der Schulleitung einer anderen schulartgleichen Schule – begleitet werden. Den Abschluss bildet eine Beratung und Unterstützung bei der Schulentwicklung.

„Die Lehrkräfte haben wir als Erstes gefragt, ob sie gerne hier zur Arbeit gehen. Das ist ein ganz wichtiger Indikator. Lehrer, die gerne zur Arbeit gehen, machen meist gute Arbeit.“ Zudem seien die Pädagogen zu ihrem Unterricht befragt worden oder auch zur Zusammenarbeit mit der Schulleitung.

140 Stunden Unterricht unter der Lupe

Ergänzt wurde die Online-Umfrage durch einen zweitägigen Schulbesuch, der gerade stattgefunden hat. „Wir haben Interviews mit Mitarbeitern, Schülern, Eltern und Lehrern geführt und uns ungefähr 140 Unterrichtsstunden angesehen, um einen Überblick über die Arbeit an der Schule insgesamt zu bekommen.“ Die Tiefenstrukturen des Unterrichts hätten sie unter die Lupe genommen. „Dabei geht es unter anderem darum, ob es klare Regeln gibt, die eingehalten werden“, erläutert Julian Lehmann.

Schule bekommt Noten aus Kiel

Welche Noten die Immanuel-Kant-Schule aus Kiel bekommt, das wird in ein paar Monaten bekannt gegeben. „Was wir der Schule zurückmelden wollen, darüber wird im Team beraten. Aber wir wissen schon jetzt, dass die Schule sehr selbstbewusst auftreten kann“, sagt der Experte vom IQ.SH.

Das Schulfeedback sei ein offenes und wertschätzendes Verfahren, das die Stärken und Schwächen der Schule herausarbeite. Der Bildungserfolg des einzelnen Schülers stehe dabei im Mittelpunkt. „Wir gehen davon aus, dass wir ganz viele starke Schulen im Land haben, die manchmal gar nicht wissen, wie gut sie eigentlich sind“, sagt Julian Lehmann.

Britta Matzen

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