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Stormarn So schön ist Stormarn: Tourismus weiter im Aufwind
Lokales Stormarn So schön ist Stormarn: Tourismus weiter im Aufwind
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12:24 03.04.2019
Immer beliebter: Rad fahren in Stormarn. Einige der Fotomodels wurden in der Kreisverwaltung rekrutiert.   Quelle: Meiners/hfr
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Bad Oldesloe

Auch ohne Tunnel in der Ostsee zwischen Fehmarn und Lolland kommen die Dänen gerne nach Schleswig-Holstein – und sogar in den Kreis Stormarn. „15 Prozent der statistisch erfassten Übernachtungen werden hier von ausländischen Gästen getätigt“, erklärt Stormarns Tourismus-Managerin Rabea Stahl. Und die Dänen sind dabei ganz weit vorn, dicht gefolgt von den Schweden.

Warum das so ist, hat das Tourismus-Management noch nicht genau ergründet – möglicherweise sind darunter auch Hamburg-Urlauber –, aber bereits reagiert: So werden die Dänen auf der Homepage www.tourismus-stormarn.de mit einem „Hjertelig velkommen“ begrüßt, weiter geht es dann auf Englisch. Der gesamte Internet-Auftritt steht schon seit Anfang des Jahres auch in englischer Sprache zur Verfügung.

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Im Netz unter #stormarnbeglückt

Apropos Internet: Rabea Stahl und Emily Meehan, die das Management mittlerweile verstärkt, setzen in diesem Jahr ganz auf eine digitale Offensive und dabei vor allem auf Social Media. Der Facebook-Account ist seit vergangenem Jahr online und wird immer beliebter, ein Instagram-Auftritt in Vorbereitung, ein Blog im Aufbau, und auch auf der sehr populären Plattform „Outdoor active“ soll Stormarn kein weißer Fleck mehr sein. Unter dem Hashtag #stormarnbeglückt wollen die Touristikerinnen den Kreis auch im Netz noch bekannter machen.

Denn obwohl der Kreis bereits vor rund zehn Jahren eine – inzwischen erfolgreiche – Tourismus-Offensive startete, ist das Thema noch längst nicht bei jedem angekommen. „Nicht nur Urlauber, auch viele Stormarner wissen nicht, dass wir ein eigenes Management haben“, sagt Wolfgang Gerstand (CDU), Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses des Kreises. Diesem trug Rabea Stahl jetzt Pläne und Vorhaben für die nächste Zukunft vor.

Karte mit Hofcafés und Wochenmärkten

Für die digitale Offensive wurde eigenes ein Fotoshooting mit Fotografin Maya Meiners aus Jersbek gestartet, teilweise mit Mitarbeitern der Kreisverwaltung, die als Models auftraten. Diese sind dann in der Natur zu sehen, auf dem Wochenmarkt oder im Hofcafé. Für letztere gibt es mittlerweile eine neue Karte, die zeigt, wo frische regionale Produkte zu kaufen sind. 14 regionale Betriebe stellen sich in übersichtlichen Einträgen vor. Diese sind unterteilt in Hofläden, Hofläden mit Café und Landcafés. Ein Stromstecker-Symbol im Eintrag zeigt an, ob man dort die Möglichkeit hat, sein E-Bike zu laden. So steht einem Fahrradausflug mit einer Kaffeepause nichts mehr im Weg. Abgerundet wird die Karte, die den Titel „Stormarn – frisch & lecker“ trägt, durch ein herzhaftes und ein süßes Rezept der Stormarner Landfrauen.

Schwerpunkt Radfahren: Neue Karte mit Rundtouren

Der Name Stormarn wird auch in der Tourismusbranche immer bekannter. Hilfreich sind dabei diverse Messen in Norddeutschland; zum Beispiel die große Reisemesse in Hamburg, auf der der Stand des Kreises immer größer wird, oder gerade erst die Radreisemesse in Kiel.

Denn Radfahren ist für Rabea Stahl und Emily Meehan ein großer Schwerpunkt. In Kooperation mit der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn wurde eine neue Übersichtskarte rund um das Thema Radfahren herausgegeben. Die Karte zeigt 22 Radrundtouren und die drei Bahnradwege im Kreis, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen.

