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Stormarn Bargteheider wünschen sich mehr Grün und ein Radhaus
Lokales Stormarn Bargteheider wünschen sich mehr Grün und ein Radhaus
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20:47 19.06.2018
Die Bargteheider konnten beim Stadtdialog zum Bahnhofsumfeld ihre Ideen einbringen und alle Wünsche hinterher über ein Punktesystem bewerten.  Quelle: ALBROD
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Bargteheide

Das Leben ist kein Wunschkonzert – aber manchmal dann eben doch: Am Montag waren Bargteheides Bürger zum Stadtdialog ins Ganztagszentrum geladen, um ihre Wünsche und Ideen zur Gestaltung des Bahnhofsumfelds einzubringen. Die Stadt greift damit ein Format auf, das vor zwei Jahren in den Kinderschuhen stecken geblieben war. Ganz oben auf der Wunschliste der Dialogteilnehmer stehen viel Grün und eine attraktive Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes, eine Verbesserung des ÖPNV und ein Fahrradparkhaus.

Auf der Wunschliste von Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht steht, dass noch mehr Bürger mitmachen sollen. Rund 80 Bargteheider waren zum Workshop und Dialog erschienen, ein großer Teil von ihnen bekannte Gesichter aus den politischen Ausschüssen und Parteien. „Wir müssen einen Prozess, der oft unterbrochen war, wieder in Gang bringen“, erklärte die Verwaltungschefin, die erst nach dem ersten Stadtdialog ihr Amt angetreten hat. „Wir müssen sehen, wie wir noch mehr Bürger erreichen und wie wir Kontinuität in den Stadtdialog bringen.“

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Unter anderem soll das durch einen Arbeitskreis erreicht werden, der Leitlinien für eine Bürgerbeteiligung erarbeiten soll und dem neben Vertretern von Verwaltung und Politik auch drei Bargteheider Bürger angehören sollen. „Mehr als drei Bürger im Arbeitskreis“, lautete ein Wunsch des Abends.

Die Teilnehmer waren mit viel Einsatz bei der Sache. Unter der Moderation von Stadtplanerin Kerstin Langmaack wurden zunächst Ideen zu den drei Themen „Mobilität und Verkehrsplanung“, „Stadtplanung und Wohnen“ sowie „Umwelt-, Natur- und Artenschutz“ auf Karten geschrieben und an einer Pinnwand befestigt. Einige zeichneten auch Bilder ihrer Vision. Hier tauchten Wünsche auf wie „Radhaus am Bahnhof“, „Bahnhofsplatz als Tor für Bargteheide attraktiv gestalten“, „Grünfenster statt Baufenster“ oder „Anpassung des ÖPNV an die Bahnabfahrtszeiten“. Auch konkrete Wünsche wie die Erhaltung des Krähenwaldes, der Wohnbebauung weichen soll, wurden genannt.

Dabei blieb es nicht aus, dass einige Wünsche im Widerspruch zueinander stehen. Wo die einen Bauverdichtung in der Innenstadt wünschen, damit der Rand der Stadt grün bleibt, sprechen sich andere dafür aus, eine Grünplanung in künftige Bauplanungen mit aufzunehmen. „In Zukunft werden mehr Angebote für alte Menschen nötig werden“, erklärte Anika Slawski vom Stadtplanerteam, „Barrierefreiheit wird ein Thema werden.“ Beim Bahnhof gehe es um eine Raumgestaltung, an die viele Nutzungsansprüche gestellt würden.

Bargteheides Bauamtsleiter Jürgen Engfer erläuterte, dass viele Bürger die geplante Bebauung am Bahnhof mit teils fünf Geschossen als zu massiv empfänden. „Das könnte man eventuell reduzieren.“ Auch das geplante Parkdeck könne auf die jetzige P+R-Anlage verlegt werden, um das Grün am Bahnhof zu erhalten. „Wir sehen auch, dass 400 Radstellplätze am Bahnhof zu wenig sind. Gebraucht werden 600 bis 700 Plätze.“

Am Ende nahmen die Veranstalter viele Anregungen mit, die nun ausgewertet werden sollen. Bei der Bewertung des Stadtdialogs schnitt der Abend mit „gut bis mittel“ ab. Ein Signal wurde damit auf jeden Fall gesetzt: Bürgerbeteiligung ist gewollt. Wer sich für den Arbeitskreis bewerben möchte, kann das per Mail bis 27. Juni unter bargteheide@planemit.de tun.

Von Bettina Albrod

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