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Stormarn So radelt es sich in Stormarn
Lokales Stormarn So radelt es sich in Stormarn
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20:10 20.05.2017
Hier ist Schluss: Am Kalkgraben in Reinfeld fehlt etwa ein Kilometer Radweg entlang der B 75. Das kritisieren LN-Leser aber auch Reiner Hinsch vom ADFC. Quelle: Fotos: Meyer
Bad Oldesloe/Reinfeld

Es ist nur ein Missstand von vielen im Kreis Stormarn. Etwa ein Kilometer Radweg fehlt entlang der B 75 zwischen Oldesloe und Reinfeld. Das bedeutet für die Radler einen Umweg durch die Stadt. Das ärgert nicht nur Reiner Hinsch, den Vorsitzenden des Kreisverbands vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC), sondern unter anderem auch Leser Manfred Mörtzschky. Die LN haben die Stormarner gefragt, womit sie zufrieden sind und was besser sein könnte. Ein Thema war dabei die Situation für Radfahrer – und die könnte besser sein.

Kreis schneidet beim Fahrradklima-Test durchschnittlich ab – ADFC kritisiert Straßenzustand.

Stadtradeln

Das Projekt findet in Stormarn vom 4. bis 24. Juni statt. Anmeldungen für das Stadtradeln sind bei den teilnehmenden Städten und Gemeinden (Ahrensburg, Bad Oldesloe, Bargteheide, Glinde, Oststeinbek, Reinbek und Trittau) oder im Internet über www.stadtradeln.de/kreis-stormarn ab sofort möglich.

„Im Kreis Stormarn muss auf jeden Fall etwas für die Radfahrer getan werden“, sagt Reiner Hinsch. „Zwar ist die Situation regional etwas unterschiedlich, aber im Großen und Ganzen sind die Bedingungen immer noch zu schlecht.“

Zu diesem Ergebnis kommt auch der aktuelle Fahrradklima-Test vom ADFC und dem Bundesministerium für Verkehr. Mit 27 Fragen wurde die Zufriedenheit der Fahrradfahrer in den Teilnehmerstädten und -Gemeinden ermittelt. In Stormarn hält sich die Begeisterung in Grenzen: Oldesloe wird nur eine 3,9 auf der Schulnotenskala bescheinigt. Damit liegt die Stadt im Bundesvergleich auf Platz 231 von 364. Reinbek und Ahrensburg erhalten eine 4,1. Glinde schneidet mit einer 4,2 noch schlechter ab. Am zufriedensten sind Radfahrer in Ammersbek – für die Gemeinde gibt es eine 3,4. Fahrradfreundlich sieht anders aus. „Während Ammersbek weit vorne landet, rangiert die benachbarte Stadt Ahrensburg weit hinten in der Rangliste und stresst ihre Radfahrer deutlich mehr“, sagt Thomas Möller, der Landesvorsitzende des ADFC Schleswig-Holstein. Schlechte Oberflächen der Radwege würden vor allem in Ahrensburg und Glinde beklagt. Öffentliche Leihfahrräder fehlten überall.

„Es tut sich nur langsam etwas, das Augenmerk liegt immer noch auf dem Autoverkehr“, sagt Reiner Hinsch. „Dabei gibt es viele Radfahrer und es könnten bei besseren Bedingungen noch mehr sein.“ So seien die Radwege neben den Bundes-, Landes- und Kreisstraßen oftmals mehr als 50 Jahre alt. „Die sind oft überwachsen und der Boden von Wurzeln aufgebrochen. Das ist gefährlich“, sagt Hinsch.

In einem besonders schlechten Zustand seien unter anderem auch die Verbindungen zwischen Oldesloe und Grabau sowie Tralau und der Radweg in Benstaben. „Den dürfte man so gar nicht mehr nennen“, sagt Hinsch verärgert. „Auch die Hagenstraße in Oldesloe ist in einem sehr schlechten Zustand. Radfahrer fahren dort entgegen des Autoverkehrs dazu noch die Straßenverhältnisse – das ist brenzlig.“

„Wir stecken eigentlich nur noch Geld in die Unterhaltung der Wege“, sagt Günter Fischer, Fachdienstleiter vom Bereich Planung und Verkehr beim Kreis Stormarn. Derzeit sei noch der Bau eines Radweges an der K 94 zwischen Rümpel und Pölitz in der Planung. Saniert werden soll zudem ein 1,9 Kilometer langer Abschnitt des Radwanderweges zwischen Trittau und Glinde im Bereich Lütjensee. „Radwege werden selten neu gebaut, weil es kaum noch Fördermittel gibt. Nach einem neuen Urteil wird nur noch gefördert, wenn eine Benutzungspflicht angeordnet ist – und das ist selten“, sagt Fischer. In der Regel sollten Radfahrer nach dem Urteil die Straße nutzen. Das sei ohnehin sicherer. Dies bestätigt auch Reiner Hinsch vom ADCF. „An Abbiegungen oder Einfahrten übersehen Autofahrer die Radfahrer auf dem Radweg zu oft“, erklärt der Experte. „Das sind Unfallschwerpunkte. Sicherer ist es, auf einem Schutzstreifen zu fahren. Einige wurden schon in Oldesloe eingerichtet. Das ist gut.“

Eine Verbesserung der Situation für Radfahrer wünscht sich auch Thilo Scheuber, Fachbereichsleiter im Bauamt der Stadt Bad Oldesloe. „Ich würde gerne das Fahrradwegekonzept fortschreiben“, sagt der 36-Jährige, der mit gutem Beispiel voran geht, denn er fährt mit dem Rad zur Arbeit. „Ein Ziel ist es auch, die umliegenden Gemeinden besser anzubinden.“ Aber: Das sei leider noch Zukunftsmusik.

Kim Meyer

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