Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Spielplatz und Baustelle: Lärm und Staub sorgen für Probleme
Lokales Stormarn Spielplatz und Baustelle: Lärm und Staub sorgen für Probleme
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:08 23.07.2018
Gespräch vor Ort: Bürgermeister Jörg Lembke und Verwaltungsmitarbeiter diskutierten mit Bürgern auf dem Spielplatzgelände. Quelle: Foto: M. Thormählen
Anzeige
Bad Oldesloe

Erheblich belästigt durch Lärm und Staub von der nahen Großbaustelle seien die Menschen in ihren Wohnungen an der Hebbelstraße, kritisierte ein Anwohner. Und die Lastwagen seien bereits am frühen Morgen bis gegen 22 Uhr im Einsatz, um den Baustellenbereich anzufahren. Der Bürgermeister äußerte durchaus Verständnis für diese Situation: „Das ist noch schlimmer wegen der Hitzewelle, die wir ja zurzeit haben.“ Etwa 20 Bürger nahmen den Termin mit Jörg Lembke sowie Mitarbeitern der Stadtverwaltung wahr.

Sorgen machte sich ein anderer Anlieger um den späteren Zustand der Hebbelstraße: „Die kann ja von den Lastwagen kaputt gefahren werden. Und wir als Anlieger müssen dann mit Beiträgen die Reparaturen bezahlen – das kann aber nicht sein.“ Bauamtsleiter Thilo Scheuber wies darauf hin, dass für die geplante Anbindung des Baustellenverkehrs eine Ringlösung gewählt worden sei: Die Lkw sollten den Claudiussee über die Hebbelstraße erreichen und dann über die Claudiusstraße wieder verlassen. Nicht sinnvoll sei, die schweren Fahrzeuge durch die Kampstraße zu leiten, weil diese Straße später erneut als Sackgasse ausgewiesen werden soll.

Anzeige

Nach den aktuellen Plänen können im neuen Baugebiet Claudiussee bis zu 240 Wohneinheiten errichtet werden – Einfamilienhäuser, Doppelhäuser sowie Reihenhäuser. Darüber hinaus ist auch der Bau von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern möglich. Für Wohnraum soll es auch eine Sozialbindung geben. In dem neuen Wohngebiet wird eine Kindertagesstätte errichtet, die später bis zu 140 Plätze für die Betreuung von Jungen und Mädchen anbietet.

In einem Gutachten wurde ermittelt, dass zurzeit rund 2400 Autos pro Tag durch die Hebbelstraße rollen. Später werden wegen der Zuzugs der Neubürger bis zu 1300 Fahrzeuge täglich dazukommen.

Anwohner machten darauf aufmerksam, dass diese Entwicklung zu erheblichen Belastungen führen könne. Diese Sorgen wollten der Bürgermeister und Verwaltungsmitarbeiter mit den Hinweis entkräften, dass die Wohnstraßen den zusätzlichen Anliegerverkehr auf jeden Fall verkraften könnten. Sicher sei auch, dass er keine Buslinie geben werde, die später durch die Hebbelstraße führe. Anwohner befürchteten, dass es Probleme geben werde, falls sich größere Fahrzeuge in der engen Wohnstraße begegneten.

Mehr Sicherheit für die Kinder, die den Spielplatz an der Hebbelstraße nutzen, lautete eine weitere Forderung. Die Spielgeräte stünden ziemlich dicht an der Straße. Jörg Lembke und Verwaltungsmitarbeiter machten deutlich, dass eine Verlegung des Spielplatzes nicht geplant sei – auch mit dem Hinweis, dass „Kinderlärm kein Lärm ist“, jedenfalls nicht im Sinne der Rechtslage. Eine Mutter monierte, dass die große Rutsche seit längerem defekt und gesperrt sei. Da soll jetzt, so die Verwaltung, Abhilfe geschaffen werden. Eine neue Anlage sei bestellt worden, die ab dem 1. August auf dem Spielplatz an der Hebbelstraße installiert werde.

Während eines Rundganges durch die Region wiesen Anlieger auf die Situation auf einem Gewerbegrundstück an der Kampstraße hin, die für erhebliche Belastungen sorge. Die Anwohner hätten sich an die Stadtverwaltung gewandt, weil auf dem Areal unter anderem Bauschutt gelagert worden sei. „Die Stadt wird tätig“, sicherte Bürgermeister Lembke zu. Er bat allerdings um Verständnis, dass es keine weiteren öffentlichen Aussagen zu diesem Thema geben dürfe.

Michael Thormählen

Anzeige