Leichter Rückgang nach Rekordjahr

395 760 Übernachtungen wurden im abgelaufenen Jahr in Stormarn gezählt. Statistisch erfasst werden dabei nur Herbergen mit mehr als zehn Betten. Das ist zwar ein Rückgang um 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr (415 521 Übernachtungen), 2017 war nach Aussage von Tourismus-Managerin Rabea Stahl aber auch ein absolutes Rekordjahr. „Gegenüber 2016 verzeichnen wir einen Anstieg um 2,7 Prozent.“

Den Grund für die riesige Steigerung 2017 vermutet das Tourismus-Management im G-20-Gipfel, der im Juli in Hamburg stattfand. „In diesem Monat hatten wir elf Prozent mehr Übernachtungen“, sagt Rabea Stahl.

Insgesamt sind für Stormarn 52 Beherbungsstätten gelistet, die meisten davon in Lütjensee (6), gefolgt von Bad Oldesloe (5), Reinfeld (5) und Ahrensburg (4). Die meisten Übernachtungen verzeichnet Ahrensburg mit 71 236 vor Bad Oldesloe (69 474). Mit Abstand folgen Reinbek (35 923) und Lütjensee (30 922). Während Reinbek den höchsten Einbruch aufweist (minus 7,7 Prozent), gibt es den größten Zuwachs in Lütjensee (plus 3,1 Prozent). Auch Reinfeld legte leicht zu (plus 1,3), während alle anderen verloren. Reinfeld und Lütjensee weisen zudem die längsten Aufenthaltszeiten auf. In der Karpfenstadt bleiben die Gäste im Durchschnitt 2,2 Tage, in Lütjensee 2,1 Tage.

Außerdem werden die wichtigsten Natur- und Kulturpunkte entlang der Strecken aufgeführt. Auf der Rückseite befindet sich zu jeder Route ein Steckbrief mit Start-/Zielort, Streckenlänge, ÖPNV-Anbindung und eine kurze Tourenbeschreibung. „Die Karte soll einen ersten Überblick geben“, sagt Tourismus-Managerin Rabea Stahl. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite. Außerdem ist das Ringbuch mit den ausführlichen Routenbeschreibungen bei der Sparkasse Holstein für fünf Euro erhältlich.

Es wird also auch weiterhin Flyer und andere Printprodukte geben, so zum Beispiel zur Gemeinde Lütjensee oder auch zur Stadt Ahrensburg. Der zwölfseitige Flyer wurde auf Initiative des Ahrensburger Dehoga-Ortverbandes erstellt.

Wohnmobile am Poggensee?

Wie überall in Deutschland zieht es auch immer mehr Wohnmobilisten nach Stormarn, Plätze gibt es in Bad Oldesloe auf dem Exer, in Reinfeld am Herrenteich und auf dem Campingplatz in Großensee.

In der Kreisstadt wurden im abgelaufenen Jahr rund 5200 Übernachtungen mit dem Wohnmobil gezählt. Bürgermeister Jörg Lembke (parteilos) kann sich vorstellen, das Angebot auszuweiten und den Bürgerpark aufzuwerten oder zum Beispiel auch Wohnmobil-Plätze am Poggensee zu schaffen. Das sei aber bislang nur ein Gedankenspiel.

Bad Oldesloe ist ohnehin angesagt bei Touristen. 70 000 Übernachtungen wurden 2018 gezählt, die Stadtinfo ist stark frequentiert und wird nun sogar um eine halbe Stelle aufgestockt. „Bad Oldesloe hat endlich angefangen, sich touristisch aufzustellen und zu vermarkten“, sagt dazu Rabea Stahl.

Auch Tagesgäste würden immer mehr, rund 85 000 dürften es in 2018 gewesen sein. Laut Bürgermeister Lembke ist das auch ein Verdienst des Kultur- und Bildungszentrums. „Immer mehr Besucher kommen nicht nur zu einer Veranstaltung im KuB, sondern bleiben länger in Bad Oldesloe, machen hier noch einen Ausflug ins Grüne oder gehen etwas essen.“

Beliebte Ausflugsziele sind die vielen Hofcafés im Kreis. Das Tourismus-Management hat nun extra einen Flyer dafür aufgelegt. Quelle: Meiners/hfr

Markus Carstens