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Stormarn Warum die Internationale Raumstation ISS nach Stormarn funkte
Lokales Stormarn Warum die Internationale Raumstation ISS nach Stormarn funkte
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15:37 16.08.2019
Signal empfangen: Die Großhansdorfer Amateurfunker freuten sich riesig, als das Foto von Owen Garriot auf ihrem Monitor erschien.   Quelle: Reyers/hfr
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Bad Oldesloe

Schon seit 20 Jahren dreht die Internationale Raumstation ISS ihre Runden um die Erde – und sendet dabei Signale aus dem Weltraum. An Bord sind dafür meistens auch Amateurfunker. Anlässlich des im April dieses Jahres im Alter von 88 Jahren verstorbenen amerikanischen Astronauten und Funkamateurs Owen Kay Garriott sendete die ISS ihm gewidmete Bilder zur Erde.

Etwa 400 Kilometer entfernt saß in der Friedrich-Junge-Gemeinschaftsschule eine Gruppe aufgeregter Jugendlicher und wartete mit Spannung auf den Überflug der Raumstation. Sie gehören zum Ortsverband Ahrensburg/Großhansdorf des Deutschen Amateur-Radio-Clubs und waren mithilfe ihres Vorsitzenden Stefan Reyers bestens vorbereitet. „Einmal wöchentlich machen wir Elektronik-Bastelabende in der Schule“, erzählt Reyers. „Und an diesem Tag warteten wir auf die Aussendungen der ISS.“

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Bilder aus dem Weltraum

Tatsächlich gelang es den Jugendlichen, die Signale und Bilder in Großhansdorf zu empfangen. „Die Internationale Raumstation ist während ihres Überflugs nur für wenige Minuten an einem Standort zu empfangen“, erklärt der Vorsitzende. „Da müssen alle Einstellungen am Empfänger sitzen.“ Und das taten sie. Plötzlich tauchten tatsächlich Fotos von Owen Garriot auf dem Monitor auf – zwar nur zeilenweise und relativ kurz, aber die Begeisterung kannte keine Grenzen.

In seiner Karriere war Garriott verantwortlich für die Kommunikation mit den Astronauten der Apollo-11-Mission, später stellvertretender Direktor des Space Flight Centers in den USA und unter anderem Astronaut im ersten amerikanischen Weltraumlabor Skylab (1973).

Kurz vor dem Start einer weiteren Weltraum-Mission verbreitete sich die Nachricht, dass Garriott versuchen würde, zum ersten Mal in der Geschichte der zivilen Raumfahrt aus der Erdumlaufbahn heraus Kontakte zu Funkamateuren auf der Erde herzustellen. „Seitdem nutzen Astronauten und Kosmonauten die vorhandene Technik und bieten Interessierten auf der Erde ein besonderes Feld für Experimente“, sagt Stefan Reyers, im echten Leben Polizeihauptmeister.

Einmal pro Woche treffen sich die jugendlichen Amateurfunker. Hier Hans Brandt mit Erik Dörschel, Justus Krause und Torben Märkl (v.l.) beim Lernen von Morsezeichen mit modernster Digitaltechnik.   Quelle: hfr

Für den Nachweis des Empfangs erhielten die Schüler und die Schule von der Organisation „Amateur Radio on the International Space Station“ eine Auszeichnung. Wer sich ebenfalls für die spannende Welt des Amateurfunks interessiert, kann sich auf der Homepage des Ortsverbandes https://e09.de oder den wöchentlich freitags in den Räumen der Friedrich-Junge-Schule um 17.30 Uhr stattfindenden Elektronik-Bastelabenden informieren.

Von Markus Carstens