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Stormarn So macht der Kreis Stormarn jetzt Ernst beim Klimaschutz
Lokales Stormarn So macht der Kreis Stormarn jetzt Ernst beim Klimaschutz
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06:23 16.10.2019
Himmelfahrt 2018 in Oststeinbek: Auch in Havighorst wurden zwei Spaziergänger vom Wasser überrascht. Der Kreis möchte ein Frühwarnsystem für Starkregen einrichten. Quelle: JEB
Bad Oldesloe

Den Klimanotstand wollte die Mehrheit des Kreistages im Juni zwar nichtausrufen, trotzdem nehmen die Kreispolitiker das Thema ernst – und haben so einige Themen auf ihrer Agenda. Der Kreis hat zwar schon seit 1996 ein Klimaschutzprogramm und diverse Maßnahmen umgesetzt. Doch es geht noch mehr. Das meint besonders die Fraktionen der Linken, die mehrere Anträge zur nächsten Sitzung des Umweltausschusses vorbereitet hat.

Die Punkte im einzelnen:

Blühstreifen und Obstbäume für die Insekten:

Ein Blühstreifen an der Stormarner Kreisverwaltung. Quelle: Foto: Markus Carstens

Frühwarnsystem für Starkregen:

60 000 Euro plant der Kreis ein für die Errichtung eines Vorwarnsystems für sogenannte Starkregenereignisse. Es soll bei der Rettungsleitstelle in Bad Oldesloe angesiedelt werden. „Anlass ist unter anderem das Unwetter an Himmelfahrt 2018 in Oststeinbek“, heißt es aus dem Fachdienst Wasserwirtschaft der Stormarner Kreisverwaltung. Bei dem Unwetter wurde die gesamte Gemeinde am Rande Hamburgs innerhalb von Minuten völlig überflutet. Der Schaden ging in die Millionen. Aufgrund des Klimawandels kommen solche Ereignisse laut Verwaltung immer öfter und mit zunehmender Intensität vor.

Über ein ähnliches Warnsystem verfügt bereits die Stadt Lübeck. Durch die Auswertung vergangener Feuerwehreinsätze wurden für alle Stadtteile spezifische Niederschlagsgrenzwerte ermittelt und daraus Warnwerte abgeleitet. Ein kontinuierlicher Abgleich dieser Werte mit aktuellen Niederschlägen und erstellten Kurzzeit-Vorhersagen auf der Grundlage von Niederschlagsradardaten führt nach Angaben der Verwaltung zu präziseren Zwei-Stunden-Vorhersagen als die üblichen Unwetter-Warnungen des Deutschen Wetterdienstes. Bei Überschreitung der Grenzwerte wird dann eine Warnung an die Feuerwehrleitzentrale und weitere kommunale Akteure verschickt, die dann vor Ort schnell reagieren und Vorsichtsmaßnahmen ergreifen können.

Landwirte sollen Insekten-Vielfalt sichern:

Der Kreis Stormarn soll eine Kooperation mit dem Kreisbauernverband Stormarn eingehen, die das Ziel hat, die Insektenvielfalt im Kreis zu erhalten und zu fördern. So steht es in einem Antrag der CDU, die dem Verband 7500 Euro zur Verfügung stellen möchte – als Zuschuss für die Beschaffung von Saatgut und die Herrichtung von Blühstreifen von bis zu 100 Hektar.

Bienen-Ausstellung und Saatgut-Päckchen

Als weiterer Punkt wurde die Bienen-Ausstellung des schleswig-holsteinischen Heimatbundes für die Zeit vom 3. Februar bis 26. März 2020 für den Kreis Stormarn reserviert. Die Eröffnung ist für den 3. Februar nachmittags geplant. Auf dieser Info-Veranstaltung für Kommunen und Bürger werden auch kostenlos Saatgut-Päckchen verteilt. Genauere Informationen sollen folgen.

„Die Bauern im Kreis Stormarn haben in den vergangenen Jahren zum Teil Blühstreifen am Rand ihrer Felder, aber auch als Zwischenfrucht angelegt. Dieses Engagement der Bauern, wollen wir mit einer finanziellen Unterstützung honorieren, aber auf diese Weise auch weitere Anreize schaffen, damit mehr Bauern dem Beispiel ihrer Kollegen folgen“, heißt es im CDU-Antrag. Insbesondere als Zwischenfrucht eigne sich eine derartige Aussaat zur Bindung von Nährstoffen im Boden, biete dabei vielfältigen Insekten ein Nahrungsangebot und darüber hinaus eine Möglichkeit der Überwinterung.

Ökostrom für alle Kreisgebäude?

Der Kreis soll schnellstmöglich seinen Energiebedarf für alle Gebäude aus erneuerbaren Energien decken. Das fordern die Grünen. Vorrang habe dabei die Energieerzeugung durch eigene Anlagen und Fernwärme. Sollte der Strombedarf durch eigene Anlagen nicht gedeckt werden, soll ökologisch erzeugter Strom genutzt werden.

Ganz so einfach gestaltet sich das jedoch nicht. Während bislang 13 Prozent des Stroms aus eigenen Photovoltaikanlagen kommt, wurde die restliche Stromversorgung nach Angaben der Verwaltung gerade erst vergeben – nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Keiner der Anbieter, also auch der siegreiche, habe dabei Ökostrom im Angebot gehabt.

Linke fordern Tempo 120 auf Stormarns Autobahnen

Mit einem großen Forderungskatalog gehen die Linken in die nächsten Sitzungen. Sie wollen unter anderem einen Sonderausschuss Klimaschutz einrichten, einen Investitionsfonds für Klimaschutzmaßnahmen mit zunächst 50 000 Euro sowie auch einen Ausgleichsfonds für alle vom Klimawandel betroffenen und benachteiligten Personen.

Außerdem fordert die Linke ein Ranking der CO2 -Verursacher in Stormarn, den weiteren Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs – wobei der Kreis da mittlerweile einiges angestoßen hat –, Aufforstung und Waldverdichtung sowie nicht zuletzt Tempo 120 auf den Autobahnen im Kreisgebiet.

„Angesichts einer großen Mehrheit für das Thema Klimaschutz sollte der Kreis das Thema auf oberster Ebene und nicht nur im Umweltausschuss in seiner Bedeutung würdigen. Leider sind bisher die Aktivitäten des Kreises fast ausschließlich auf den CO2-Fußabdruck der Kreisverwaltung ausgerichtet“, heißt es in der Begründung. Das müsse sich ändern. Staatliches Handeln im Kreis müsse aktiv den klimaneutralen Wandel und Umbau der Wirtschaft, der Landwirtschaft, des Verkehrs und der Lebensweise der Menschen unterstützen.

Der Umweltausschuss trifft sich am Montag, 21. Oktober, um 18.15 Uhr in Raum F 22 der Kreisverwaltung in Bad Oldesloe. Die Tagesordnung ist ungewöhnlich lang.

Von Markus Carstens

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