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Stormarn Ovales Gotteshaus mit „Ökumenestein“
Lokales Stormarn Ovales Gotteshaus mit „Ökumenestein“
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15:29 26.07.2019
Aus diesem Blickwinkel sieht die katholische Kirche in Reinbeks Stadtmitte wie eine der berühmten Rundkirchen auf der Insel Bornholm aus. Quelle: Norbert Dreessen
Reinbek

Die katholische Herz-Jesu-Kirche in der Stadtmitte von Reinbek ist weder das älteste noch das größte oder gar das bekannteste Gotteshaus im Kreis Stormarn, aber durch seinen ovalen Grundriss fällt dieses Gebäude mit Sicherheit aus dem Rahmen. Steht man an der Turmseite, wirkt das Bauwerk sogar wie eine der berühmten weißen Rundkirchen auf der dänischen Insel Bornholm.

Maria-Magdalenen-Kloster wurde 1227 gegründet

In Reinbek begann das kirchliche Leben bereits vor fast 800 Jahren, denn 1227 wurde hier das Maria-Magdalenen-Kloster gegründet. Nach der Reformation wurde das Kloster jedoch anno 1528 geschlossen. 1883 stellte dann der Kaufmann Adolf Schramm den katholischen Schwestern von der Heiligen Elisabeth ein Erholungshaus zur Verfügung. Später entstand daraus das heute noch bestehende Krankenhaus St. Adolf-Stift.

1908 wurde die katholische Kirchengemeinde Reinbek gegründet. Als Pfarrkirche der Gemeinde diente anfänglich der Saal des ehemaligen Gasthauses „Harmonie“, dann die St. Elisabeth-Kapelle im St. Adolf-Stift. 1932 begannen die Planungen für den Bau einer richtigen katholischen Kirche. Noch im gleichen Jahr wurde dafür ein Grundstück erworben. Doch dann erlebte und erlitt Deutschland die Nazi-, die Kriegs- und die Nachkriegszeit, so dass der Kirchenbau in der Stadt an der Bille erst 1953 verwirklicht werden konnte.

Ovaler Grundriss vermittelt Geborgenheit

Das Architektenbüro Puls & Richter aus Hamburg hatte die Kirche mit dem ovalen Grundriss, der Geborgenheit vermitteln soll, entworfen. 350 Personen sollten hier Platz finden.

Die Grundsteinlegung erfolgte Ostern, die Einweihung war am Zweiten Advent. Die ungewöhnlich kurze Bauzeit von sechs Monaten wurde möglich, weil man eine moderne Stahlskelett-Konstruktion realisiert hatte. Allerdings fehlten bei der Einweihung noch die Orgel und die schönen Buntglasfenster.

Die katholische Kirchengemeinde hätte den Neubau gern nach dem Kloster der Zisterzienserinnen „Maria Magdalena“ genannt, doch diesen Namen trug nun schon die nur wenige hundert Meter entfernte evangelische Kirche des Ortes. So entschied man sich für „Herz Jesu“. Der Name sollte die besondere Liebe, Nähe und Wärme des Sohnes Gottes zu den Menschen symbolisieren.

Neue Pfarrei mit 26 000 Gläubigen

Reinbeks Katholiken gehören wie die aus acht anderen ehemals selbstständigen Pfarreien aus Stormarn, dem Kreis Herzogtum Lauenburg und dem Südosten Hamburgs seit Ende Mai dieses Jahres zur neuen Pfarrei Heilige Elisabeth mit etwas mehr als 26 000 Gläubigen.

Die Großpfarrei wird aus diesen Gemeinden gebildet: Herz Jesu (Reinbek), Heilig Geist (Wentorf), St. Barbara (Geesthacht), Zu den heiligen Engeln (Glinde), St. Marien (Bergedorf), St. Christophorus (Lohbrügge), Edith Stein (Neuallermöhe), St. Michael (Schwarzenbek) und St. Konrad (Lauenburg).

„Die Aufgaben in der neuen Pfarrei werden jetzt anders organisiert“, erklärt Pfarrer Markus Diederich. Die hauptamtlichen Mitarbeiter mit elf pastoralen Stellen arbeiten nun nicht mehr wie bisher mit einer bis drei Gemeinden zusammen. Künftig werden diese Mitarbeiter in allen neun Gemeinden unterwegs sein.

Info
kath-kirche-reinbek.de

Fünf farbige Rundfenster an der Südseite

Die Kirche, am Niels-Stensen-Weg auf einem Hügel etwas oberhalb der Hamburger Straße gelegen, ist jeden Tag geöffnet. Im Inneren gibt es einiges zu entdecken, vor allem in künstlerischer Hinsicht. Da sind zum Beispiel die fünf farbigen Rundfenster an der Südseite des Gebäudes. Sie zeigen wichtige Stationen aus der Kindheitsgeschichte Jesu, gleichzeitig aus dem Leben Marias. „Wenn die Sonne mittags oder nachmittags auf diese Wand scheint, strahlen die Motive in herrlich bunten Farben“, sagt Helga Valentiner-Branth. Die 84-Jährige war früher Vorsitzende des Pfarrgemeinderats und ist nach wie vor in der Gemeinde sehr aktiv.

Schwedin schafft Skulptur aus Eichenstamm

Beachtenswert ist auch die Skulptur „Maria und Elisabeth“, 1933 von der schwedischen Künstlerin Alice Nordin aus einem großen Eichenstamm geschaffen. Dieses Werk wurde der Kirchengemeinde 2003 von Fürstin Elisabeth von Bismarck geschenkt.

Und dann gibt es noch den „Ökumenestein“. Er ist eine Skulptur mit den Reliefs der vier in Reinbek vertretenen christlichen Kirchen. „Die Ökumene hat in unserer Gemeinde einen hohen Stellenwert“, so Helga Valentiner-Branth. Recht neu in der Kirche ist die 1982 eingeweihte Orgel, die damals ein deutlich kleineres und nicht so klangvolles Instrument ersetzte.

Im Seitenschiff hinten findet man einen verglasten Raum, in dem sich zum Beispiel während der Heiligen Messe kleine Kinder aufhalten können, damit ihre Eltern den Gottesdienst entspannter miterleben. Für Beichtgespräche wird der Raum ebenfalls genutzt, wobei der Beichtende auf Wunsch auch hinter einer Wand Platz nehmen kann.

Norbert Dreessen

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