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Stormarn SV Preußens Kunstrasen: So nah und doch so fern
Lokales Stormarn SV Preußens Kunstrasen: So nah und doch so fern
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06:00 09.06.2019
Fußballabteilungsleiter Thorsten Rapp (l.) und SV-Preußen-Vorsitzender Adelbert Fritz auf dem D-Platz, der im denkbar schlechten Zustand ist: knochenhart und verletzungsträchtig. Der Verein hofft, dass der Kunstrasenplatz mithilfe des Fördergelds aus Kiel realisiert werden kann. Quelle: Britta Matzen
Reinfeld

Eigentlich hätten die Sportler des SV Preußen Reinfeld allen Grund zum Jubeln. Eigentlich. Wenn nicht das Dilemma mit dem Reinfelder Haushalt wäre.

Warum geht’s? Um die Sportförderung. Das Land bezuschusst die Sanierung von maroden Sportstätten. Die Stadt Reinfeld hatte, wenn auch verspätet, einen Förderantrag für den Umbau des maroden D-Platzes des SV Preußen gestellt. Der Verein wünscht sich sehnlichst einen Kunstrasenplatz für seine Fußballer. Jetzt ist Post aus Kiel eingetroffen.

„Am 27. Mai haben wir den Förderbescheid für den Sportplatz bekommen“, teilte Bürgermeister Heiko Gerstmann im Hauptausschuss mit. Mit 250 000 Euro will das Land den Bau des rund 800 000 Euro teuren Kunstrasenplatzes unterstützen. Damit wurde die Höchstsumme bewilligt. Doch die Stadt kann den großzügigen Scheck aus Kiel nicht einlösen. Ihr Geldhahn ist zu. Reinfeld befindet sich wegen der seit 2010 fehlenden Haushaltsabschlüsse in einer Interimswirtschaft. Nicht genehmigte Ausgaben dürfen nicht getätigt werden.

Werden Mittel nicht in Anspruch genommen, verfällt das Geld

Während Projekte wie die Brücke über die Bahn, die barrierefreie Anbindung zu den Bahnsteigen oder die Feuerwache weiterlaufen, da Verträge oder Einzelgenehmigungen des Kreises vorliegen, darf die Stadt in den Sportplatz nicht mal einen Cent investieren. „Wir haben keine Einzelgenehmigung, darauf möchte ich klar hinweisen“, sagte Gerstmann. „Was passiert, wenn die Fördergelder nicht in Anspruch genommen werden?“, wollte Christian Röhr (CDU) wissen. Gerstmann: „Dann verfällt das Geld.“

Baugenehmigung für Interimsfeuerwehr

Bürgermeister Heiko Gerstmann hat die Baugenehmigung für den Interimsstandort der Feuerwehr erhalten. „Ich habe sie an den Baubereich weitergegeben und hoffe, dass da nicht noch irgendwelche Forderungen sind, die wir nicht erfüllen können.“

Das Baugenehmigungsverfahren für die Halle, die auf dem Grundstück des ehemaligen Baustoffhandels Seiler & Lübkert in Bahnhofsnähe errichtet werden soll, hatte sich in die Länge gezogen, weil es Probleme mit der Statik gab. Nun hofft Gerstmann, dass der Errichtung des Provisoriums nun nichts mehr im Wege steht.

Nötig ist ein Umzug der Retter, weil die Freiwillige Feuerwehr Reinfeld aus allen Nähten platzt. Deshalb wird das Rettungszentrum in der Ahrensböker Straße umgebaut oder teilweise sogar neu errichtet. Die Jugendfeuerwehr, der Musikzug und die Kleiderkammer der Feuerwehr sollen während der Umbaumaßnahmen in der Erich-Kästner-Schule untergebracht werden.

Adelbert Fritz, Vorsitzender des SV Preußen, war bereits im Bilde. „Der Bürgermeister hat mich sofort informiert, als er die Zusage bekommen hat. Wir sind natürlich sehr erfreut, dass die volle Fördersumme für das Jahr 2019 bewilligt wurde.“ Er hoffe, dass dadurch auch der Druck erhöht werde. „Ich erinnere daran, dass wir 250 000 Euro schon fürs letzte Jahr hätten haben können, wenn der Antrag entsprechend gelaufen wäre.“ Damals hat die Stadt den Antrag zu spät gestellt, der SV Preußen Reinfeld wurde 2018 bei der Sportstättenförderung nicht berücksichtigt.

Nicht nur mit dem Bürgermeister, auch mit der Politik steht Fritz im regelmäßigen Kontakt. „Wir haben abgesprochen, wie wir nun weiter verfahren. Sobald der Haushalt von der Kreisaufsicht freigegeben wird, wird ein Planer beauftragt. Wir hoffen, dass das so schnell wie möglich geht“, so der Vereinschef. Anschließend soll mit den Ausschreibungen begonnen werden.

Ende 2020 muss Maßnahme abgeschlossen sein

Der Bewilligungszeitraum der Förderzusage endet am 31. Dezember 2020. Bis zu diesem Tag muss die Maßnahme abgeschlossen sein, das heißt, der Kunstrasenplatz muss mit Zuwegung und Nebenbereich fertig gebaut sein. Mit der Finanzspritze des Landes sind außerdem bestimmte Auflagen verbunden. „Es darf kein Gummiabrieb entstehen. Es gibt viele alte Kunstrasenplätze, bei denen das Granulat aus Gummi oder aus altem Reifengeschnetzel besteht. Nach den neuesten Vorschriften darf das nicht mehr sein, das Granulat muss den aktuellen Normen und Vorschriften entsprechen“, weiß der Vereinsvorsitzende.

Sanierung in mehreren Abschnitten

Der Kunstrasenplatz ist der erste Bauabschnitt der beabsichtigten Sportstättensanierung des SV Preußen Reinfeld. Fritz: „Der zweite Bauabschnitt wäre die Leichtathletik-Anlage und der A- und B-Platz mit den entsprechenden Drainagearbeiten.“ Weil die Drainage teilweise unter den Häusern in der Jahnstraße verlaufe, müsse sie umgeleitet werden. „Vorschlag eines Planers ist, in Richtung Schützenstraße zu gehen“, sagt Adelbert Fritz. Der dritte Bauabschnitt sieht die Sanierung des Sportlerheims vor.

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Britta Matzen

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